Menschenretter mit Tradition

Trier/Konz · Eine Einsatzzentrale hinter dem Dom koordiniert bei der Heilig-Rock-Wallfahrt jeden Tag die Arbeit von 88 Sanitätern. Die Retter stellen sich vor allem auf Pilger mit Kreislaufproblemen ein.

Trier/Konz. Die Malteser als Sanitäter bei der Heilig-Rock-Wallfahrt - das ist ein Einsatz mit Tradition. Erst 1957 wurde der Trie rer Ableger des Hilfsdiensts gegründet, aber schon bei der Heilig-Rock-Wallfahrt 1959 übernahmen die Sanitäter die medizinische Versorgung der Pilger.
Auch bei der Wallfahrt in diesem Jahr kümmern sich die Malteser gemeinsam mit Johannitern und dem Roten Kreuz um hilfsbedürftige Pilger. Mindestens 88 Sanitäter werden an jedem Tag der Wallfahrt von 7 bis 22 Uhr und später im Einsatz sein.
"Das erforderte eine Menge Personal", erklärt Hermann Hurth, Malteser-Kreisbeauftragter für Trier-Saarburg. Denn die Malteser sind keine hauptberuflichen Retter. Sie arbeiten rein ehrenamtlich, müssen sich für ihren Dienst bei der Wallfahrt oft sogar Urlaub nehmen. "Es gibt Leute, die nur an den Wochenenden helfen können, andere haben sich für die ganze Wallfahrt gemeldet", sagt Hurth.
Norbert Bermes, Einsatzsanitäter aus Konz, ist für zwei Wochen mit dabei. Für den Einsatz bei der Wallfahrt hat sich der 42-Jährige Urlaub von seiner Arbeit als Betreuer bei den Caritas-Werkstätten in Trier genommen. Für Bermes ist es etwas Besonderes, bei dem Großereignis dabei zu sein. Dabei ist es nicht sein erster Einsatz am Trierer Dom. "Schon bei der Wallfahrt 1996 war ich dabei", erzählt Bermes, der seit 25 Jahren bei den Maltesern Dienst tut. Der Sanitäter weiß deshalb, was ihn erwartet. "Bei der Wallfahrt 1996 kamen Pilger zu Fuß von weit her. Viele hatten sich die Füße wund gelaufen und Blasen an den Sohlen." In den meisten Fällen hätten die Sanitäter jedoch Kreislaufprobleme behandelt. Für die Wallfahrt in diesem Jahr haben die Malteser deshalb 15 Männer und Frauen zu Einsatzsanitätern weitergebildet. "Bei dieser Ausbildung wird verstärkt auf das Herz-Kreislauf-System Augenmerk gelegt", erklärt Hermann Hurth.
Helfer gewappnet


Bei der Wallfahrt konzentrieren sich die Malteser auf den Dom und den Palastgarten, wo Messen unter freiem Himmel abgehalten werden. Die Einsatzleitung wird hinter dem Dom im Bereich des Generalvikariats aufgeschlagen. Der Kreisbeauftragte Hurth sieht seine Nothelfer für alle Situationen gewappnet: "In Berlin mussten wir beim Katholikentag 1990 mit einer Million Menschen an einem Tag arbeiten. In Trier werden sich 500 000 auf 31 Tage verteilen." Viele Probleme würden sich allein durch die Präsenz der Sanitäter lösen, so Hurth. Es könne einen großen psychologischen Effekt auf die Menschen haben, wenn ein Rettungswagen zu sehen ist. sen