Mathias Queck triumphiert in Hermeskeil

Mathias Queck triumphiert in Hermeskeil

Der neue Bürgermeister der Stadt Hermeskeil heißt Mathias Queck. Der 44-jährige CDU-Kandidat hat bei der Stichwahl seinen Kontrahenten und bisherigen Amtsinhaber Udo Moser (Bürger für Bürger, BFB) klar geschlagen. Queck erhielt 61,4 Prozent der Stimmen. Moser landete bei lediglich 38,6 Prozent und kündigte unmittelbar nach der Niederlage seinen Rückzug aus der Politik an.

Hermeskeil. Nur eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale steht am Pfingstsonntag fest: In Hermeskeil gibt es einen Machtwechsel. Die CDU stellt mit dem 44 Jahre alten Notar Mathias Queck wieder den Stadtbürgermeister, und Udo Moser von der BFB verliert nach fünf Jahren sein Amt. Exakt um 18.30 Uhr erscheint bei der Präsentation im Sitzungssaal des Rathaus das Stichwahlergebnis aus der Grundschule auf der Leinwand. Als damit auch das Resultat aus dem sechsten und letzten Stimmbezirk in der Stadt vorliegt, reißt Queck unter dem Jubel seiner Parteifreunde und der Mehrzahl der rund 50 Zuschauer die Arme hoch. Bei einer Wahlbeteiligung von nur 44 Prozent haben insgesamt 1214 Hermeskeiler ihr Kreuz hinter dem Namen des CDU-Manns gemacht. Das entspricht einem Stimmenanteil von 61,4 Prozent. Damit lässt Queck seinen Gegenspieler Moser weit hinter sich. Der 62-jährige erhält 764 Stimmen (38,6 Prozent). Queck hatte bereits im ersten Wahlgang am 25. Mai, bei dem SPD-Bewerber Paul Gemmel ausschied, einen deutlichen Vorsprung von 11,7 Prozentpunkten auf Moser gehabt. Deshalb sah sich der CDU-Mann schon im Vorfeld in der Favoritenrolle. Dass Queck mit dieser Einschätzung richtig lag, zeigt am Pfingstsonntag schon das erste Ergebnis, das um 18.17 Uhr aus dem Stimmbezirk im Stadtteil Höfchen eintrifft. Dort haben 65,3 Prozent der Wähler für den CDU-Mann gestimmt. Dieser Trend bestätigt sich dann auch in den anderen Wahllokalen quasi im Minutentakt. Noch am engsten geht es im Stimmbezirk Berufsschule zu. Dort erhält Moser immerhin 45,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Dafür sieht der Amtsinhaber im Stadtteil Abtei, wo seit Jahren ein Streit um den Ausbau von Straßen und die Sperrung eines Weges schwelt, wie schon im ersten Wahlgang kein Land. Er erhält dort gerade einmal 27 Stimmen (12,1 Prozent).Kommunalwahl 2014

In seiner ersten Reaktion spricht Wahlsieger Queck von einem "sehr guten Ergebnis, das mich stolz macht." Er wolle sich zunächst einen Überblick über die Ansiedlungspläne von Einzelhandelsbetrieben im Bereich des früheren Hela-Baumarkts am Dörrenbach beziehungsweise über die Privatklinik im St.-Fargeau-Park verschaffen. Auch die Frage, welche beiden Beigeordneten künftig seine Stellvertreter werden, soll im Vorfeld von Quecks Amtsantritt im Ältestenrat und damit im Gespräch mit den anderen Fraktionen geklärt werden. Als Queck dem TV dieses Interview gibt, geht Moser an ihm vorbei, gibt ihm einen kurzen Händedruck und sagt zum CDU-Mann: "Viel Spaß in Hermeskeil." Dann verlässt Moser das Rathaus. Zu diesem Zeitpunkt hat der Wahlverlierer unserer Zeitung bereits einen weiteren Entschluss mitgeteilt. "Für mich ist die Politik in Hermeskeil beendet", sagt Moser und kündigt damit seinen Rückzug an. Nach den vergeblichen Stadtbürgermeister-Kandidaturen 1999 und 2004 wird der BFB-Mann also bei der Stadtratswahl gewonnenes Mandat nicht annehmen. Moser sagt, das Leben hänge nicht vom Bürgermeisteramt ab. Es hat noch viele andere Facetten. Und die sind geregelt." Über die Gründe für seine Niederlage wolle er "nicht spekulieren. Die Hermeskeiler haben dieses Ergebnis gewollt, und ich wünsche meinem Nachfolger fünf erfolgreiche Jahre".Meinung

Mann für mehr KompromisseEs hatte sich schon vorher abgezeichnet: Eine deutliche Mehrheit der Hermeskeiler - jedenfalls die, die sich am Sonntag zur Stimmabgabe bequemt hat - wollte den politischen Wechsel. Sie hat sich deshalb für den Herausforderer Mathias Queck und gegen Udo Moser entschieden. Letztendlich ist es wohl so, dass Moser nicht an seiner Arbeit, sondern an der Art seiner Amtsführung gescheitert ist. Der BFB-Politiker war ein fachlich versierter Stadtchef, der viel Einsatz gezeigt und einige wichtige Projekte umgesetzt hat. Seine Person hat aber stark polarisiert. Denn im Umgang mit politischen Gegnern und andersdenkenden Gruppen - zuletzt besonders die windkraftkritische Interessengemeinschaft Rettet den Hochwald - schlug Moser häufig schroffe Töne an. Dadurch verfestigte sich bei vielen Bürgern der Eindruck, dass die wichtigen Akteure in Hermeskeil zu viel streiten anstatt gemeinsam die vielen Probleme der Stadt zu lösen. Ganz bewusst hat daher der künftige Bürgermeister Mathias Queck seine - auch durch den Beruf als Notar bedingte - Fähigkeit als Vermittler im Wahlkampf herausgestellt. Eine Strategie, die aufging: Offenbar sehen viele Hermeskeiler in Queck den Mann, der für mehr Kompromisse und weniger Konflikte steht. Durch den angekündigten Rückzug von Moser deutet in der Tat einiges darauf hin, dass die Politik in Hermeskeil in ruhigeres Fahrwasser gerät. Allerdings muss sich Queck auch an seinen Versprechen messen lassen. So hat der CDU-Kandidat betont, dass er im Vergleich zu Moser ein größeres Verhandlungsgeschicks besitzt, um neue Investoren - vor allem in Bezug auf den fehlenden Drogeriemarkt in der Stadt - nach Hermeskeil zu locken. Ab dem 22. Juli muss Queck diesen Worten Taten folgen lassen. a.munsteiner@volksfreund.deExtra

Amtsantritt: Mathias Queck wird sein Amt am Dienstag, 22. Juli, in der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats antreten. Mit Quecks Sieg stellt die CDU wieder das Stadtoberhaupt. Er ist seit der Verleihung der Stadtrechte 1970 der sechste Bürgermeister in der Geschichte Hermeskeils. Auf die CDU-Männer Adolf Schmitt (1970 bis 1981) und Karl-Heinz Dahlke (1981 bis 1989) folgte von 1989 bis 1994 Albert Kampmann von der SPD. Von 1994 bis 2009 regierte die CDU-Politikerin Ilona König die Stadt, ehe sich vor fünf Jahren Udo Moser von der BFB in der Stichwahl gegen den damaligen CDU-Bewerber Bernd Mende durchsetzte. ax