Wittlich, die Weltstadt mit Luxushotel und  mit Luxusklo

Kappensitzung in Wittlich : (Fotos) Wittlich, die Weltstadt mit Luxushotel und  mit Luxusklo

Das Motto zog sich wie ein roter Faden durch die Sitzung der Wittlicher Narren: „Ooos Staadt, die baut en daiere Lokus! Ruut-Weiß mäschdt lewa Hokus Pokus!“

Wer 147 000 Euro für einen Klo ausgibt, muss sich an Fastnacht nicht über die Witze wundern. Den Wittlicher Stadtvätern war klar, dass die hochmoderne Toilettenanlage am Rommelsbach-Parkplatz ihren Weg ins Sessionsmotto der Narrenzunft Rot-Weiß und in fast jeden Vortrag auf der Kappensitzung finden musste.

Aber dank diesem Luxusklo, geplanten Luxushotel, Kino und neuer, wenn auch kleinerer Sportplatztribüne ist Wittlich auf dem besten Weg Trier zu überholen, meinte die Bibpail. Zusammen mit Heike

Hooghoff plauderte der Wittlicher Sagenvogel (alias Narrenzunft-Vorsitzenden Günter „Günnes“ Eller) auf dem Luxusklo übers Stadtgeschehen - und jammerte: Kein Platz mehr in der Säubrennerstadt, weder für Neubau-, noch für Gewerbegebiete.

Man müsse die Entscheidungsträger in Mainz umstimmen, dass Flußbach doch nach Wittlich eingemeindet werden könne. Zum Beispiel mit entsprechenden Handabtrockentüchern. Aufschrift: Flußbach ist Wittlich. Dann bekäme Wittlich eine dritte Autobahnauffahrt (und hätte damit Trier überholt). Es wäre sogar Platz für einen Flugplatz. Eine Treppe wie die Spanische Treppe in Rom oder die vor Notre Dame in Paris gebe es ja jetzt am Lieserufer. „Wittlich wird zur Weltstadt! Dann darf sich der Joachim sogar Oberbürgermeister nennen“, freut sich der Bibpail.

Die großstädtischen Staus bedichtete Rene Pschierer für die Altstadtsänger. Aber auch die nicht enden wollende Renovierung der größten Wittlicher Kirche: „St. Markus wird nicht fertig. Dabei wird es höchste Zeit. Wir kriegen schon auf Erden ein Gespür für Ewigkeit.“ Und weil sich praktizierenden Christen in den Kirchen im Gegensatz zu den Moslems in der Moschee zu rar machen, fürchten die Altstadtsänger, dass die Säubrennerkirmes in zehn Jahren zur Lammbrennerkirmes mutiert.

Mit dem Wochenmarkt gehe es dagegen bergab („Auf dem Markt stehen nur noch drei Stände. Mit Obst und Gemüse geht’s zu Ende.“). Da kann ebenso Wehmut aufkommen, wie bei den vielleicht letzten Auftritten des Männerballetts und der Peppels. „Man sagt ja immer, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist“, erzählte Männerballett-Trainerin Nathalie Vinzens. „Wenn es danach ging, hätte ich die ganzen letzten zehn Jahre aufhören können.“ Beruflich bedingt oft nicht mehr in Wittlich vor Ort, steht auch die nächste Session der Peppels auf der Kippe.

Günnes Eller musste die ein oder andere Träne unterdrücken: Einst haben die Jungs und Mädels noch als Kinder zu ihm aufgeschaut, jetzt seien sie so groß, dass sie auf ihn herab schauten. Erhalten bleibt der Narrenzunft aber wohl Ursula Komes. Die „Lerche aus dem Liesertal“ trällert seit Beginn der Kappensitzungen ihre fröhlichen Stimmungslieder.

Weitere Veranstaltungen der Wittlicher Narrenzunft: Samstag, 23. Februar, 20.11 Uhr: Kappensitzung, Samstag, 2. März, 20.11 Uhr: Kappensitzung (jeweils Jugendheim St. Bernhard), Sonntag, 3. März, 14.11 Uhr: Fastnachtsumzug.

 Die Mitwirkende: Moderation: Günter Eller, Elferrat, Die kleine Garde von der Schääl Saidt (Trainerin: Alexandra Merz), Die Peppels (Trainerin: Johanna Becker), Heike Hooghoff, Männerballett (Trainerin: Nathalie Vinzens), Karlchen von der Hasenmühle (Jürgen Vellen), Lerche aus dem Liesertal (Ursula Komes), Die große Garde von der Schääl Saidt (Trainerin: Alexandra Merz), Die Altstadtsänger (Texte: Rene Pschierer), Dä Klabautermann (Hermann Barzen), Schulmeisterin Konstanze Petry, Singende Elferrätschi (Klaus Stirn), Justus und Matthias Becker, Die Sinominas (Koordination: Clara Boor), Änen von da Poss (Marc Teusch).

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