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Karneval
Pfarrei St. Matthias feiert Fastnachtsjubiläum

Mattheiser Prinzenpaar: Jutta I. und Andreas I.
Mattheiser Prinzenpaar: Jutta I. und Andreas I. FOTO: Thomas Lehnart / TV
Trier-Süd. „Nach 70 Jahre langem Warten blüht der Mattheiser Narrengarten“: Unter diesem Motto hat das Pfarrzentrum St. Matthias seine Jubiläumssitzung gefeiert.

Sitzungspräsident Markus Köhnen zog mit seinen Organisatoren unter Jubel in den Saal.  Unzählige Latzhosen, Zwerge, Blumenkinder und Insekten feierten im Narrengarten und stimmten die Kostümierung auf das Motto ab: 70 Jahre Mattheiser Kappensitzung bedeutet auch „70 Jahre Motto-Karneval“. Wer sonst als die sprechende Geburtstagstorte selbst fand passende Worte und Gedanken fürs Jubiläum? Moni Maringer erinnerte an die ausgefeilten Mottos, namhafte Promis, originelle Orden und an die künstlerische Arbeit der Familie Schwarzer.

Und dann waren sie wieder da: Eucharius und Valerius (Klaus Greichgauer und Stefan Kroj). Auf der Suche nach ihrem Bischofskumpel Maternus gelangten sie auf muslimisches Terrain, verdeckten sich mit einem Niqab und waren nun froh, zurück in Mattheis zu sein. Sechs Monate brauchten sie von Bagdad hierher, um dann weitere sechs Tage in den zahlreichen Trierer Baustellen zu verharren.

Mit einer Parodie auf das „Schneewittchen“ spielte die katholische Jugend das Märchen mit Hits aus den Charts nach. Dass die Büttenrede eine Standard-Disziplin des Karnevals ist, stellte Edgar Berg als Mattheiser Gartenzwerg unter Beweis und reimte seinen Dank an die vielen Helfer im Hintergrund.

Mit einem großen und einem kleinen Instrument erzählten Tobias Schaffrath und Daniel Knopp in geistreichem Liedgut über ihre Gedanken an Karneval. Die Tanzgruppe „Chaos-Team“ wirbelte mit tollen Tanzeinlagen den Saal richtig durcheinander. Liesel Kiemen parodierte als Margot Werner auf den Evergreen „Ich brauch nur einen Mann zu wittern, schon beginn ich an zu zittern“. Orden gab es nicht nur für die Akteure auf der Bühne, sondern auch für Helfer im Hintergrund. „Ihr steckt in die Mattheiser Kappensitzung viel Herzblut rein, bringt andere Menschen zum Lachen und das ist seit 70 Jahren gut so“, sagte Thomas Lehnart vom Pfarrgemeinderat.

Rainer Lehnart berichtete als Äbbes von seinem Job bei der SWT. Unter anderem erzählte er von einem Stromausfall im Kaufhof, wo man nach erfolgreicher Menschenrettung im Aufzug nach zwei Stunden noch die Hilferufe des Ortsvorstehers von Feyen vernahm, der immer noch auf einer stillstehenden Rolltreppe stand. St. Mattheis leistete sich übrigens auch ein Prinzenpaar: Jutta I. und Andreas Bongarts I. zogen mit der Entengarde ein. Nach einigen Jahren Abstinenz waren wieder Mattheiser Mönche (Patrick Föhr, Philipp Thul, Pascal Deutschen und Benedikt Maxheim) auf der Bühne. Jedes Jahr dialektisch brilliant verkörperte Johannes Mock in einer Doppelrolle den Trierer Langsamdenker „Toapert“ und saaner Fraa. Seine Probleme mit anderem Geschlecht manifestierten sich durch Äußerungen wie: „Moa könnt`et och ,multitaskingfähig, nennen, dat Fraa`leit nuren uff zwei Parkplätz gleichzeitig inparken können.“ Bevor sich alle Aktiven zum großen Finale einfanden, heizten Florian Mock und David Schaffrath die Mattheiser Narrenschaft nochmals als „Nachwuchs Leiendecker-Bloas“ richtig auf.

Weitere Akteure: Mattheiser Spatzen: Sylvia Deutschen, Stephanie Blau-Disandt, Hedi Lehnart, Sabine Mock, Susi Kant, Birgit Kruppert, Jutta Bongarts, Eva Bongarts, Andreas Bongarts, Gabi Mosebach; Schneewittchen: Dennis Nathem, Gianna Marci, Anna Fischbach, Emma Reichert, Leia Meltzer, Heiko Paluch, Max van Wersch und Helena Walther; Entengarde: Maria und Herbert Kronenberg, Reni und Christian Schmitt, Moni Maringer, Leni und Detlef de Graaff

Eine Ausstellung über Karneval ist im Pfarrzentrum zu sehen. Mehr im Internet unter www.st-matthias-trier.de

(red)