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Mehr als nur der Fahrradfahrer

Mehr als nur der Fahrradfahrer

Man kennt ihn in Bitburg vor allem als passionierten Radfahrer. Aber Peter Berger ist auch Bienenfreund, Läufer und Liebhaber regionaler Kunst. Das hat er dem TV beim Besuch bei ihm zu Hause verraten.

Die Sonnenblumen im Vorgarten leuchten gelb, sie begrüßen den Gast vor der Ecke zum Hauseingang. "Hier wohnt Familie Berger", verrät ein blaues Schild an der Tür. Ein Teil der Familie sitzt bereits draußen, am großen runden Tisch auf der Terrasse.

Wer Peter Berger kennenlernen möchte, fängt am besten bei der Familie an. Vor rund 20 Jahren hat sich der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann dazu entschlossen, mehr Zeit für die vier Kinder zu haben und seinen Beruf ruhen zu lassen. Für diese Zeit längst nicht üblich, aber: "Ich würde es wieder so machen", sagt Berger. Seine Frau Waltraud arbeitete weiter als Theologin, er blieb bei den Kindern.

Für die war es normal, bestätigen die Töchter Hanna und Lena, die mit am Tisch sitzen. "Wir haben mit ihm allerdings andere Dinge gespielt, zum Beispiel aus Konservendosen LKW gebaut", erzählt Lena, die Älteste. Der Familienzusammenhalt ist heute noch groß, auch wenn alle vier Kinder aus dem Haus sind. Das merkt man im Gespräch am Tisch, an dem früher auch schon mal mehr Menschen gesessen haben.

Damals, als Austauschschüler und Pflegekinder kurze Zeit bei den Bergers lebten. "Als im Frankreich-Urlaub drei Freunde der Kinder dabei waren", erzählt Waltraud Berger, "sind wir gefragt worden, ob wir das Zeltlager seien."

Nach Frankreich geht es heute immer noch, mit dem Wohnwagen, in kleinerer Runde. Sport und Kultur stehen dann auf dem Programm - "nur Entspannen gibt es nicht", sagt Peter Berger. Denn Faulenzen ist nicht sein Ding. Seit 20 Jahren geht die Familie zusammen schwimmen. Und dann ist da noch das Fahrrad, das Peter Berger nicht nur zum Sport nutzt, sondern auch für die Versorgung der Familie. "Inklusive Tannenbaum-Transport", wirft Hanna lachend ein. Radtouren fallen bei Peter Berger schon mal eine Nummer größer aus. Dann geht es gemeinsam mit anderen in die Bitburger Partnerstädte. "Ich bin ein Gruppenmensch", sagt er.

Außerdem läuft er gerne, hat beim dreitägigen Staffellauf nach Bad Köstritz mitgemacht. Nichts mit Sport hat ein anderes Hobby zu tun: Bienen. "Mich fasziniert ihr Sozialstaat", sagt er, "außerdem ist das ein guter Ausgleich und eine schöne Verbindung zur Natur."

Dass er auch ein Kulturmensch ist, zeigt sich beim Blick in sein Haus. Regionale Kunst vom Eifel-Maler Theo Jacoby hängt an den Wänden. Zwischen Flur und Wohnzimmer steht ein Lehmofen. Die Form: außergewöhnlich, individuell - und damit vielleicht ein wenig wie sein Besitzer.

Zur Person Peter Berger ist 1956 in Bitburg geboren. Er ist gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann, verheiratet und hat vier Kinder (drei Mädchen, ein Junge) im Alter von 20 bis 26 Jahren. Bis 1988 hat er in seinem Beruf gearbeitet, sich danach um seine Familie gekümmert. Seitdem engagiert er sich auch sozial und politisch. So ist er seit Jahren Berater für Kriegsdienstverweigerer, ist im Verein Bürger gegen Nachtflug aktiv und im Kreis- und Stadtvorstand des Bienenvereins. Außerdem ist Berger zweiter Vorsitzender des Vereins Alibi Eifelservice und Sprecher der Bitburger Tafel sowie Vorstandsmitglied des Fördervereins. (jka)

Extra Die Kandidaten im Netz: Die Porträts und Videos der Kandidaten Büttner, Kandels, Rinnen und Berger gibt es auf http://wahlen.volksfreund.de. Der fünfte Kandidat, Frank Schaal, hat auf ein solches Porträt verzichtet. Die Vorstellungs-Reihe ist hiermit beendet. (jka)