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Martin Krötz will für die Linke in den Bundestag

Martin Krötz will für die Linke in den Bundestag

Martin Krötz aus Illerich ist im Wahlkreis 201, zu dem die Einheitsgemeinde Morbach sowie die Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Thalfang und Traben-Trarbach gehören, der Direktkandidat der Linken für die Bundestagswahl. Der 41-jährige Jugendsozialarbeiter wurde in Kirchberg von einer Vertreterversammlung einstimmig gewählt.

Bernkastel-Kues/Illerich. Martin Krötz will sich im Bundestagswahlkampf für eine Alternative zur jetzigen Politik der Bundesregierung, aber auch der rot-grünen Opposition starkmachen. "Wir wollen wieder soziale und demokratische Gestaltungsmöglichkeiten erhalten", sagte der Direktkandidat. Derzeit dominiere dagegen die Tendenz zum sozialen Kahlschlag in der Gesellschaft. "Niedriglöhne, Rente mit 67, Hartz IV und das Hinnehmen von Altersarmut ist mit Sicherheit der falsche Weg", betonte Krötz.
Der Linken-Politiker kritisierte scharf die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung. "Hier werden die Grundlagen des Sozialstaates angegriffen", warf er Union und FDP vor.
Wenn der CDU-Wahlkreisabgeordnete Peter Bleser meine, das Land sei gut durch die Krise gekommen, dann stimme das nicht. "Wir sehen derzeit, wie sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet, es gibt keine Balance mehr in der Gesellschaft", meinte Martin Krötz mit Blick auf den aktuellen Armutsbericht der Bundesregierung: "Die Reichen werden reicher, und die Armen haben das Nachsehen." Das sei Klassenkampf von oben, so Krötz. Und für ihn ist auch klar: "Die jetzige Politik ist gescheitert. Es braucht Alternativen."Nie mehr Krieg



Doch auch SPD und Grüne waren Zielscheibe seiner Kritik. "Da wird immer wieder kritisiert, doch bei den entscheidenden Abstimmungen wird dann von diesen Parteien doch die Bundesregierung unterstützt", meinte der Linken-Politiker.
Das gelte auch für die Militärpolitik, fügte er hinzu. "Es gibt immer mehr Waffenexporte, ohne Rücksicht auf Menschenrechte. "Die Atombomben sind immer noch in der Eifel, und man hat das Gefühl, es heißt heute: Nie mehr Krieg ohne uns", sagte Krötz. Nur die Linke wende sich im Parlament in Berlin gegen diese Politik.
Und er kündigte an: "Da werden wir auch weiter dagegenhalten." Mit diesen Forderungen traf Martin Krötz jedenfalls die Stimmung in der Vertreterversammlung, an der auch die Linken-Landesvorsitzende Alexandra Erikson (Külz) teilnahm, wie die einstimmige Wahl zeigte. Und der Rhein-Hunsrücker Kreisvorsitzende der Linken, Roger Mallmenn aus Birkheim, der vor vier Jahren als Direktkandidat im Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück, der den Rhein-Hunsrück-Kreis, den Kreis Cochem-Zell sowie Teile des Kreises Bernkastel-Wittlich umfasst, antrat, meinte schmunzelnd zu seinem Nachfolger: "Vor vier Jahren hatte ich 7,2 Prozent, das musst du jetzt nachmachen." djuExtra

Martin Krötz, 1972 geboren, gehörte von 1988 bis 1990 der SPD und den Jungsozialisten an, verließ die Partei dann aber und ging für einige Zeit zur PDS. Von 1997 bis 2002 studierte er in Koblenz Politikwissenschaft auf Lehramt an Förderschulen, war zwei Jahre auch im Asta der Uni Koblenz, unter anderem als Referent für politische Bildung/Antifaschismus. Nach dem Studium war er als Lehrer tätig, wechselte 2009 in die Jugendsozialarbeit und ist derzeit in der Verbandsgemeindeverwaltung Kaisersesch tätig. 2009 wurde er Mitglied der Linken und ist seitdem Kreisvorsitzender Cochem-Zell. Seit 2009 gehört er dem Landesparteirat, seit 2012 auch dem Landesvorstand seiner Partei an. Er ist in mehreren Gewerkschaften aktiv, ebenso in sozialen Bewegungen. dju


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