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Schlauhausenern, Naischtnotzen oder Kwaischrecken: Wo kommen die Namen der Karnevalsvereine her?

Karneval : Wenn de Hohner und die Biedeseecher zusammen wieweln

Schlauhausenern, Naischtnotzen oder Kwaischrecken: Das ist keine neue Art von Schlümpfen, auch sind damit keine Beschimpfungen gemeint. Vielmehr handelt es sich um Namen von Karnevalsvereinen in der Region. Bei der Namensfindung sind sehr viele, sehr kreativ. Eine Auswahl haben wir zusammengestellt.

In Bitburg Mötsch beispielsweise gibt es die Muatentrappler, die sich so nennen, weil in Mötsch der Boden sehr lehmig ist und die Samen der Möhren eingetrappelt werden müssen. Wer bei den Muatentrapplern zu Gast ist, bekommt auch häufig Möhrensaft als Geschenk mit auf den Nachhauseweg. In Berndorf, beim Verein Bunnes Alaaf geht der Name auf eine Eifeler Spezialität zurück, auf den Birrebunnes, das ist ein Hefekuchen mit Birnenmus aus getrockneten Früchten.

Ums Essen geht es auch bei den Brucher Linsen. In der Nähe des Dorfbachs, wurden früher Linsen angebaut. „So kennt man die Brucher, als Linsen“, erklärt Vorstandsmitglied Renate Schmitz. Sie haben sogar einen Cocktail mit ihrem Namen, den Linsenflipp. Und Linsensuppe wird natürlich auch an Fastnacht gekocht.

Ob es in Strohn, bei den Hohna Hühnersuppe gibt, ist nicht geklärt. Klar ist aber, dass der Name daherkommt, weil es sich reimt- Strohna Hohna, und einen passenden Schlachtruf haben sie auch: Ei, Ei. Thomas Stolz, Vorstandsmitglied erklärt stolz: „Im Dort haben wir bestimmt 70 bis 80 selbstgenähte Hühnerkostüme, die jedes Jahr, bei den Umzügen zum Einsatz kommen. Wir bauen natürlich immer was, das  im Zusammenhang mit Hühnern steht, beispielsweise einen Hühnerstall.“ Tiere haben oft ihren Platz bei den originellen Karnevalsnamen.

So ist es beispielsweise auch bei den Wiewelern in Trier Zurlauben. Zum Namen kam es in der Silversternacht 1910/1911. Damals beschloss man einen Karnevalsverein zu gründen, wusste aber noch nicht, wie man ihn nennen könnte. Hans-Karl Meunier, Kenner des Vereins sagt: „Man hat damals in einer Gaststätte gefeiert. Auf dem Weg zur Toilette ist man an einem Bottich mit Moselfischen vorbeigekommen, auf der sich schon eine Eisschicht befand. Einer klopfte gegen die Eisschicht und da haben die Fische noch „gewiewelt“. Und da wir so munter sind, wie die Fische im Wasser, fanden die Herren das einen guten Namen.“

Wasserliebend sind auch die Lünebacher Kauzekääp. Josef Becker, Gründungsmitglied des Vereins berichtet: „Bei der Gründungsversammlung haben wir nach einem Namen gesucht und schließlich kam der Vorschlag „Kauzekääp“, das Kaulquappe heißt. Wir haben im Ort einige Wiesen, auf denen das Wasser steht, und in einigen Pfützen sind Kaulquappen. Da sie auch nur eine kurze Zeit Kaulquappen sind, sowie der Karneval auch nur eine kurze Session hat, haben wir uns so genannt.“

Bei den Kweischreck Roalingen, hat es sich angeboten, die Eichhörnchen, die auch im Wappen des Ortes sind, in den Vereinsnamen zu integrieren. „Die Tierchen sind einfach, sympathisch, fleißig, witzig und niedlich, wie wir vom Karnevalsverein“, sagt Katharina Wagner, erste Vorsitzende.

Sehr freundlich kommt auch das Wappentier Elisa in Lieser daher. Sie ist eine Spinne und wurde auserwählt, weil die Narren an Karneval ihre närrischen Netze spinnen. So heißt der Verein Spumbaken Lieser.

Wilder geht es auf dem Hunsrück zu. Die Welle Baie, also die wilden Bienen, sind in Monzelfeld zu Hause. Früher hatten viele Häuser im Hunsrück Bienenstöcke vor der Tür, dazu kamen Lindenbäume, und nach der Messe, wenn die Menschen noch zusammengestanden haben, kamen die wilden Bienen und haben auch mal jemanden gestochen, so erklärte es Matthias Kropp.

Die Naurather werden überall die Kuckucke genannt, so hat auch der Karnevalsverein den Namen übernommen. Stephan Denis, Sitzungspräsident, weiß warum: „Ein Naurather Bürger hat vor vielen Jahren Holz gesammelt und zum Trocknen vor eine Takenplatte gelegt. Und aus einem der Hölzer soll tatsächlich ein Kuckuck geschlüpft sein. Das hat dieser voller Stolz überall erzählt, und so kamen die Naurather und der Karnevalsverein zu seinem Namen“.

Die Kruchter Hunekäp kommen durch einen Flurnamen zu ihrer Bezeichnung. „Bei einem Wettbewerb fand der Vorstand diesen Namen am Originellsten“, so Irmagrd Zirra, Gründungsmitglied.

Der Flontabach hat dem Schillinger Karnevalsverein seinen Namen gegeben. Katharina Meier: „Der Name stammt von dem kleinen Bach, der durch unser wunderschönes kleines Dörfchen Schillingen fließt.“

Bei manchen darf es auch deftiger sein, beispielsweise bei den Sauschder Burgbohzen aus Grimburg. Weil früher dort die Schweine gehütet wurden und bis 1932 eine Sauscheide war, komm es zum Sauschd. Außerdem gibt es eine Burg und die Grimburger gelten als ein wenig ruppig, so setzt sich der Name zusammen.

Die Naischnotz Nittel durch ihren ersten Präsidenten, der handwerklich wenig begabt war, zu ihrem Namen gekommen und man hat den ganzen Verein gleich zu Nichtsnutzen ernannt, zudem der Verein aber heute mit Stolz steht.

Das tun auch die Dudeldorfer Biedeseecher, deren Name vom Gerben des Leders kommt. Mit Hilfe von Urin, der im Ort gesammelt wurde, hat man das getan und steht bis heute zu dieser Tradition.

In Gusenburg gibt es die Schlauhausener, die so heißen, weil viele aus dem Ort früher auf dem Amt gearbeitet haben, und ein Lehrer des Gymnasiums den Gusenburgern diesen Titel gegeben hat.

Die Großstadthelden aus Manderscheid, haben den Anstoß für ihren Namen aus einem Film und daher, dass Manderscheid trotz seiner Einwohnerzahl von 1500 die Stadtrechte besitzt.

Warum die Baknaufen aus Trier-Zewen so heißen, weiß auch der ehemalige Präsident Artur Wengler nicht so ganz genau. Er berichtet: „Bei der Diskussion bei der Gründungsveranstaltung im März 1992 hat sich das so ergeben. Ein Knauf ist ein Knopf und das Ba, haben die Zewener früher vor viele Wörter gesetzt. Es ist nicht zu erklären, aber es hat sich durchgesetzt.“