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Hermeskeil steht vor politisch heißem Sonntag

Hermeskeil steht vor politisch heißem Sonntag

4583 wahlberechtigte Hermeskeiler haben es am Pfingstsonntag in der Hand. Mit ihrer Stimme entscheiden sie am 8. Juni darüber, wer bis 2019 den Posten des Stadtbürgermeisters übernimmt. Bei der Stichwahl treten Amtsinhaber Udo Moser (BFB) und Mathias Queck von der CDU gegeneinander an. Einer der Kandidaten sieht sich als klarer Favorit. Der andere sagt: "Auf das Endergebnis kommt es an."

Hermeskeil. Die Bürger der Hochwaldstadt dürfen sich gleich in doppelter Hinsicht auf einen heißen Pfingstsonntag einstellen. Zum einen haben die Meteorologen am 8. Juni hochsommerliche Temperaturen angekündigt. Zum anderen steht an diesem Termin die Stichwahl um den Stadtbürgermeisterposten an. Es fällt die mit großer Spannung erwartete Entscheidung, wer in den nächsten fünf Jahren in Hermeskeil regiert.
Kommunalwahl 2014


Die personelle Konstellation: Der eine Kandidat, Udo Moser, ist von Beruf Immobilienwirt, 62 Jahre alt, Chef der parteiunabhängigen Gruppe "Bürger für Bürger" (BFB) und hat das Amt des Stadtchefs seit 2009 inne.
Der andere Bewerber, Mathias Queck, ist seit 2007 Notar in Hermeskeil, tritt für die CDU an und ist 44 Jahre alt.
Kurzum: Das Stichwahl-Duell am Sonntag bestreiten Udo Moser und Mathias Queck.
Die Ausgangslage: Nach dem ersten Wahlgang, bei dem Paul Gemmel von der SPD ausschied, geht Queck mit einem Vorsprung in die zweite, alles entscheidende Runde. Am 25. Mai erhielt der CDU-Mann 43,2 Prozent der insgesamt 2438 abgegebenen Stimmen (Wahlbeteiligung: 53,2 Prozent). 1033 Hermeskeiler votierten für Queck.
Moser landete bei 31,5 Prozent und erhielt 754 Stimmen. Der BFB-Bewerber müsste also einen Rückstand von 11,7 Prozentpunkten beziehungsweise 279 Stimmen aufholen.
Zum Vergleich: 2009 überholte Moser in der Stichwahl schon einmal einen bis dahin führenden CDU-Kandidaten. Damals hatte Bernd Mende allerdings nur einen Vorsprung von 2,8 Prozentpunkten beziehungsweise 71 Stimmen.
Das sagt Queck: Für den CDU-Kandidaten lässt sich die aktuelle Ausgangslage nicht mit der von 2009 vergleichen. Deshalb betont Queck im Hinblick auf die Stichwahl: "Ganz klar. Ich sehe mich eindeutig als Favorit. Alles andere wäre ja tiefgestapelt. Wenn es am Sonntag nicht klappen sollte, wäre das eine große Enttäuschung." Gegenüber seinem Kontrahenten sieht der 44-Jährige mehrere Vorteile auf seiner Seite. So reklamiert der CDU-Kandidat für sich, dass er von vorneherein für größere Abstände von Windrädern zu Wohnhäusern war. "Ich stehe also auch hinter dem Votum der Einwohnerumfrage vom 25. Mai." Zum anderen gehe seine Partei gestärkt und mit einem zusätzlichen Mandat (nun neun Sitze) aus den Wahlen zum Stadtrat hervor. Mosers BFB habe hingegen nur noch drei Sitze und "damit nur knapp Fraktionsstatus. Für mich würde es künftig einfacher sein, überzeugende Mehrheiten im Rat zu organisieren", sagt Queck.
Das sagt Udo Moser: Dass sich sein CDU-Kontrahent sehr siegessicher gibt, beantwortet der Amtsinhaber so: "Für mich geht es nicht darum, wer sich im Vorfeld der Stichwahl in der Favoritenrolle sieht. Es geht um das Endergebnis." Für Moser werden in der zweiten Runde "die Karten wieder neu gemischt". Die Chancen stehen nach seiner Auffassung bei "50:50". Der BFB-Mann betont weiter: "Die Hermeskeiler müssen entscheiden, welchen Bürgermeister sie wollen. Wollen sie jemanden, der das Amt ausfüllen wird und sich dafür Zeit nimmt, oder wollen sie jemanden, der das Amt nur verwaltet und für sich arbeiten lässt." Mit dieser Aussage spielt Moser - der selbst bald in Pension geht - darauf an, dass Queck weiter Notar bleiben will und angekündigt hat, mehr Aufgaben an die Beigeordneten zu delegieren. Unabhängig von der Haltung des Hermeskeiler SPD-Ortverbands (siehe Extra) betont Moser, dass er auf den Zuspruch der SPD-Wähler hofft und sich "um sie bemüht." Denn er stehe dieser Wählerklientel näher als der CDU-Kandidat.
Ergebnisse live erleben: Im großen Sitzungssaal des Hermeskeiler Rathauses werden die Ergebnisse, die in den sechs Stimmbezirken ausgezählt werden, ab 18.15 Uhr live präsentiert. Werner Haubrich, Büroleiter der Verbandsgemeinde-Verwaltung, geht davon aus, dass das Endresultat bereits zwischen 18.45 Uhr und 19 Uhr vorliegt.

Extra

Von ihren eigenen Leuten werden CDU-Kandidat Queck und BFB-Mann Moser selbstverständlich unterstützt. Doch wie sieht es mit den anderen vier politischen Kräften aus, die künftig im Stadtrat vertreten sind? Der TV hat nachgefragt: Die SPD wird nach Auskunft von Paul Gemmel "keinen Kandidaten unterstützen." Diese neutrale Haltung ist jedoch auch eine Aussage. Denn sie unterscheidet sich vom Verhalten der SPD im Jahr 2009. Damals hatten die Genossen vor der Stichwahl offen ein Votum für Moser - der selbst früher der SPD angehörte - empfohlen. Laut Gemmel sei weder die BFB noch die CDU offiziell an die SPD herangetreten, damit die Genossen - sie haben im neuen Stadtrat sechs Mandate - einen der Kandidaten unterstützen. "Ich kann das in beiden Fällen auch verstehen", sagt Gemmel. Die CDU sehe sich "zu Recht in einer starken Position und will die Stichwahl wohl aus eigener Kraft gewinnen." Bei Moser sei es so, dass er gerade wegen der Windkraft-Diskussion die SPD-Fraktion in den zurückliegenden Wochen stark kritisiert hatte. Damit habe sich dann auch seitens der BFB "eigentlich jede Anfrage erübrigt", so Gemmel. Sowohl FWG (zwei Sitze im Stadtrat) als auch Linke (ein Sitz) haben sich intern zwar beraten, ob sie eine Empfehlung für einen der beiden Kandidaten aussprechen. Beide Gruppen sind aber laut Berthold Grenz (FWG) und Klaus Peter Breuer (Linke) zu dem Schluss gekommen, dass sie keinen Bewerber offiziell unterstützen werden. Bei Ottmar Muno, Einzelkämpfer der Piraten im neuen Stadtrat, ist das anders. Der Mitbegründer der BFB hat schon lange mit seinen früheren Mitstreitern gebrochen. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass er auf den Flugblättern, die er vor allem in seinem Heimatstadtteil Höfchen verteilt hat, offen eine Empfehlung für den CDU-Kandidaten ausspricht. "In den vergangenen fünf Jahren gab es im Stadtrat viel Streit und keine Harmonie. Ich denke, dass dies mit Queck wieder besser werden kann", sagt Muno auf TV-Anfrage. ax