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Mensch gegen Maschine

Mensch gegen Maschine

An der Hochschule in Trier haben drei Informatiker einem Roboter das Knobelspiel "Die Türme von Hanoi" beigebracht, um spielerisch das Verhalten der Maschinen vorzuführen. Bei "City Campus trifft Illuminale" an diesem Freitag dürfen interessierte Besucher gegen den Roboter antreten.

Trier. Bedächtig sortiert der kleine Nao-Roboter seine bunten Ringe. Nao ist ein sogenannter humanoider Roboter. Das heißt, seine Gestalt ist menschenähnlich. Er ist ein Produkt des französischen Roboterherstellers Aldebaran Robotics und wurde im Jahr 2006 zum ersten Mal präsentiert.
"Wir wollten etwas zeigen, was sich jeder ganz gut vorstellen kann", erklärt Informatiker Bastian Schumacher die Idee, das Knobelspiel "Die Türme von Hanoi" von einem Nao-Roboter spielen zu lassen und so die Technik vorzuführen - eine echte Herausforderung. "Das Problem ist nicht sehr schwer, aber mathematisch komplex", erklärt Schumacher.
Und so funktioniert es: Eine Anzahl bunter Ringe, die von unten nach oben immer kleiner werden, dürfen auf drei verschiedenen Stationen abgelegt werden. Der Clou dabei: Der Spieler darf immer nur den obersten Ring bewegen und diesen nur entweder auf eine leere Station oder auf einen größeren Ring ablegen. Ziel des Spiels ist es, dass am Ende der ganze Ringe-Stapel in genau der gleichen Ordnung von groß nach klein auf einer anderen Station liegt.
Das ist mit zwei Ringen noch ganz einfach. Aber mit jedem Ring, der dazu kommt, wird das Problem viel komplexer, so dass ein Mensch damit schnell überfordert ist.
Einen guten Eindruck von der Komplexität des Spiels gibt seine Ursprungssage: Sie erzählt von einem Mönchsorden, welcher die Aufgabe hat, einen Turm aus 64 goldenen Scheiben auf diese Weise zu versetzen. Wenn ihnen das einst gelingt, ist das Ende der Welt gekommen. Das Beruhigende daran: Selbst wenn die Mönche sehr konsequent arbeiten, wird es über 500 Milliarden Jahre dauern, bis sie ihre Aufgabe gelöst haben.
Wer sich selbst von den Fähigkeiten des Roboters, ein solches Problem zu lösen, überzeugen will, kann bei "City Campus trifft Illuminale" gegen einen von ihnen antreten.
Interessant an dem Wettkampf ist, dass er für Mensch und Roboter unterschiedliche Herausforderungen bereithält. Während der Mensch häufig daran scheitert, dass man bei dem Spiel mehrere Züge im Voraus denken muss, um sinnvoll zu spielen, ist das für den Roboter mit seinem Computer-Gedächtnis gar kein Problem. Er rechnet nämlich den gesamten Spielverlauf vorher aus und wendet dann stur einen Schritt nach dem anderen an.
Allerdings hat die Maschine bei dem Spiel mit eigenen Problemen zu kämpfen. Seine Grenzen liegen im technischen Bereich, vor allem beim Greifen der Ringe.
Obwohl die humanoiden Roboter bereits Erstaunliches leisten und unter anderem in der Arbeit mit authistischen Kindern eingesetzt werden, wird es wohl so schnell keinen C3PO wie im Film Star Wars für den Alltagsgebrauch geben. Dafür sei die Technik einfach zu teuer, erklärt Schumacher.
volksfreund.de/citycampusExtra

"City Campus trifft Illuminale" präsentiert am Freitag, 26. September, zwischen Lichtinstallationen und illuminierten Objekten Wissenschaft zum Anfassen und macht Forschung im Herzen der Stadt erlebbar. Über 150 Exponate, Vorführungen und Vorträge finden Besucher zwischen Kornmarkt, Bischöflichem Priesterseminar und Palastgarten. Neun Themenbereiche laden zum Staunen und Verweilen ein. Für Kinder gibt es ab 16 Uhr Programm; die offizielle Eröffnung ist für 18 Uhr vorgesehen, bis Mitternacht stehen den Besuchern alle Exponate bei freiem Eintritt zur Verfügung. Weitere Informationen: www.volksfreund.de/citycampus und www.wissen-schafft-licht.de grf