Hitzewelle in der Region Trier: Dürre droht, Waldbrandgefahr steigt

Wetter : 36 Grad und wochenlang Sonne: Hitze hat die Region im Griff

Dachdecker und Bauarbeiter müssen ran, auch wenn es noch so heiß wird. Viele Schüler dürfen früher heim, und Bauern sorgen sich um die Ernte und ihre Tiere.

Abkühlung? Dafür muss man schon ins klimatisierte Büro oder ins Freibad gehen. Dieser Mittwoch dürfte in Trier mit 36 Grad Celsius der bisher heißeste Tag des Jahres werden, und die Hitzewelle geht weiter: TV-Wetterexperte Dominik Jung rechnet damit, dass die Temperaturen erst ab kommendem Dienstag unter die 30-Grad-Marke sinken. Regen ist so gut wie keiner in Sicht. Selbst das Risiko von Hitzegewittern ist gering. Bis zum 10. Juli sagt Jung für die Region Trier mehr als 15 Sonnenstunden täglich voraus bei sommerlichen 24 bis 27 Grad.

Das freut Urlauber und Wasserratten, es sorgt für volle Freibäder, Eisdielen und Terrassen und befeuert den Absatz von Ventilatoren, Grillkohle oder Sprudel (zumal viele Unternehmen gratis Mineralwasser bereitstellen). Anderen bereitet es jedoch extrem harte Tage und ernste Sorgen. Während viele Schüler früher heimfahren dürfen oder ihren Schultag im Schwimmbad verbringen, müssen Erwachsene trotz der Hitze schwere Arbeit verrichten. „Was willst du denn machen? Die Baustellen müssen fertig werden, und wir haben zu wenig Leute“, sagt Johann Kessler von Kessler Dachbau in Bitburg. Auf so einem Schieferdach werde es 80 Grad warm. Ein Spiegelei könne man da braten. Da helfe neben Handschuhen, Knieschonern und Hüten nur „trinken, trinken, trinken“.

Auch auf Baustellen rollen die Bagger weiter. „Wir müssen Fristen einhalten“, heißt es von der Firma Ehlenz in Konz. Die Arbeiter bekommen Kappen, Wasser, öfter mal Eis. Die Mitarbeiter der Straßenmeistereien haben laut Landesbetrieb Mobilität die Möglichkeit, früher mit der Arbeit anzufangen. Aktuell stehen wegen der Hitze zusätzliche Kontrollfahrten an. Insbesondere rund 30 Jahre alte Betonfahrbahnen, wie es sie auf der A 1 noch gibt, sind bei Hitze anfällig, weil sie dünner sind als moderne Beläge. Allerdings betont der LBM, dass es dank der Sanierung von Fugen oder neu eingebauter Asphaltstreifen keine direkte Gefährdung gebe.

Auch die Tiere leiden unter der Hitze. „Rinder lassen sich hängen, die Atemfrequenz steigt, die Trink­anlagen sind umrundet“, sagt Manfred Zelder, Chef des Bauern- und Winzerverbands Bernkastel-Wittlich. Deshalb sei es extrem wichtig, genügend Wasser bereitzustellen – und die Tiere nicht tagsüber, sondern nachts auf die Weide zu lassen. Sorgen bereiten Zelder der Weizen, der dringend Regen bräuchte, und der Futterbau. „Letztes Jahr konnten wir über die Runden kommen, weil wir von 2017 Reserven hatten.“ Doch die sind nun aufgebraucht. „Wenn die Trockenheit anhält, dann wird das noch kritischer als im Vorjahr“, fürchtet der Landwirt.

Mit der drohenden Dürre steigt auch die Waldbrandgefahr: Schon jetzt herrscht laut Deutschem Wetterdienst in weiten Teilen der Region eine „hohe Gefahr“ – bis Sonntag wird das im gesamten Rheinland-Pfalz so sein. „Auch die französischen Atomkraftwerke kommen teilweise aus der Puste“, sagt Jung. So müssen viele ihre Leistung drosseln oder gar herunterfahren, weil die Temperaturen der Flüsse, aus denen das Kühlwasser entnommen wird, steigen. Nicht nur ältere Menschen sollten aktuell gut auf sich achtgeben. Tipps:

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