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Josef Junk beflügelt die SPD - Genossen legen in VG Bitburger Land deutlich zu

Josef Junk beflügelt die SPD - Genossen legen in VG Bitburger Land deutlich zu

Während die FWG ihre Niederlage analysiert, sind alle anderen Fraktionen des neuen Verbandsgemeinderats Bitburger Land zufrieden mit dem Wahlergebnis. Dort könnte eine Koalition aus SPD, FWG und den Grünen künftig den Ton angeben.

9130 Stimmen hat er bekommen. Josef Junk (SPD) ist nicht nur der strahlende Sieger der Bürgermeisterwahl im Bitburger Land. Der künftige Chef der "größten Verbandsgemeinde (VG) der Welt" ist unter den 239 Bewerbern für den VG-Rat auch derjenige, der die meisten Kreuzchen bekommen hat. Dementsprechend glücklich klingt Junk nach einer Nacht, in der viel gefeiert wurde. Mit der Zusammensetzung des neuen, nun 36 Sitze starken VG-Rats ist er sehr zufrieden. "Ich glaube, dass wir gut zusammenarbeiten werden", sagt Junk.

Mit Ausnahme der FWG sind auch die Fraktionen guten Mutes. Die CDU hat leicht zugelegt und wird mit 15 Sitzen erneut stärkste Fraktion. "Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden", sagt Thomas Etteldorf. Von einer Rückkehr zur absoluten Mehrheit ist man allerdings weit entfernt. Auch eine Koalition mit der FDP würde den Schwarzen noch lange keine Mehrheit bringen. Hat doch nur eine einzige FDP-Kandidatin - Eva Gräfin von Westerholt - den Sprung ins Gremium geschafft. Sie freut sich auf eine sachlich-faire Zusammenarbeit im Rat.

Sollten die Ratsmitglieder sich nicht einig werden, dann könnte eine Koalition aus SPD (zwölf Sitze), FWG (fünf Sitze) und Grünen (drei Sitze) bestimmen, wo es lang geht. "Wir wollen gemeinsam eine Alternative links neben der CDU bieten", sagt Hans-Jürgen Holbach (SPD). Wie gut die SPD bei diesen Wahlen abgeschnitten hat, zeigt vor allem der Blick Richtung VG Kyllburg: Im Vergleich zum Ergebnis von 2009 konnten die vereinten Genossen satte elf Prozentpunkte zulegen. Die Grünen hatten sich einen Sitz mehr gewünscht, bekommen ihn auch und sind froh.

Die FWG jedoch muss Wunden lecken. "Das ist niederschmetternd", sagt Klaus Schnarrbach. Er sei Realist und habe damit gerechnet, dass die FWG ohne das Zugpferd Joachim Streit "wieder auf den normalen Sockel runterkommt". Aber dass die Verluste so hoch sein würden… Trotzdem sind die Freien mit ihren fünf Sitzen ein Partner, ohne den die anderen nicht weiterkommen.

Ein paar Charakteristika der Wahl offenbart der Blick in die Tabellen: Je größer die Nähe zum Spitzenkandidaten, desto mehr Stimmen bekommt seine Partei. Idenheim gibt Junks SPD fast 59 Prozent, im benachbarten Dahlem gibt es immer noch 52,5. Metterich würdigt seinen Rainer Wirtz (CDU) mit 52,8 Prozent und Ulrike Höfkens Heimatort Ingendorf gibt den Grünen 27 Prozent der Stimmen. Die Freien sind in Oberkail, Meckel, Halsdorf, und Badem stark. Die FDP in Hamm.

Auffallend rot ist mal wieder Bettingen. Auffallend schwarz haben viele Orte der VG Kyllburg gewählt, darunter Kyllburg, Etteldorf, Orsfeld oder Gransdorf.

Mitglieder des neuen VG-Rats (absteigend geordnet nach der Zahl der Stimmen):
CDU: Rainer Wirtz, Thomas Etteldorf, Bernhard Klein, Matthias Francois, Leo Hülpes, Peter Schwickerath, Anja Esch, Herbert Mohnen, Christof Dillenburg, Udo Brück, Hermann Schilz, Martha Scholtes, Arnold Kootz, Josef Eppers, Rudolf Hau.
SPD: Josef Junk, Nico Steinbach, Monika Fink, Gerd Zillien, Bernd Spindler, Hans-Jürgen Holbach, Josef Wallscheid, Dieter Lichter, Wolfgang Schnarrbach, Reinhard Becker, Olaf Böhmer, Daniela Harvey-Blum.
FWG: Klaus Schnarrbach, Johannes Junk, Edgar Peter Comes, Edeltrud Hilden, Reinhard Meyer. Bündnis90/Die Grünen: Ralf Mayeres, Carsten Lenz, Manfred Schwickerath.
FDP: Eva Gräfin von Westerholt.

Hier gibt es alle Ergebnisse zur Kommunalwahl 2014.

Meinung

Köpfe bestimmen die Wahl
Im Bitburger Land wird deutlich, wie stark diese Wahl von einzelnen Personen bestimmt wird. Josef Junk ist Zugpferd der SPD. 33,5 Prozent sind ein beachtliches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass es in der VG Kyllburg zuletzt nur 22 Prozent gab. Das kleine Plus der CDU dürfte sowohl dem Spitzenkandidaten geschuldet sein als auch dem intensiven Wahlkampf. Der FWG fehlt Joachim Streit. Nur die Grünen erreichen ihr Ziel auch ohne Personenwahlkampf. k.hammermann@volksfreund.de