1. Dossier

Jürgen Dixius punktet in der Stadt

Jürgen Dixius punktet in der Stadt

Die detaillierte Analyse der Bürgermeisterwahlen in der Verbandsgemeinde Saarburg verspricht viel Diskussionsstoff. Bis zum gestrigen Redaktionsschluss ist unklar, ob die Wahlen angefochten werden. Der Wahlausschuss hat in seiner Sitzung bestätigt, dass Jürgen Dixius die Wahlen im ersten Durchgang mit 53,1 Prozent gewonnen hat.

Saarburg. Die Wahlen für den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg wurden in den fünf Stimmbezirken der Stadt entschieden. Hier kann Jürgen Dixius insgesamt 2447 Stimmen für sich gewinnen; das entspricht in der Stadt einem Anteil von 65,5 Prozent der Wählerstimmen und 36,4 Prozent aller Stimmen, die auf den Stadtbürgermeister entfallen.Bürgermeisterwahlen VG Saarburg


Die beiden Gegenkandidaten Frank Gerardy (SPD) und Mario Wolter (FWG) können in der gesamten Verbandsgemeinde Saarburg jeweils nur etwas mehr Stimmen (Gerardy: 2570; Wolter: 2607) auf sich vereinen, als Jürgen Dixius allein in der Stadt bekommt. Matthias Pinnel von den Grünen kommt in der gesamten Verbandsgemeinde auf 751 Stimmen.
Ein Blick auf die 17 Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde verrät, dass Dixius in 15 Orten die meisten Stimmen bekommen hat. Ausnahmen sind hier die Orte Irsch, wo Wolter auf 51,5 Prozent (Dixius: 34,1 Prozent) kommt, und Freudenburg. In der Stadt am Fuß des Eiderbergs macht Gerardy mit 48,7 Prozent (Dixius: 29,6 Prozent) das Rennen.
Die meisten Stimmen (152) erobert Pinnel in seinem Heimatort Wincheringen (17 Prozent). Prozentual betrachtet hat er aber mehr Stimmen in Taben-Rodt auf sich vereint (19,7 Prozent).75 Prozent für Dixius in Fisch


Den höchsten Stimmenanteil erreicht Dixius in Fisch. Dort votieren genau 75 Prozent der Wahlberechtigten für den Saarburger Stadtchef. Auch in Mannebach entscheidet er am Ende mit 74,6 Prozent die Wahl klar für sich. Am schlechtesten schneidet der Stadtchef mit 29,6 Prozent im roten Freudenburg ab. Auch in Irsch, Kastel-Staadt, Kirf, Palzem, Taben-Rodt und Wincheringen bleibt der CDU-Kandidat zum Teil deutlich unter 50 Prozent.
Prozentual die wenigsten Stimmen bekommt Gerardy in Irsch (10,6 Prozent) und Fisch (10,8 Prozent); Wolter kommt in Fisch auf 7,1 Prozent und in Mannebach auf 8,1 Prozent. Pinnel schneidet am schlechtesten in Ockfen (3,3 Prozent) und in Kastel-Staadt (3,4 Prozent) ab.
Die Zahlen lassen den Schluss zu, dass das von den drei Herausforderern favorisierte Thema einer von ihnen abgelehnten Personalunion von Stadt- und VG-Bürgermeister letztlich nicht wahlentscheidend war. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass die Wähler die Arbeit des bisherigen Chefs in der Verbandsgemeinde honoriert haben und sich von dem Kandidaten Dixius Kontinuität versprechen.Vertrauensvolle Kooperation


Leo Lauer, Verbandsgemeinde-Bürgermeister und Wahlleiter, mag den Ausgang der Bürgermeisterwahlen nicht kommentieren. Er ist sich aber sicher, dass Dixius, der ab 1. Januar 2014 sein Nachfolger sein wird, das Bürgermeisteramt gut vorbereitet übernehmen kann. "Ich habe schon in der Vergangenheit mit meinem ersten Beigeordneten gut und eng kooperiert", sagt Lauer auf TV-Nachfrage. Bereits in der Vergangenheit hätten beide vertrauensvoll zusammengearbeitet. "Beim Aufstellen des Haushalts für die Verbandsgemeinde und bei aktuellen Themen werden wir uns selbstverständlich abstimmen, so dass es zu einem reibungslosen Übergang an der Spitze der Verbandsgemeinde kommt."
Bereits nach der Wahl hatte Matthias Pinnel angekündigt, dass er die Wahl eventuell juristisch überprüfen lassen wolle (siehe Extra). Von den zwei weiteren Wahlverlierern Gerardy und Wolter lag bis zum gestrigen Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu dieser Frage vor.
Der Wahlausschuss der Verbandsgemeinde Saarburg hat in seiner gestrigen Sitzung den Wahlsieg von Stadtbürgermeister Jürgen Dixius mit dem Ergebnis von 53,1 Prozent im ersten Wahlgang bestätigt.Extra

 Wahlverlierer Mario Wolter (links) beobachtet am Wahlabend im Rathaus der Verbandsgemeinde kritisch die einlaufenden Ergebnisse. TV-Foto: Alexander Schumitz
Wahlverlierer Mario Wolter (links) beobachtet am Wahlabend im Rathaus der Verbandsgemeinde kritisch die einlaufenden Ergebnisse. TV-Foto: Alexander Schumitz

Bei den Bürgermeisterwahlen in Boppard konnte der SPD-Kandidat Walter Bersch im ersten Wahlgang am Sonntag nicht die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen. Die verfehlte er am Ende des Wahlabends um 0,9 Prozentpunkte beziehungsweise um 70 Stimmen. Bersch muss in zwei Wochen in der Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Wolfgang Spitz antreten. Die Wiederholung der Wahl war notwendig, weil das Verwaltungsgericht Koblenz im Juli die frühere Wahl Berschs zum Stadtbürgermeister annulliert hat. Der Grund dafür war, dass mehrere Ortsvorsteher in dieser Funktion im Vorfeld der angefochtenen Wahl auf einem Flugblatt darum geworben hatten, Bersch zum Bürgermeister zu wählen. Diese Praxis hielten die Koblenzer für verfassungswidrig, weshalb die Wahl jetzt wiederholt werden musste. itz