1. Dossier

Fünf Gründe, am Sonntag zur Oberbürgermeisterwahl zu gehen

Fünf Gründe, am Sonntag zur Oberbürgermeisterwahl zu gehen

Trier wählt am Sonntag, 12. Oktober, einen neuen Oberbürgermeister – doch es steht zu befürchten, dass wieder nur ein kleiner Teil der 85.000 Wahlberechtigten seine Stimme abgeben wird. Dabei gibt es zwingende Gründe, wählen zu gehen.

Die Analyse von Mehrheiten und Prozentpunkten hat nur mathematischen Wert, wenn zwei Drittel aller Entscheider gar nicht zur Wahl gehen. Genau das ist in Trier geschehen. 32,7 Prozent der Wahlberechtigten nahmen vor zwei Wochen am ersten Durchgang zur Oberbürgermeisterwahl teil. Diese Minderheit schickte Hiltrud Zock (parteilos, unterstützt von der CDU) mit 45,8 Prozent und Wolfram Leibe (SPD) mit 36,3 Prozent in die Stichwahl. Doch es gibt Gründe, die Wahl nicht als bedeutungslos, sondern als sinnvolle Pflicht zu empfinden.

1) Politikverdrossenheit ist generell keine erstrebenswerte Geisteshaltung. Die Aussage "Ich allein kann doch nichts ändern und bewirken" ist grundfalsch. Auch wenige Stimmen können den entscheidenden Unterschied ausmachen..

2)Das Privileg der freien Wahl ist ein Vorrecht, das es in vielen Teilen der Welt nicht gibt. Daraus entsteht die Pflicht, dieses hart erkämpfte Privileg nicht einfach wegzuwerfen wie ein gebrauchtes Taschentuch, sondern tatsächlich zu nutzen.

3)Der Oberbürgermeister einer Stadt wie Trier ist keine austauschbare und politisch machtlose Marionette. Im Gegenteil: Er oder sie ist nicht nur Chef der Stadtverwaltung, sondern auch in Mainz und Berlin ein maßgeblicher Vertreter lokaler Interessen und Pläne und hat großen Einfluss.

4)Die eigene Stimme zeigt an, welche Richtung die Politik einschlagen soll, und prägt entscheidende Fragen des Alltags direkt vor der eigenen Haustür. Nur wer abstimmt, nimmt auch Anteil am Kurs seiner Stadt.

5)Die Demokratie funktioniert ohne Wähler nicht. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus, sagt das Grundgesetz im Artikel 20. Eine Verweigerung demokratischer Grundrechte bedeutet Fremdbestimmung - absolut inakzeptabel.