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Karneval
Damit die Narren in Wittlich sorglos feiern können

Wer sicher Karneval feiern will, der darf vor schwerbewaffneten Polizisten mit Body-Cams keine Angst haben.
Wer sicher Karneval feiern will, der darf vor schwerbewaffneten Polizisten mit Body-Cams keine Angst haben. FOTO: dpa / picture alliance / Henning Schoo
Wittlich. Sicherheitskonzept: Das Polizeipräsidium Trier und die Stadt Wittlich präsentieren ihre Maßnahmen für die Fastnacht. Christian Moeris

Damit die Narren in der Region in der Fastnachtszeit ausgelassen und unbesorgt feiern können,  erarbeitet das Polizeipräsidium Trier jedes Jahr aufs Neue ein maßgeschneidertes Sicherheitskonzept. Hunderte Polizeibeamte – die genaue Zahl wird aus taktischen Gründen nie bekanntgegeben – sind über die Karnevalstage im Einsatz, während die Jecken ihren Spaß haben. „Neben den beiden Großveranstaltungen in Trier ist die Weiberfastnachtsveranstaltung in der Wittlicher Innenstadt ein Einsatzschwerpunkt“, erklärt das Polizeipräsidium Trier: Auch beim Umzug am Sonntag, wenn  – je nach Wetterlage – zwischen 10 000 und 15 000 Besucher  in der Stadt unterwegs sind, will die Polizei Präsenz zeigen. Ziel des Sicherheitskonzeptes sei es, so erklärt es das Präsidium, möglichst wenige Straftaten zuzulassen. Dazu nutzen Polizei und Stadtverwaltung, welche in enger Kooperation mit abgestimmten Maßnahmen für Sicherheit sorgen wollen, unterschiedliche Strategien.

Personal Die Tollen Tage gehören für die Polizei zur arbeitsreichsten Zeit des Jahres. Um das Sicherheitskonzept umzusetzen, müssen die Beamten viele Überstunden leisten, „denn all dies ist nur mit einem hohen Personaleinsatz zu stemmen“, erklärt das Präsidium. „Daher werden die Dienststellen von der Bereitschaftspolizei unterstützt.“

Videotechnik An Weiberfastnacht setzt die Polizei auf Videoüberwachung. Insbesondere der Platz zwischen Karrstraße/Klosterstraße und Mittlerer Kordel sowie der Bereich Marktplatz/Neustraße werden unter Beobachtung stehen.

Durch den Einsatz der Videokameras, so erklärt das Präsidium,  sollen die Einsatzverantwortlichen Entwicklungen frühzeitig erkennen können, um Einsatzkräfte an neuralgische Punkten zu dirigieren und so „Eskalationen vorzubeugen“.

Bei Straftaten werden die gespeicherten Videoaufnahmen zur Strafverfolgung herangezogen, „anderenfalls nach einer 30-Tage-Frist gelöscht“. Die videoüberwachten Bereiche werden für die Besucher durch Hinweisschilder deutlich gekennzeichnet und ausgewiesen. Durch diese Hinweise sollen außerdem potenzielle Straftäter von eventuellen Vorhaben abgebracht werden, erklärt das Präsidium. Zudem sollen die Polizisten sogenannte Body-Cams, an der Uniform angebrachte Kameras, tragen, deren Aufnahmen ebenfalls im Rahmen der Strafverfolgung herangezogen werden.

Straßensperren  Um Anschläge und Amokläufe mit Kraftfahrzeugen zu verhindern, werden Straßensperren errichtet. „Wir werden die Zufahrten mit geeigneten Fahrzeugen des Bauhofs und der Polizei absichern“, sagt Jan Mußweiler, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Wittlich.

Jugendschutz Wenn am Fetten Donnerstag gegen 13 Uhr die Schule endet, strömen hunderte Jugendliche aus Stadt und Umland in die Innenstadt, um kräftig Karneval zu feiern. Sowohl die Polizei als auch Mitarbeiter des Jugendamtes der Kreisverwaltung wollen dann ein Auge auf die jungen Karnevalisten werfen. Es wird Jugendschutzkontrollen geben und Alkohol, der nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gehört, wird einkassiert.

Wildpinkler Eine Toilettengebühr von 50 Cent, die man in manchen Gaststätten zahlen muss, ist kein Geld im Vergleich zur Höhe des Bußgeldes, das Wildpinklern in Wittlich droht.Denn die Stadt Wittlich hat dafür in ihrer Gefahrenabwehrverordnung saftige Bußgelder festgelegt. „Wildpinkler müssen mit einer Strafe von maximal 1000 Euro rechnen“, erklärt Mußweiler. Die Höhe des Bußgeldes werde je nach Einzelfall bestimmt . Mit maximaler Höhe sei zu rechnen, wenn man beim Wildpinkeln auch noch Menschen belästige.

Scherben Eine leergetrunkene Flasche oder ein Glas auf die Straße zu pfeffern, das ist nicht nur unschön, sondern auch gefährlich. Zwar gibt es beim Wittlicher Karneval kein Glasverbot, doch wie Wildpinkler haben auch Karnevalisten, die ihr Leergut auf die Straße schmeißen, mit einem maximalen Bußgeld von 1000 Euro zu rechnen. Deshalb empfiehlt es sich, das Leergut in die zusätzlichen Glascontainer, die zur Karnevalszeit in der der Innenstadt aufgestellt werden, zu entsorgen.

Verkehr Neben dem Schutz der närrischen Veranstaltungen weist die Polizei darauf hin, dass selbstverständlich auch Alkohol-, Drogen- und allgemeine Verkehrskontrollen zu ihrem alljährlichen Sicherheitskonzept gehören.