Wissenswertes zur Fastnacht : Der Narr

Der Narr ist – historisch und kulturell betrachtet – eine äußerst vielschichtige Figur. Im deutschen Karneval wird der Begriff „Narr“ weitgehend gleichbedeutend mit „Jeck“ benutzt: Der Narr ist einfach jemand, der gerne Späße macht und Karneval feiert.Im Mittelalter dagegen war der Narr, wie er in bildhaften Darstellungen erscheint, keineswegs positiv besetzt – im Gegenteil.

Der Narr stand dem Teufel nahe, galt als ungläubig und symbolisierte Tod und Vergänglichkeit. Selbst die Hofnarren, die seinerzeit auf Adelshöfen angestellt waren, hatten weitgehend ernste Aufgaben: Sie sollten den Fürsten an die Sünde und die Endlichkeit des irdischen Lebens erinnern.
Erst seit dem 14. Jahrhundert änderte sich langsam das Bild des Hofnarren. Vom ernsten Mahner entwickelt sich sein Berufsbild hin zum Unterhalter und Spaßmacher. Es entwickelte sich die besondere Rolle des Narren, der der Obrigkeit (insbesondere dem Adel) in Späße verpackt die „Wahrheit“ sagen durfte, ohne eine Bestrafung fürchten zu müssen. Auch der Karnevalsnarr bediente sich (und bedient sich noch heute) dieses Stilmittels. Schon in früheren Jahrhunderten galt der Karneval als Ausnahmezustand, während dem Kritik an der Kirche und an weltlichen Machthabern erlaubt war.