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Gegenkandidat nicht in Sicht

Gegenkandidat nicht in Sicht

Heide Pönnighaus tritt bei der Kommunalwahl am 7. Juni – diesmal für die CDU - erneut als Stadtbürgermeister-Kandidatin an. Die anderen im Stadtrat vertretenen Fraktionen werden keine eigenen Bewerber nominieren.

Die Wahl zum Stadtbürgermeister Traben-Trarbach wird voraussichtlich eine einseitige Partie. Die vom CDU-Stadtverband nominierte Amtsinhaberin hat bislang keinen Gegenkandidaten. Die Stadtratsfraktionen SPD, FDP und FWG werden keine eigene Kandidaten ins Rennen schicken.

Falls sich bis Montag, 27. April, 18 Uhr, niemand weiter um das Amt bewirbt, werden die Traben-Trarbacher bei der Kommunalwahl am 7. Juni lediglich für oder gegen Heide Pönnighaus abstimmen können. Während die FDP-Fraktion hinter der CDU-Kandidatur Pönnighaus' steht, sind SPD und FWG nach wie vor enttäuscht darüber, dass die vor vier Jahren als „unabhängige Einzelbewerberin“ angetretene Kandidatin nun für die CDU ins Rennen geht. SPD-Sprecher Hajo Weinmann: „Der Stachel sitzt immer noch tief. Er hat sich sogar verfestigt.“ Der Wind im Stadtrat sei, so Weinmann, seit der Entscheidung von Heide Pönnighaus, für die CDU anzutreten, kälter geworden. Auch sei die „Art und Weise“ wie die Stadtbürgermeisterin mit ihrem eigenen Personal umgehe inzwischen eher abweisend denn freundlich. Weinmann nennt Touristikchef Achim Nehrenberg, der sich als SPD-Kandidat für das Stadtbürgermeisteramt in Wittlich bewirbt und Stadtförster Joachim Clemens, der seit Jahren von der CDU-Fraktion größtenteils zu Unrecht kritisiert werde.

Trotz der Kritik an Heide Pönnighaus wird die SPD keinen eigenen Kandidaten nominieren. Weinmann: „In unseren Reihen ist niemand, der finanziell unabhängig ist. Das Amt ist ein Vollzeitjob. Von dem Stadtbürgermeister-Salär allein kann man nicht leben.“

Auch FWG-Sprecher Rudolf Brixius steht der CDU-Kandidatur von Heide Pönnighaus nach wie vor kritisch gegenüber. Noch sei nicht geklärt, wie sich die FWG im Wahlkampf verhalten werde. Er persönlich könne sich aber nicht vorstellen, dass die FWG Heide Pönnighaus unterstützen werde. Man werde alles versuchen, eine absolute Mehrheit der CDU im Stadtrat zu verhindern. Brixius: „Absolute Mehrheiten sind nie gut. Das hat die Vergangenheit gezeigt.“joa/ca


Meinung
Ohne Alternative
Winfried Simon
Eigentlich eine klare Sache – sollte man meinen. Die Amtsinhaberin stellt sich aller Wahrscheinlichkeit als einzige zur Wahl, außerdem hat sie die stärkste Partei im Rücken. Doch Heide Pönnighaus wird sich vor der Wahl mit dem Vorwurf auseinandersetzen müssen, sie habe sich von der CDU einfangen lassen und sei nun eine pflegeleichte Figur für die CDU-Stadtratsfraktion und VG-Chef Ulrich K. Weisgerber. SPD und FWG werden dies in den kommenden Wochen sicherlich ansprechen. Doch deren Kritik ist nicht ganz ehrlich, denn sie haben keine personelle Alternative zu bieten.

w.simon@volksfreund.de