Harte Fakten und ein Schweich-Quiz

Harte Fakten und ein Schweich-Quiz

Ingeborg Sahler-Fesel (SPD), Otmar Rößler (FWG) und Hans-Georg Becker (CDU) buhlen um den Posten des ehrenamtlichen Stadtbürgermeisters von Schweich. Die TV-Redakteure Albert Follmann und Harald Jansen entlockten den drei Kandidaten vor 200 Politikinteressierten beim Volksfreund-Forum im Schweicher Bürgerzentrum auf unterhaltsame Art und Weise harte Fakten.

Schweich. "Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: ´Wenn ich nach meiner Wahl zum ersten Mal das Bürgermeisterbüro betrete, werde ich…", forderte TV-Redakteur Albert Follmann die drei Kandidaten auf. Amtsinhaber Otmar Rößler (60) komplettierte: "…endlich schöne Bilder aufhängen." Hans-Georg Becker (63) möchte sich erst einmal darüber informieren, "was da liegt" und Ingeborg Sahler-Fesel (58) würde "ein Familienfoto aufstellen". Wer am Ende den ehrenamtlichen Posten erhalten wird, entscheiden die Wähler am 25. Mai.Kommunalwahl 2014


Während des TV-Forums nutzten rund 200 Schweicher Bürger die Gelegenheit, um die drei Bewerber genauer unter die Lupe nehmen zu können. Das Forum startete mit drei flammenden Reden, in denen sich die Kandidaten kurz vorstellten. Danach fühlten die Moderatoren Follmann und Jansen sowie das Publikum den Bewerbern auf den Zahn. Eine Auswahl an Fragen zur Stadtpolitik:

"Wie denken Sie, die Bürger in Entscheidungsprozesse einzubinden?", fragte Stefan Henn (Stadtratsmitglied, SPD). "Für mich sind Einwohnerfragestunden wichtig. Daran können auch unter 18-Jährige teilnehmen", sagte Sahler-Fesel. Und zu bestimmten Themen müsse es Einwohnerversammlungen geben. Pro Einwohnerbeteiligung ist auch Becker: "Wenn ich ein Forum bei Entscheidungen einberufe, habe ich das Konfliktpotenzial gesenkt", sagte er. Dies sei immer sein Ziel. "Bürger zu beteiligen, ist keine große Neuerung", meinte Rößler. 15 Bürgerversammlungen habe es bisher während seiner Amtszeit in den vergangenen fünf Jahren in Schweich gegeben. Es sei selbstverständlich, bei allen wichtigen Themen die Bürger zu hören und zu fragen.
Jugendpfleger Dirk Marmann wollte wissen, wie die Kandidaten konkret zu einem neuen Jugendzentrum, zu dem es bereits Konzepte gibt, stehen. Alle Bewerber wollen zeitnahe Lösungen forcieren. TV-Redakteur Harald Jansen hakte nach:

"Also Sie suchen direkt nach der Sommerpause das Gespräch mit den Jugendlichen?" Sahler-Fesel: "Völlig klar." Rößler: "Also, ich bin da." Becker: "Ist schon passiert" (Anmerkung: Alle drei Kandidaten hatten gemeinsam das Gespräch mit den Jugendlichen im jetzigen Offenen Treff gesucht). Weitere Themen reichten von der Verkehrsproblematik über die Zukunft von Sportanlagen bis hin zur Sanierung von Alt-Schweich, dem Bauen in zweiter Reihe oder zur Meulenwaldautobahn sowie zur Windkraft.
Feine Spitzen: Die drei Kandidaten gingen sehr fair miteinander um, sie lieferten einen sanften Wahlkampf. Nur hin und wieder fielen feine Spitzen: "Wir müssen endlich mal zu Potte kommen", sagte Ingeborg Sahler-Fesel. Es bestünden "die gleichen Probleme wie vor fünf Jahren", bemerkte die Landtagsabgeordnete in Richtung Otmar Rößler. Rößler verwies darauf, dass Schweich boome. Hans-Georg Becker warb damit, dass er als Ruheständler - er war Geschäftsführer eines Trierer Krankenhauses - nun mehr Zeit habe. Auch Abgeordnete Sahler-Fesel sieht sich zeitlich fürs Stadtbürgermeisteramt gewappnet. "Ich bin nur dienstags bis donnerstags im Mainzer Landtag und schlafe jeden Abend zu Hause in Issel."

Wer kennt Schweich am besten? Alle drei Kandidaten konnten die meisten der sieben Fragen beim TV-Stadtquiz beantworten. Nur bei Frage 5 "Wie viele Einwohner hatte die Stadt Schweich bei der Stadtwerdung 1984?", lag Ingeborg Sahler-Fesel mit 7000 stark daneben. Die richtige Antwort: rund 5500.

Wenn Schweich im Jahr 2020 immer noch kein Mittelzentrum ist, werde ich …? Auch das wollten die TV-Redakteure von den Kandidaten wissen: Rößler: "…werde ich verzweifeln." Sahler-Fesel: "…kandidiere ich 2021 nicht mehr für den Landtag." Becker: "…werde ich weiter dranbleiben." Nicht Mittelzentrum zu sein, schränke beispielsweise die Lebensfreude der Schweicher nicht ein.
Wermutstropfen war an diesem Abend die Akustik im Bürgerzentrum. Je nach Sitzposition konnten Besucher die Redebeiträge nur mit Mühe verfolgen. Die Mikrofonanlage war nicht optimal abgestimmt.Extra

Gut gefüllt sind die Zuschauerreihen beim TV-Forum im neuen Schweicher Bürgersaal. Hin und wieder gibt es spontanen Beifall für Äußerungen der Stadtbürgermeister-Kandidaten. TV-Fotos: Friedemann Vetter (2)/ Katja Bernardy (3).

Hat das Forum dabei geholfen, am 25. Mai die richtige Wahl zu treffen? Karl-Heinz Feye (60), SPD: "Das Forum bot den Bürgern die Möglichkeit, Themen, die ihnen auf den Nägeln brennen, zu benennen. In den Antworten der Kandidaten traten die Unterschiede gut zu Tage." Anke Krämer-Gorges (44), FWG: "Gut, dass viele Schweicher Bürger hier Fragen gestellt haben und die Kandidaten so Farbe bekennen mussten. Das trägt sicher zur Entscheidungsfindung bei." Renate Kanzler (52), CDU: "Alle Infos, die ich hier heute Abend über die drei Kandidaten bekommen habe, waren mir bereits bekannt. Es war für mich gar nichts Neues dabei." kat