1. Dossier
  2. Fastnacht

Warum Gusenburger aus Schlauhausen sind

Warum Gusenburger aus Schlauhausen sind

3x11 Jahre lang hat der Gusenburger Karneval einen markanten Namen: "Die Schlauhausener". Mit einer großen Gala-Sitzung in der Grenderichhalle ist bereits gefeiert worden. Höhepunkt wird ein Jubiläums-Nachtumzug am Freitag, 29. Januar, um 18.11 Uhr. Narren der ersten Stunde erinnern sich.

Gusenburg. Warum werden die Gusenburger "Die Schlauhausener" genannt? Der gleichnamige Karnevalsverein trägt dieses Attribut seit 33 Jahren wie eine Auszeichnung. 34 Gründungsmitglieder versammelten sich seinerzeit, um diesen Verein zu gründen. Eine Närrin der ersten Stunde war Rosemarie Piter.Die heute 64-Jährige weiß auch ganz genau, woher der Name kommt: "Als wir noch Kinder waren, gab es einen Busfahrer, der stammte aus Berlin und hieß Ulli Jentzkowsky, der die Strecke Hermeskeil-Gusenburg fuhr. Er verlieh allen Dörfern Spitznamen. Wir Kinder kamen eben aus Schlauhausen."Harte Zeiten in den 90er Jahren

Die heutige Vorsitzende, Natalie Weber, findet: "3x11 Jahre, das ist etwas Besonderes." Die heute 36-Jährige steht bei den Schlauhausenern seit ihrem siebten Lebensjahr auf der Bühne. "Das bringt Freude, obwohl es viel Arbeit ist", sagt sie. Seit Ende der 1970er Jahre habe es in Gusenburg Karneval gegeben, organisiert von einer Interessengemeinschaft, aber nur im wesentlich kleineren Pfarrsaal, wo die Tradition aus den 1950er Jahren wieder gepflegt wurde.Der große Schub kam mit dem Bau der Grenderichhalle 1986 mit rund 400 Sitzplätzen. Erster Prinz in diesem großen Rahmen war Günter Dellwo und seine Frau Anna Maria. Er weiß noch gut: "Ich war damals Vorsitzender des Musikvereins Lyra, und wir haben uns selbst den Einmarsch gespielt." Was er beklagt: "Ein Prinzenpaar war zu dieser Zeit noch Respektsperson und ist entsprechend würdig behandelt worden."Harte Zeiten in der Vereinsgeschichte sind die Kriege auf dem Balkan und in Jugoslawien gewesen. Rosemarie Piter beugte sich nicht: "Wir haben dem Bund Deutscher Karneval damals Bescheid gesagt, dass unsere Fastnacht nicht ausfällt." Den Schlauhausenern wurde viel Mut bescheinigt.Ausgefallen ist Kappensitzung nur einmal, 2009/2010. Aus beruflichen Gründen musste der damalige Vorsitzende, Thomas Büttner, sein Amt niederlegen. Die neue Vorsitzende, Natalie Weber, setzte jedoch durch, dass wenigstens die Kinder feiern konnten.Einen Gänsehautmoment gab es 1990, als die Amerikaner im Irak einmarschiert waren und sogar der Kölner Umzug ausfiel. "Unsere heutige Prinzessin, Karolin Weber, war damals vier Jahre alt. Das Kind betete auf der Bühne ein Vater Unser für den Frieden", erinnert sich Piter an den anschließenden tosenden Applaus.An närrischem Nachwuchs mangelt es den Schlauhausenern nicht. "Der Kita und der Grundschule sei Dank, dass so viele junge Leute hierher ziehen", freut sich die Vorsitzende. Im Sommer gibt es für die Kleinen eine Wanderung mit Grillnachmittag. Viele ehemalige Kinder sind bei der Narretei geblieben. Der Verein geht in die dritte Generation. Eine große Nachfrage, bei den Garden und dem Männerballett mitmachen zu dürfen, ist da. volksfreund.de/fastnachtExtra

Erstmals veranstalten die Schlauhausener Narren einen Nachtumzug. So wird das närrische Jubiläum gefeiert. Anmelden können sich Wagenbauer und Fußgruppen bis Samstag, 23. Januar unter: <%LINK auto="true" href="http://www.schlauhausener-gusenburg.de/Umzug" text="www.schlauhausener-gusenburg.de/Umzug" class="more"%>. Start ist um 18.11 Uhr am Ortsende (Richtung Hermeskeil). Mindestens 42 Wagen und Fußgruppen sind schon dabei. Die Kinderfaschingsparty steigt am Samstag, 23. Januar um 14.11 Uhr. Der Gusenburger Karnevalsverein hat derzeit 230 Mitglieder. Der ganze stolz sind die 60 Mitglieder der Garden, darunter sechs Buben und ein Männerballett. doth