1. Dossier

Jahresrückblick: In Eintracht für die Eintracht

Jahresrückblick : In Eintracht für die Eintracht

Der Trierer Fußball-Oberligist kann sich in der Corona-Krise bislang auf sein Umfeld verlassen.

Auf den ersten Blick klingt es widersprüchlich: Eintracht Trier hat im Kalenderjahr 2020 kein Spiel verloren – und spielt dennoch weiterhin in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.

In der Saison 2019/2020 wähnte sich der SVE auf gutem Weg, Spitzenreiter TSV Schott Mainz noch abzufangen. Nach der Winterpause und einem absolvierten Spiel in Dudenhofen (1:1) betrug der Abstand fünf Punkte – bei einem Spiel Rückstand.

Dann kam der erste coronabedingte Lockdown – und mit ihm der Saisonabbruch. Mainz wurde als Meister und Aufsteiger festgelegt – nicht wenige beim SVE quittierten die Entscheidung mit einem Naserümpfen.

Auf ein Neues also in der Saison 2020/21. Der Kader wurde lediglich punktuell verändert. Für kurzzeitiges Aufsehen sorgte der Abgang von Milad Salem einen Tag vor dem Trainingsauftakt. Es ging um Geld. Über die Hintergründe eines angedachten Gehaltsverzichts wegen der Corona-Krise gehen die Ansichten von Akteur und Verein auseinander. Als Volltreffer unter den Neuzugängen hat sich direkt der Niederländer Henk van Schaik erwiesen, der in der Defensive vielseitig verwendbar ist. Zudem eröffnet die Rückkehr des ehemaligen SVE-Jugendspielers Amodou Ab­dullei neue Optionen im Angriff.

Trier steckte die Corona-Pause bravourös weg und war direkt auf Betriebstemperatur. Acht Spiele, sieben Siege, ein Remis, sechs Spiele ohne Gegentor, insgesamt nur zwei Gegentreffer – bis zur nächsten Corona-Unterbrechung sauste der SVE durch die Saison und setzte sich auf Platz eins der Oberliga-Nordstaffel fest.

Das sportliche Ziel Aufstieg bleibt fest im Blick, und im Rheinlandpokal mischt Trier auch noch mit.

Mehr Sorgen bereitet die Finanzkraft des Vereins, dem coronabedingt nicht unerhebliche Einnahmen wegbrechen. Bislang ist der Club dank mehrerer Unterstützungs-Maßnahmen unter anderem aus der Fanszene sowie des Entgegenkommens von Sponsoren und Dauerkarteninhabern gut durch die Krise gekommen. Überhaupt: In den schweren Zeiten ist die Anhängerschaft enger zusammengerückt. Die heterogenen Gruppen geben derzeit ein einheitliches Bild ab – vereint im Ziel, ihren geliebten SVE nicht hängen zu lassen.