1. Serien und Specials

Kürenzer kämpfen um ihre Grundschule

Kürenzer kämpfen um ihre Grundschule

Nach dem Entwurf des Schulentwicklungsplans (der TV berichtete) steht die Grundschule Kürenz vor dem Aus. In einem Bürgerforum des Ortsbeirats haben sich Menschen aus dem Stadtteil ausdrücklich für den Erhalt des Standorts ausgesprochen.

Trier-Kürenz. Großes Interesse an Stadtteilthemen: 80 Menschen kamen zum Bürgerdialog ins Kürenzer Pfarrheim St. Bonifatius. Ortsvorsteher Bernd Michels (CDU) hatte zu dem Forum geladen, um im Vorfeld der Ortsbeiratssitzung am Freitag, 14. August (19 Uhr, Pfarrsaal), die Öffentlichkeit einzubinden. Es geht um Weichenstellungen, die den Stadtteil Kürenz in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stark verändern werden. Die Bürger diskutierten und entwickelten Positionen zu mehreren Themen.

Zukunft der Grundschule:
Der vorläufige Schulentwicklungsplan von Schuldezernentin Angelika Birk sieht vor, dass von den 23 Trierer Grundschulen nur 16 erhalten bleiben. Unter anderem auf der Streichliste: die Grundschule Kürenz in der Soterstraße.
Die Mehrheit der Bürger positionierte sich eindeutig gegen diese Pläne. Die Grundschule in der Soterstraße sei ein "Herzstück des Ortes" und ein wichtiger Faktor der Lebensqualität für junge Familien im Stadtteil. Viele Befürchtungen brachte eine Frau im Saal auf den Punkt: "Ohne die Grundschule wird aus Alt-Kürenz wirklich ein altes Kürenz."
Das Problem: Mit nur 58 Schülern im Schuljahr 2011/2012 gehört die Schule zu den kleinsten in Trier. Eine Lösung sahen viele Menschen beim Bürgerdialog in einer Verschiebung der Schulbezirksgrenzen etwa in Richtung Egbertstraße. Ein Umzug der Kürenz-Kinder in eine ausgebaute Ambrosius-Grundschule in Trier-Nord stößt aber auf Ablehnung. "Ich will meine Kinder nicht nach Trier-Nord geben", sagte eine Mutter.
Die Kürenzer wollen für den Erhalt ihrer Grundschule kämpfen. Sie sehen Argumente für die Grundschule im Betreuungsangebot und dem guten Zustand des Gebäudes. Diese Position unterstützte Ortsvorsteher Michels, mahnte jedoch: "Es hat keinen Sinn, die Augen vor der Realität zu verschließen. Aber wer nicht kämpft, hat schon verloren."

Neubaugebiete in Kürenz:
Der Entwurf des Flächennutzungsplans 2025 sieht zwei mögliche Neubaugebiete in Kürenz vor: ein Gewerbegebiet in der Riverisstraße und einen neuen Wohnblock oberhalb der Domänenstraße mit 45 Wohneinheiten. Vor allem das 1,58 Hektar große Wohngebiet zwischen Domänenstraße und Kobusweg fand im Publikum wenig Anklang.
Anwohner der Domänenstraße lehnen neue Häuser in ihrem "Hinterhof" ab und befürchten eine weitere Verschärfung der Verkehrssituation im Stadtteil. "Diese Pläne gehören zurück in die Schublade", appellierte ein Bürger an Ortsvorsteher Michels und erntete dafür Applaus.Extra

Dauerbrenner in Kürenz ist die Verkehrssituation. Nach Zählungen der Stadt passieren fast 22 000 Autos täglich das Aveler Tal. Nach dem Aus für den geplanten Petrisbergaufstieg (Bus-Direktverbindung zwischen Innenstadt und Tarforster Plateau) stehen die Uhren auf null. Alternativen sind wieder in der Diskussion. Der Ortsbeirat Kürenz favorisiert die sogenannte Grüneberg-Lösung zur neuen Anbindung der Höhenstadtteile. Diese Variante sieht eine Ortsumgehung in Richtung Osten vor, die den Verkehr über die Straße Am Grüneberg und eine neu zu bauende Brücke auf die Metternichstraße leitet. Ortsvorsteher Michels plant, einen Beschluss vom März 2007 erneut auf die Tagesordnung des Stadtrats zu setzen. Das Ziel: Die Verwaltung soll die Planungen einer Grüneberg-Trasse und einer Verkehrsberuhigung in Kürenz erneut aufnehmen. maw