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"Gestalten statt verwalten"

"Gestalten statt verwalten"

Einstimmig hat der Schweicher SPD-Ortsverein den 47-jährigen Achim Schmitt zum Kandidaten für die Stadtbürgermeisterwahl am 7. Juni nominiert. Kommunalpolitisch hat sich Schmitt bisher eher im Hintergrund gehalten, er kann aber fundiertes Verwaltungs-Fachwissen in den Ring werfen.

Schweich. Der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt und Meteorologe ist seit über sechs Jahren Mitglied der SPD und seit vier Jahren stellvertretender Schweicher SPD-Ortsvereinsvorsitzender. Für den Fall seiner Wahl zum Stadtbürgermeister soll die Parteizugehörigkeit aber eine eher untergeordnete Rolle spielen. "Ich möchte Bürgermeister der Bürger Schweichs werden und nicht der einer Partei oder Gruppierung. Und das Wort von der ,bürgernahen Verwaltung' soll dabei keine Floskel sein", sagt Schmitt.

Bei der Kommunalwahl 2004 stand er erstmals auf der Stadtratsliste und erreichte Platz 13. Zu wenig zwar für ein Mandat - doch die Arbeit des Rats hat Schmitt in den vergangenen vier Jahren stets als Zuschauer begleitet.

Aktiv griff er in dieser Zeit als Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses ins Geschehen ein. Auch die Unterschriftenaktion gegen die ursprünglich geplante Überbauung des Synagogen-Vorplatzes ging auf Schmitts Initiative zurück. Über sein politisches Engagement vergisst Schmitt aber seine Schachleidenschaft nicht, die den Präsidenten des Schachbunds Rheinland-Pfalz mit seinem FWG-Kontrahenten Otmar Rößler verbindet.

Und welche Schwerpunkte sieht Schmitt für den Fall seiner Wahl? Die Antwort leitet der Kandidat mit einem Rückblick auf die Arbeit seines möglichen Vorgängers Vitus Blang ein. "In seine Amtszeit fallen der Bau der Kreisel, die Ortsentlastungsstraße, Ganztagsschule und das riesige Baugebiet ,Ermesgraben'. Darin sehe ich Verpflichtung und Ansporn", erklärt Schmitt. Die kommenden Jahre würden besonders geprägt sein durch Schuldenabbau, Lösung der Verkehrsprobleme und durch die Fortsetzung begonnener Projekte wie etwa die Gestaltung des Bahnhofsumfelds. Außerdem wünscht sich Schmitt eine stärkere Information und Beteiligung der Bürger in die Entscheidungsfindungen nach dem Motto "Gestalten statt verwalten".

Extra

Achim Schmitt
ist ledig, kinderlos und lebt mit seiner Lebensgefährtin zusammen. Nach Mittlerer Reife, Ausbildung zum Geophysik-Beamten und Fernabitur erwarb er nach dreijährigem Studium an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung den Abschluss Diplom-Verwaltungsbetriebswirt/Meteorologe. Schmitt hat Berufspraxis als Verwaltungsbeamter und Meteorologe bei verschiedenen fliegenden Einheiten der Bundeswehr. Seit 2002 ist er am Amt für Geoinformationswesen Traben-Trarbach als Personalsachbearbeiter, als Meteorologe in der Flugwetter-Vorhersage und in der wissenschaftlichen Weiterentwicklung tätig. (f.k.)

Meinung


Von Friedhelm Knopp
Ende offen am 7. Juni

"Gestalten statt verwalten"
Foto: Friedhelm Knopp

Mit der Nominierung von Achim Schmitt setzt die SPD ähnlich der FWG auf einen relativ unbekannten Kandidaten, der jedoch über ein fundiertes Verwaltungs-Fachwissen verfügt. Darüber hinaus beweist Schmitt mit einem wissenschaftlichen zweiten Standbein in der Meteorologie seine Vielseitigkeit. Mit dem FWG-Kontrahenten verbindet ihn auch die Leidenschaft am Schachspiel. Doch nicht nur auf dem Spielbrett sind Achim Schmitt und Otmar Rößler Taktiker, die gegen den meist gradlinig marschierenden Johannes Heinz antreten. Der Ausgang der Wahl erscheint offen wie ein Scheunentor. f.knopp@volksfreund.de