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Medard-Schüler "pflanzen" 1600 Pilgerstäbe vor dem Dom

Medard-Schüler "pflanzen" 1600 Pilgerstäbe vor dem Dom

In den Farben lila, gelb, rot und blau leuchten die 1.600 Pilgerstäbe, die Schüler und Lehrer der Medardschule am 3. April vor dem Trierer Dom in großen Holzbottichen installiert haben.

Bereits letztes Jahr im August präsentierte die Schule in Zusammenarbeit mit dem Trierer Künstler Bernhard Maria Müller das Kunstprojekt zur Heilig-Rock-Wallfahrt "500+1 Pilgerstäbe". Die bunt bemalten Pilgerstäbe aus Haselnusszweigen standen symbolisch für die 500+1 Jahre Heilig-Rock-Wallfahrt von 1512 bis 2012 und wurden damals auf dem Freihof der St. Matthias-Basilika aufgestellt. Gegen eine Spende konnte eine Patenschaft für einen Pilgerstab übernommen werden, 1.000 Euro kamen so der Renovierung des Kreuzganges der St. Matthias-Abtei zu Gute.

"Die Wallfahrtsleitung sprach mich daraufhin an, ob wir das Projekt nicht ausweiten möchten und Pilgerstäbe vor dem Trierer Dom installieren möchten", berichtet Müller, der auch Kunstlehrer an der Medardschule ist. Für die rund 100 Schüler der ersten bis zehnten Klassen ging es also im November wieder los mit dem sägen, schneiden, schleifen und bemalen der Haselnusszweige aus einem Forst in Kernscheid. Gemeinsam mit ihren Lehrern stellten sie so noch einmal 1.099 neue Pilgerstäbe her, die jetzt den Eingang des Trierer Domes umrahmen. Sie stehen damit symbolisch für eine bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition: Gelangten die Pilger am Ende ihrer Reise zu der Wallfahrtskirche, ließen sie ihre Pilgerstäbe vor dem Eingang zurück, das Ende ihrer Reise war erreicht, erklärte Micha Flesch, Kulturbeauftragter des Bistums Trier.

Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing lobte die Schüler für ihr Engagement. "Ich danke euch ganz herzlich für dieses tolle Projekt, ihr habt dazu beigetragen, dass die Wallfahrt noch ein bisschen bunter wird", sagte er den Freiwilligen, die den Aufbau vor dem Dom organisierten. Ein Bagger hatte dort zunächst die Holzbottiche mit Erde gefüllt, dann wurden die Pilgerstäbe von den Schülern und Lehrern hineingesteckt. "Ich finde es wirklich toll, dass so viele von euch in den Osterferien freiwillig für den Aufbau gekommen sind", dankte auch Müller seinen Schülern, die extra früh morgens vor dem Dom erschienen waren. Sie seien gespannt auf die Reaktion der Pilger, sagte Müller, denn das Projekt im letzten Jahr sei ein Selbstläufer geworden. Viele der Paten hätten häufig nachgefragt, wie es "ihren" Pilgerstäben gerade ergehe. An 501 der Stäbe zeugen die kleinen Holzplaketten von den Botschaften und Wünschen der Paten.