1. Dossier

Jahresrückblick: Gladiators: Langweilig wurde es nie

Jahresrückblick : Gladiators: Langweilig wurde es nie

Basketball: Saisonabbruch, finanzielle Sorgen, neuer Coach, Geisterspiele: Das Jahr 2020 war für die Römerstrom Gladiators ein besonderes.

Aufgrund der Corona-Pandemie herrschte 2020 in den meisten Lebensbereichen vor allem eine Sache vor: Ruhe. Wie sollte es auch anders sein, fielen doch die meisten Veranstaltungen – auch im Sport – aus. Dass es jedoch auch anders geht, zeigte das Jahr der Römerstrom Gladiators Trier. Ein Rückblick auf Monate zwischen Playoffabsage, Spendenaktion, Trainerwechsel und Geisterspiel-Saison.

Am 8. März 2020 besiegten die Rönerstrom Gladiators Trier die Nürnberg Falcons mit 89:75. Die Moselaner standen damit als Tabellensechster auf einem Playoffplatz. Problem: Diese Playoffs wurden abgesagt – und damit endete auch die Saison der Gladiators. Schade um die ausfallenden Spiele, finanziell sehr belastend für den Verein. „Es herrscht Chaos ohne Ende – wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagte der Geschäftsführer Achim Schmitz damals auf TV-Nachfrage. Weiter sagte er aber auch: „Mal unabhängig davon, wie und ob es überhaupt weitergeht in der Liga – ganz klar: Für uns ist das existenzbedrohend.“

Weiter ging es zumindest auf dem Platz nicht – was für den Verein Einnahmeausfälle von um die 300 000 Euro bedeutete. Die Existenz des Vereins stand auf der Kippe.

Abhilfe schaffen sollte eine Fanaktion unter dem Slogan #standasone30. Fans konnten virtuelle Tickets kaufen um den Verein zu retten. Besondere Aufmerksamkeit erlangte diese Aktion auch durch ein Video-Talkformat des Hallensprechers Chris Schmidt, der verschiedene – nicht nur basketballbezogene – Gäste aus der Region interviewte und zum Spenden aufrief. Mit Erfolg, denn am Ende wurden 130 000 Euro gesammelt, die Lizenzunterlagen für die neue Saison konnten eingereicht werden. Die Römerstrom Gladiators waren gerettet.

Die Planung für die neue Saison konnte also beginnen. Und sie starteten mit einem Paukenschlag: Marco van den Berg, der schon von 2015 bis 2018 Coach der Moselaner war, ersetzte Christian Held an der Seitenlinie. „Mein Ziel ist es, dass die Gladiators auf lange Sicht wieder mit den Top-Teams in Deutschland mithalten können“, sagte der Niederländer zum Start in sein zweites Engagement – und machte sich an die Gestaltung des Kaders für die neue Saison in der 2. Basketball-Bundesliga. Den Verein verließen neben dem Kapitän Simon Schmitz und Topscorer Jordan Geist unter anderem auch Till Gloger und Kyle Dranginis. Neu dazu kamen eine Mischung aus Altbekannten wie Robert Nortmann und talentierten Spielern wie Dan Monteroso oder Brody Clarke.

Doch Letzterer verletzte sich schon vor Saisonstart schwer und flog zurück in seine Heimat Kanada, um sich behandeln zu lassen – es begann eine Misere auf der Position des Power Forwards. Neuzugang Kyle Steigenga floppte und wurde gleich wieder entlassen. Sein Nachfolger Jonathan Dubas spielte zwar gut, verletzte sich aber schwer. Ebenso wie Leader Jermaine Bucknor.

Dennoch: Die Saison startete – wenn auch unter einem strengen Hygienekonzept und ohne Zuschauer. Zwar fiel das erste Saisonspiel gegen Heidelberg direkt mal aufgrund der Quarantäne des Gegners ins Wasser, doch die erste gespielte Partie gegen die Artland Dragons konnte gewonnen werden. Es folgte die Hiobsbotschaft: Aufgrund von Corona-Fällen im Team mussten die Gladiators für zwei Wochen in Quarantäne. Spiele fielen aus, Fitness ging verloren. Nach der Zwangspause taten sich die Gladiators immer wieder schwer, in ihren Rhythmus zu finden. Besonders der Ausfall von Jermaine Bucknor, der zunächst mit seiner Corona-Erkrankung und dann einer Hüftverletzung zu kämpfen hatte, schmerzte. Dazu kam: Die Gladiators mussten viele Spiele nachholen, was in einem Mammutprogramm von 6 Spielen in 17 Tagen uferte.

Am Ende steht – vor der letzten Gladiators-Partie am 30. Dezember gegen Schwenningen – eine Bilanz von vier Siegen und fünf Niederlagen in der Saison. Das bedeutet aktuell Tabellenplatz neun.

Man kann vieles über das Gladiators-Jahr sagen. Langweilig war es jedenfalls nicht.