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Und alle sind "jeck op Prüm"

Und alle sind "jeck op Prüm"

Einen schönen und langen Rosenmontagszug haben rund 7000 Besucher gestern in der Abteistadt erlebt. Und auch wenn es am Himmel eher trüb blieb, hatten alle ihren Spaß mit den mehr als 50 Gruppen und Wagen.

Prüm. Juch-Hei - und auf geht\'s: 13.11 Uhr am Prümer Hahnplatz, Moderator Norbert Baur von der Prinzengarde gibt das Startsignal für den großen Rosenmontagszug in der Abteistadt. Mit nur ein paar Minütchen Verspätung setzt sich das bunte Gewusel dann in Gang, weitere Verzögerungen gibt es nicht: In Prüm ist alles straff geregelt und organisiert, so dass es kaum zu Lücken im Getümmel kommt.
Aus dem ganzen Prümer Land sind teils sehr schöne Wagen und Fußgruppen dabei, allen voran natürlich Prinz Berthold II. (Motto: Jeck op Prüm), der sich ganz in seinem närrischen Element zeigt. Insgesamt, sagt Dominik Hoffmann von der Karnevalsgesellschaft, seien 52 Einheiten gemeldet.
Da stört es auch niemanden, dass das Thermometer die von Garde-Chef Markus Fischbach proklamierten "35 Grad" nicht so ganz erreicht. Volk und Zugteilnehmer freuen sich einfach warm. Zweieinhalb Stunden dauert der Spaß, alles läuft friedlich ab, bis sich die Feiernden nach Ende des Zugs in Richtung Fort-Madison-Platz begeben, um dort weiterzuschunkeln.
Das war\'s. Die vorläufigen Erkenntnisse der Session: Es bestätigen sich zwei Entwicklungen der vergangenen Jahre. Erstens sieht man viele Wagen, die bereits am Freitag in Gondenbrett, am Samstag in Bleialf und am Sonntag in Olzheim unterwegs waren. Zweitens: Der Trend zur Partyburg mit mächtigem Wummerklang - Hauptsache, hoch gebaut und dröhnend laut. Und anstatt sich mit dem Publikum zu beschäftigen, sind manche eher damit befasst, einander an möglichst bewegungsloser Coolness zu übertrumpfen. Auch das ist Karneval - ob man es nun gut findet oder nicht.

Extra: Während des Rosenmontagszug hat die Polizei einen Wagen aus der Verbandsgemeinde Südeifel angezeigt. Teilnehmer auf diesem Wagen hatten im Bereich des sehr stark besuchten Hahnplatzes mehrere Bengalos gezündet. Ein Bengalo fiel auch noch brennend auf den Boden; zum Glück zwischen Wagen und den Zuschauerreihen, so dass niemand zu Schaden kam. Für die Polizei ist der Vorfall kein Spaß. Dem Täter drohe eine empfindliche Strafe und der Karnevalsgesellschaft ein Teilnahmeverbot für zukünftige Karnevalsumzüge.