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Weiberdonnerstag: Möhnen stürmen Rathaus in Bernkastel-Kues

Weiberdonnerstag: Möhnen stürmen Rathaus in Bernkastel-Kues

Auf die Bernkastel-Kueser kommen schwere Zeiten zu. Nicht weil die Möhnen am Weiberdonnerstag die Herrschaft übernommen haben. Die endet bekanntlich am Aschermittwoch wieder. Doch weil sie die Stadtkasse plündern und auch vor dem Kleingeld auf dem Schreibtisch nicht Halt machen, muss nun die ganze Stadt leiden.

"Ich werde mir das Geld wiederholen und die Steuern erhöhen", kündigt Bürgermeister Ulf Hangert nach der Ausplünderung und dem Verlust der Krawatte an. Die Möhnen sind in großer Stärke angerückt. Mehr als 20 besetzen den Sitzungssaal. Sie und die Wehlener Eulen, die später folgen, können in diesem Jahr ihre Kräfte ganz auf eine Rathauserstürmung konzentrieren. Durch den baulich bedingten Umzug der Verbandsgemeindeverwaltung auf das Kueser Plateau bleibt Bürgermeister Ulf Hangert zumindest von Angreifern von außen verschont. Im historischen Rathaussaal am Marktplatz wird dagegen geküsst, getanzt, geschunkelt und gesungen. Ihr habt euch vermehrt", sagt der Stadtbürgermeister beim Blick in mehrere junge Gesichter. "Und heute Nacht werden fünf Neue gemacht", kündigt eine von ihnen an. Den Stadtbürgermeister wird es freuen. Er will die Stadt wachsen sehen. "Früher sind die Leute sonntags mit ihren Kindern spazieren gegangen, heute sieht man sie mit Hunden", sagt er mit Blick auf den demografischen Wandel. Um das Ergebnis der Nacht herzen zu können, muss Port aber noch mindestens 20 Jahre im Amt bleiben.