| 18:29 Uhr

Karneval
Beim Rosenmontagszug in Trier siegt Cordula Grün über Sturmtief Bennett (Fotos/Videos)

 Wie in Zalawen: Selbstverständlich wird auch beim Rosenmontagszug gewiewelt.
Wie in Zalawen: Selbstverständlich wird auch beim Rosenmontagszug gewiewelt. FOTO: Rainer Neubert
Trier. Dennoch leidet Triers Rosenmontagszug unter dem Wetter. Weniger Narren als sonst bejubeln die rund 1700 Akteure in 90 Zugnummern. Von Roland Morgen
Roland Morgen

Die Entscheidung fällt am Montagmorgen  in der Trier-Süder Kneipe Mattheiser Stuben. Polizei, Stadt und Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) sind sich bei einer Lagebesprechung einig: „Der Rosenmontagszug findet statt.“ Kein Ausfall, keine Verschiebung um ein paar Stunden. „Wenn wir starten, ist von Sturmtief Bennett nur noch ein laues Lüftchen übrig“, orakelt Vizezugleiter Rolf Blumenau.

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Vier Stunden später: Bennett ist tatsächlich fast fertig, dafür gießt es aber immer wieder in Strömen. Die rund 1700 Akteure in den 90 Zugnummern kann das nicht mehr erschüttern: „Wir sind eh schon alle klitschnass“, meint bei junger Stadtgardist. Pünktlich um 12.11 Uhr gibt ATK-Zugchef Thomas Knopp den Startschuss, und der größte Narrentreck der Region setzt sich in Bewegung. Zahlenmäßig nicht so groß wie erhofft ist das Publikum. In der langen Saarstraße gibt es große Lücken, weiter nördlich in der Fußgängerzone suchen die wartenden Narren Schutz in den überdachten Eingangsbereichen von Geschäften. „Et is mieh Waaßer als wie Rejen!“, meint in der Brotstraße ein Narr in breitem Trierisch. So kann man es natürlich auch sehen. Die Brunnenfigur von Stadtpatron Petrus auf dem Hauptmarkt ist Zielscheibe von Spott und Häme. Mit Blumenstrauß und Orden ist sie an Weiberfastnacht geschmückt worden, auf dass Petrus schönes Wetter bescheren möge – und dann so was!

Als hätte Petrus ein Einsehen, lässt sich tatsächlich die Sonne blicken, als die Zugspitze auf dem Marktplatz ankommt. Dort ist die Stimmung schon bestens. Die Bands Kamelle Kapelle und Kölsche Jung sowie DJane Sonja Storz haben gut eingeheizt.

Erfreulicherweise haben die vielen phantasievollen Kostüme und Wagendekorationen keinen erkennbaren Schaden genommen. Die Jury auf der VIP-Tribüne (Ticketpreis: 44,44 Euro) hat die Qual der Wahl. Sie kürt zum schönsten Wagen die Dampflok der Gruppe Ruwertal 821, zur schönsten Fußgruppe die Schmetterlinge des TuS Euen sowie die Saupäns für ihen Beitrag „Al dente“ zur originellsten Gruppe. Ein Sonderpreis gibt es für die Ritterburg der Filscher Jungen.

Die feierliche Prämierung ist Teil der großen Nach-dem-Umzug-Party, die in der Arena steigt.

Weiterer Gewinner ist ein gewisser Johannes Sumpich, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Josh. Von ihm stammt der schräge Ohrwurm „Cordula Grün“, der an allen Ecken und Enden zu hören ist. Und Bennett? Den vermisst keiner.

„Alles gut!“ – so lautet die Bilanz der Polizei nach dem ersten Teil ihres Rosenmontagseinsatzes in Trier. Abgesehen von einigen kleineren, alkoholbedingten Auseinandersetzungen verzeichneten die Einsatzkräfte keine größeren Einsätze. Insgesamt erteilten die Beamten einen Platzverweis; zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen. „Insgesamt verlief der Einsatz rund um den Rosenmontagszug bisher ruhig ab. Wir hoffen, dass dies auch weiterhin so bleibt“, sagte Pressesprecher Karl-Peter Jochem am frühen Abend.

Ein närrisch-nasser Rosenmontagszug in Trier FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Rainer Neubert