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Weder ernst noch hoffnungslos

Weder ernst noch hoffnungslos

Kein Prinzenpaar, keine Prinzengarde - der Pfalzeler Karnevalsverein (KV) Palenzia präsentiert sich in dieser Session personell geschwächt. Auch die Zuschauerresonanz bei der ersten Kappensitzung war mäßig: Von den 200 Plätzen im Pfarrheim blieben etliche leer.

Trier-Pfalzel. (daj) Aus der Not eine Tugend macht der KV Palenzia mit seinem Motto "Mir han auch ohne Prinzenpaar Zirkus in Palenzia". Vor zwei Jahren noch stellte der Verein mit Thomas II. und Christina I. das Trierer Stadtprinzenpaar - nun fand sich niemand, der das Amt von Jörg I. und Beate I. übernehmen wollte. Die Abschiedsrede der Regenten des Vorjahrs markierte daher zugleich den Beginn einer herrscherlosen Zeit. Damit nicht genug: Die Prinzengarde wurde vor der Session ebenfalls aufgelöst.

Sitzungspräsident und erster Vorsitzender Wolfgang Zingen schlug daher zu Beginn nachdenkliche Töne an und sprach offen von Nachwuchssorgen. Ein weiteres Problem offenbarte sich beim Blick in den Saal des Pfarrheims: Leere Plätze zeugten von einem hinter den Erwartungen bleibenden Publikumszuspruch. Es bedurfte schon einer eigenwilligen Arithmetik, um den Saal dennoch als voll deklarieren zu können - die Anwesenden wurden kurzerhand doppelt gezählt.

Diejenigen jedoch, die auf die Bühne stiegen, boten ein abwechslungsreiches Programm, allen voran die Jungen und Jüngsten, aus denen dem Verein eine neue Karnevalisten-Generation erwachsen soll. Bambini- und Jugendgarde in den Vereinsfarben weiß und rot und das Jugend-Showtanzorchester mit einer orientalisch angehauchten Darbietung. In die Bütt stiegen Lukas und Thomas Schleimer als um eine freche Antwort nie verlegene Schulbuben.

Weil der KV Palenzia laut Zingen eine komplette Sitzung kaum noch allein stemmen kann, gab es Unterstützung insbesondere durch Auftritte der KG Moselland und Showtanz des Eureners Sebastian Gouin - bei der Deutschen Meisterschaft mit Bronze ausgezeichnet - und seiner Schwester Denise.

Viel Gelächter ernteten in der Bütt mit ihren Erzählungen aus dem Eheleben Werner Pfeiffer und sein "Wacholderbeerchen" Margret Pfeiffer-Erdel, obwohl - oder gerade weil - einige Pointen deutlich unterhalb der Gürtellinie trafen. In der Playback-Show zum Abschluss waren beide auch mit der kompletten "Funky-Family" zu sehen. Frauentanzgruppe, Männerballett und Solomariechen Samira Steffgen rundeten den Abend ab.

Fazit: Um personelle Verstärkung wird sich der Vorstand weiter bemühen müssen, aber das Engagement des jungen, 1997 gegründeten Vereins stimmt. Eines scheint daher sicher: Ernst ist die Lage bei Karnevalisten nie - und hoffnungslos erst recht nicht.

ExtraMitwirkende Sitzungspräsident: Wolfgang Zingen; Ordensminister: Klaus Wosny; Bambini-Garde, Jugendgarde, Jugend-Showtanzgruppe (Trainerin Melanie Bombelka, Betreuerin Nicole Schmidt), Gemischte Tanzgruppe mit Frauentanzgruppe und Männerballett; Showtanz: KG Moselland, Denise und Sebastian Gouin; Solomariechen: Samira Steffgen (Daniela Trampert); Büttenreden: Ein ganz normaler Schultag mit Thomas und Lukas Schleimer und Anne Knopp, Das etwas andere Ehepaar Margret Pfeiffer-Erdel und Werner Pfeiffer, Märchenerzähler Hans Bohn, Gastredner Willi Neu; Playback-Show: Die Funky-Family mit den Familien Werner Pfeiffer sen., Werner Pfeiffer jun., Familie Lorenz und der junggebliebenen Frau Erdel. (daj)