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Trier-Süd rauscht mit Pracht in die Faosenacht (Fotostrecke)

Trier-Süd rauscht mit Pracht in die Faosenacht (Fotostrecke)

Die Karnevalssitzung in der Halle am Bach sorgt auch am Nachmittag für Stimmung.

Trier Eine Karnevalssitzung drei Wochen vor Fastnachtssonntag - und das auch noch am Nachmittag - kommt da Stimmung auf? Und wie! Fast 300 Menschen sind in der Halle am Bach in Feierlaune. "Schon Römer feierten mit Pracht aom Häärenbrünnchie Faosenacht" lautet das Motto bei der KG Trier-Süd. Von Römern ist zwar weit und breit nichts zu sehen, dafür umso mehr Funkenmariechen, Mallorca-Reisende, Kannibalen und andere Originale, die auf der Bühne für Applaus und Lacher sorgen.
Schon beim ersten Vortrag, in dem Monika Linz als ziemlich abgehalfterte Wassernymphe Nixnutzia von ihren Sorgen erzählt, spricht das Publikum am Ende jeder Strophe ihres Vortrags den Refrain mit: "Die Aahl vom Bach". Zwischenapplaus bekommt sie nicht nur, als sie von gelb-behelmten Partygästen erzählt, die statt der Toilette in der Halle lieber das Außengelände nutzen. Auch als sie reimt: "Wie soll eisch meisch dann verstecken - mit meinem greilisch breiten Becken", hat sie die Lacher auf ihrer Seite.
Ebenfalls begeistern kann der Kindervortrag von Vicky Müller aus Nittel. Textfest plaudert sie in gereimter Form aus ihrem karnevalistischen Alltag. Sitzungspräsident Christian Klein moderiert zusammen mit Franzi Kaiser insgesamt 16 Programmpunkte in gut vier Stunden an - diese könnten an einem Sonntagnachmittag beim Publikum eigentlich zu Ermüdungserscheinungen führen. Doch noch nicht einmal der Auftritt des Nachtwächters (Gerhard Franzen) schläfert die Gäste ein. Im Gegenteil: Hellwach verfolgen sie die politische Rede und spenden nicht nur für sein Statement über Erdogan viel Applaus: "So einer will in die EU, da kriege ich kein Auge zu." Er liest seinen Vortrag nicht ab und steht nicht in der Bütt, sondern daneben.
Als echte Granate erweist sich Serap Boos aus Koblenz. Als "Tusnelda" schwingt sie gekonnt die stattlichen Hüften und liefert mit ihren Gags eine Punktlandung nach der anderen. Eine Erkrankung bei Carlo Rosch führte zwei Tage vor der Veranstaltung zu seiner Umbesetzung bei den legendären "Müllmännern". Für ihn springt kurzfristig Conny Wosny ein und erzählt zusammen mit Wolfgang Zingen von Trierer Geschehnissen.
Zum ersten Mal als Solomariechen tanzt Anna Degen (Trainerin: Svenja Degen) auf der Bühne der KG Trier-Süd und erntet viel Applaus für ihr tänzerisches Können. Herzhafte Lacher hingegen hagelt es wieder beim Vortrag von "Erna und Felizitas" (Ute Stoffel und Jörg Fuchs). Bei der umwerfenden Mimik von Jörg Fuchs fließen die Lachtränen in Strömen in der Halle am Bach. Musikalisches Highlight bilden schließlich die Trierer Hofmusikanten, die mit ihrer Blasmusik vergessen lassen, dass es nicht tief in der Nacht, sondern erst früher Abend ist, als die Sitzung endet.
Weitere Mitwirkende:
Kleine Garde (Trainerin: Bianca Degen), mittlere Garde, große Garde (Trainer für beide: Christian Klein), Männerballett (Trainerin Conny Wosny), Sarah-Michelle Kalle, Monika Urbanek, Denise und Sebastian Gouin, die Bachmelodiker, Tanzgruppe Don Bosco, "Hitparade", Hausband
SPRUCH DES ABENDS:

Extra

 Tradition in Trier-Süd: die Müllmänner, diesmal mit Conny Wosny und Wolfgang Zingen.
Tradition in Trier-Süd: die Müllmänner, diesmal mit Conny Wosny und Wolfgang Zingen. Foto: Karin Pütz (kap) ("TV-Upload P?tz"

Tusnelda: "Ich hab ein Foto von mir zum Club der einsamen Herzen geschickt. Das haben sie mir zurückgeschickt mit dem Vermerk: So einsam sind wir auch wieder nicht."