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Gespitzte Ohren, gewählte Worte

Gespitzte Ohren, gewählte Worte

Moritz Petry (CDU) möchte in der Verwaltung der Verbandsgemeinde Irrel den Ton angeben. Um diesem Ziel näher zu kommen, geht er in diesen Tagen auf Stimmenfang - und hört sich an, was die Menschen zu sagen haben. Eine Suche nach Werten und Problemzonen.

Ferschweiler. "Ich sag' mal kurz Hallo." Und schon ist Moritz Petry wieder weg. Er geht zielstrebig auf jeden Einwohner zu, den er beim Ortsrundgang in Ferschweiler erblickt, stellt sich vor, plaudert. Er möchte wissen, wie es den Menschen geht, was sie bewegt - schließlich will der 33-jährige Christdemokrat ab dem nächsten Jahr in der Verbandsgemeinde (VG) Irrel als Bürgermeister das Sagen haben.

Jetzt hat er erst einmal Urlaub. Doch von Beinehochlegen keine Spur: Er nutzt die Zeit, um sich in allen 17 Orten der VG vorzustellen. So auch in Fersch weiler. Mit einigen Parteikollegen im Schlepptau macht er sich ein Bild davon, was die Gemeinde zu bieten hat. Leckere Wurst zum Beispiel, einmalig gutes Brot und liebevoll geführte Tante-Emma-Läden - auch "Nachrichtenzentralen" genannt. Von Station zu Station stellt Gemeinderatsmitglied Mathilde Michels Petry vor, und immer schwingt der Stolz in ihrer Stimme mit: "Das ist unser Kandidat".

Doch viele Geschäftsinhaber lassen schnell durchblicken, dass sie Probleme haben. Dass immer weniger Kunden bei ihnen einkaufen. Petry hört ihnen zu, mit Engelsgeduld, sucht nach tröstenden Worten. Politische Themen sprechen die wenigsten Menschen an, auf die er an diesem Nachmittag trifft. Wenn doch, geht es um Arbeitsplätze, um Tourismus und die Kommunalreform. Petry betont immer wieder: "Wählen Sie die, die Ihnen gefallen. Aber wählen Sie."

Der gebürtige Mainzer will beweisen, dass er sich in der VG auskennt und wohlfühlt. Zwar hat er vier Jahre in Holsthum, dem Heimatort seiner Frau gelebt, nun verbringt er allerdings die Wochentage in Frankfurt, wo er als Personalberater arbeitet.

Also erzählt er von seinem Besuch beim "Barbier" Müller, der Samstagsmorgens zum Männer-Treff wird, und freut sich über die Einladung von Marga Feilen, Chefin von "Margas Heißmangel" und Mitglied der Fastnachtsgruppe "Sektperlen": "Den Fetten Donnerstag müssen Sie sich reservieren, dann haben Sie bei uns einen großen Auftritt, wenn Sie die Wahl gewinnen. Und noch was Privates: Sagen Sie daheim Bescheid, die Wäsche ist fertig."

Eindeutig wird Petry herzlich in Ferschweiler empfangen - obwohl sein Konkurrent Rudolf Schmitt (SPD) dort Ortsbürgermeister ist.

Nur einer Dame wird der ganze Wahlkampf zu viel: "Ich habe den Briefkasten voller Flyer, das finde ich nicht gut. Vor der Wahl wollen sie alle was." Und Petry hört zu, mit Engelsgeduld.

Rudolf Schmitt oder Moritz Petry? SPD oder CDU? Lokales Urgestein oder Zugezogener? Das Duell um den Posten des Bürgermeisters in der Verbandsgemeinde Irrel wird spannend: Am Donnerstag, 28. Mai, 19.30 Uhr, können sich die Wähler beim Bürgermeister-Forum des TV ein Bild von den beiden Kandidaten machen. Moritz Petry (33, CDU) und Rudolf Schmitt (55, SPD) stellen sich in der Gemeindehalle Irrel den Fragen der beiden TV-Redakteurinnen Katharina Hammermann und Nina Ebner. Dabei haben auch die Zuhörer Gelegenheit, den beiden Kandidaten Fragen zu stellen.