1. Dossier

Klarer Sieg für Jürgen Dixius

Klarer Sieg für Jürgen Dixius

82,2 Prozent der Saarburger Wähler stimmen für Jürgen Dixius als Stadtbürgermeister. Er wird also auch die kommenden fünf Jahre die Amtskette der Stadt tragen. Sorgen macht er sich aber über die Wahlbeteiligung, die unter 50 Prozent lag.

Saarburg. Rudolf Klein, Büroleiter des Verbandsgemeindebürgermeisters, schaut kritisch auf den Monitor. Dort steht, dass sein Chef Jürgen Dixius, der auch wieder Stadtbürgermeister werden will, 100 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt hat. Ganz so viele Wähler der Stadt haben dann aber doch nicht für ihn votiert. Die Erklärung für die 100 Prozent Zustimmung ist ein Programmierfehler. Die Neinstimmen zu seiner Wiederwahl wurden den ungültigen Stimmen zugeschlagen und bei der Bildung des Resultats nicht berücksichtigt.
Der EDV-Fehler wird schnell von den Informatikern der Verwaltung berichtigt. Tatsächlich hat Jürgen Dixius am Ende des Wahlsonntags insgesamt 82,2 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Im Vergleich zu den Wahlen 2009 sind das etwa sechs Prozentpunkte weniger.
"Das Ergebnis ist immer noch klar", sagt der Stadtbürgermeister. "Für mich ist das ein klarer Auftrag der Wähler, die begonnene Arbeit weiterzuführen und gemeinsam mit dem Stadtrat die angelaufenen Projekte fortzuführen."
Trotz dieses eindeutigen Wahlergebnisses ist der Stadtbürgmeister nicht ganz zufrieden. "Was mir Sorgen bereitet, ist die Wahlbeteiligung", sagt Dixius. Die lag bei bei- den Bürgemeisterwahlen bei 48,8 Prozent.
Das beste Ergebnis erreicht Dixius im Stadtteil Niederleuken. Dort stimmen 87,8 Prozent der Wähler für ihn. Sein schlechtestes Ergebnis erzielt er im Stadtteil Beu rig, im Bereich nördlich der Hauptstraße, mit 75,8 Prozent; im Bereich südlich der Hauptstraße kommt er auf 81,7 Prozent und im Stimmbezirk Grundschule St. Marien auf 81,7 Prozent.
In den drei Stimmbezirken der Innenstadt votieren 84,8 Prozent (Stadthalle I), 81,1 Prozent (Stadthalle II) und 82,9 Prozent (Krankenhaus) für den Stadtbürgermeister. Im Stadtteil Krutweiler kommt er auf 84,4 Prozent und in Kahren auf 83 Prozent.
Obwohl zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale Dixius\' Sieg klar ist, wird die Wahlnacht für ihn lang. "Ich hoffe, dass Simone Thiel ins Europäische Parlament kommt und warte, bis alle Wahlbezirke ihre Stimmzettel hier abgegeben haben", sagt Dixius.Stichwahl in Wincheringen


Spannend wird es in Wincheringen. In der Obermoselgemeinde konnte sich keiner der drei Kandidaten Matthias Walter (Wincheringen 21), Matthias Pinnel (Bündnis 90/Die Grünen) und Elmar Schömann (unabhängig) im ersten Wahlgangdurchsetzen. Walter kommt auf 44 Prozent, Schömann auf 36,5 Prozent und Pinnel auf 19,5 Prozent. Damit kommt es am Pfingstsonntag, 8. Juni, in Wincheringen zur Stichwahl zwischen Walter und Schömann.
Walter kann in Wincheringen in allen drei Stimmbezirken - also in den Ortsteilen Bilzingen und Söst sowie im Hauptort - die meisten Stimmen für sich gewinnen. Schömann erreicht in allen drei Orten die zweitmeisten Stimmen. Pinnel bekommt mit 21,2 Prozent die meisten Wählerstimmen in Wincheringen.Meinung

Foto: volksfreund.de

Wählen gehen und mitreden!
Scheinbar klare Verhältnisse sorgen für eine erschreckend niedrige Wahlbeteiligung in der Stadt im Vergleich zu den 15 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde. Da bekommt selbst ein deutlicher Wahlsieg wie der von Jürgen Dixius bei den Stadtbürgermeisterwahlen, einen schalen Beigeschmack. Bei den Kommunalwahlen werden die Weichen für die Zukunft einer Stadt gestellt. Deswegen sollte es selbstverständlich sein, den Politikern vor Ort ein starkes Mandat zu erteilen. Und das hat vor allem der Bürgermeister, der auch eine große Zahl der Wähler hinter sich weiß. Sicher, mangels Alternative, mag sich mancher Saarburger gedacht haben, dass er seine Stimme nicht abgeben muss. Vordergründig klingt das plausibel. Aber wer in einer Stadt mitsprechen will, wie sie sich weiterentwickeln soll, sollte auch wählen gehen. Nur dann kann er Einfluss darauf nehmen, welche Straßen ausgebaut werden oder welche Kita-Angebote geschaffen werden. Eine lebendige Stadt braucht eine lebendige Demokratie. Da hilft weder die Vogel-Strauß-Politik des Kopf-in-den-Sand-Steckens noch eine Schneckenhaus-Politik des Ist-mir-doch-egal. Es bleibt weiter wichtig, sich für das Wohl der Stadt zu engagieren, und deshalb sollte man sich weiter politisch engagieren - auch wenn die Verhältnisse klar sind. saarburg@volksfreund.de