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Merkel-Triumph und FDP-Fiasko - CDU sichert sich alle Direktmandate in der Region

Merkel-Triumph und FDP-Fiasko - CDU sichert sich alle Direktmandate in der Region

Kanzlerin im Höhenflug, Liberale am Boden: Merkels CDU/CSU verpasst die absolute Mehrheit nur knapp. Ihr Koalitionspartner FDP kippt aus Regierung und Bundestag. Aus der Region ziehen sechs Kandidaten nach Berlin - darunter Grünen-Politikerin Corinna Rüffer und Linke-Abgeordnete Katrin Werner.



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Kommentar: Die Erhabene - Für Kanzlerin Angela Merkel wird das Regieren nicht leichter

Liveticker zur Wahl: Die Ereignisse des Wahlsonntags in&nbsp;der Region und Deutschland zum Nachlesen

Kanzlerin Angela Merkel auf dem Höhepunkt ihrer Macht: Mit einem Traumergebnis nahe der absoluten Mehrheit haben CDU und CSU bei der Bundestagswahl triumphiert und Merkel die dritte Amtszeit gesichert. Allerdings wurde die schwarz-gelbe Koalition am Sonntag nach vier Jahren abgewählt, weil die FDP nach einem beispiellosen Absturz um rund zehn Prozentpunkte erstmals in ihrer Geschichte aus dem Parlament flog. Rot-Rot-Grün liegt zwar knapp vor der Union, wird aber von der SPD abgelehnt. Realistischste Regierungsoption ist nun die große Koalition.

Sozialdemokraten und Grüne verfehlten den angestrebten Regierungswechsel klar. Die SPD mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück erzielte das zweitschwächste Ergebnis ihrer Nachkriegsgeschichte im Bund, auch die Grünen mit dem Duo Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin sackten ab. Ein Unsicherheitsfaktor in den Hochrechnungen war lange Zeit die neue eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD). Sie verbuchte einen Überraschungserfolg knapp unterhalb der Fünf-Prozent-Marke.

Kandidaten aus der Region - Sieg für rheinland-pfälzische CDU

Die regionale CDU hat ebenfalls allen Grund zu feiern : Die auf Landesebene in der Opposition sitzende Partei hat bei der Bundestagswahl erneut alle drei Direktmandate in der Region Trier gewonnen. Die CDU-Kandidaten Peter Bleser (Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück) , Patrick Schnieder (Wahlkreis Bitburg) und Bernhard Kaster (Wahlkreis Trier) sicherten sich die Direktmandate in der Region. Nach Mitteilung des Bundeswahlleiters ziehen Katarina Barley (SPD) , Katrin Werner (Die Linke) und Grünen-Politikerin Corinna Rüffer über die Landeslisten ihrer Parteien in den Bundestag.

Wahlkreis 201: Peter Bleser gewinnt Direktmandat

Wahlkreis 203: Wieder gewinnt Schnieder deutlich

Wahlkreis 204: Bernhard Kaster sicher t sich Direktmandat

CDU-gewinnt-Bundestagswahl-in-Rheinland-Pfalz-vor-SPD

Die rheinland-pfälzischen Landesparteien nach der Wahl

Vorläufiges amtliches Endergebnis der Bundestagswahl (Stand 2:46 Uhr)

Nach dem vorläufigen Endergebnis kam die CDU/CSU auf 41,5 Prozent (2009: 33,8) und legt damit um fast acht Punkte zu. Die SPD verbesserte sich ein wenig auf 25,7 Prozent (2009: 23,0). Die FDP stürzte innerhalb von vier Jahren von 14,6 Prozent auf desaströse 4,8 Prozent ab - und damit aus dem Bundestag. Die Grünen verloren leicht auf 8,4 Prozent (2009: 10,7), die Linke verschlechterte sich auf 8,6 Prozent (2009: 11,9). Die AfD kam aus dem Stand auf 4,7 Prozent.

Daraus ergeben sich nach Angaben des Bundeswahlleiters auf seiner Homepage für CDU/CSU im neuen Bundestag (Gesamtzahl: 630 Sitze) 311 Sitze (2009: 239), für die SPD 192 Mandate (146). Die Grünen bekommen 63 Mandate (68), die Linke 64 Sitze (76). Die bisherige Opposition liegt damit bei 319 Mandaten. Die Wahlbeteiligung legte leicht von 70,8 Prozent (2009) auf 71,5 Prozent zu.

Neue Regierung Merkel

Merkel hat jetzt alle Karten in der Hand - nach den Hochrechnungen Schwarz-Rot oder auch die unwahrscheinlichere Variante Schwarz-Grün. Zeitweise sah es am Abend sogar nach einer Alleinregierung der CDU/CSU aus. Merkel versicherte in der „Berliner Runde“ der Spitzenpolitiker, es sei selbstverständlich, „dass man sich um eine stabile Mehrheit bemüht“. Sie wolle stabile Verhältnisse in Deutschland und werde „keine Vabanquespiele eingehen“. Die Kanzlerin will während der kompletten Wahlperiode bis 2017 am Ruder bleiben.

Im Bund erreichte bisher nur die Union eine absolute Mehrheit: 1957 stimmten 50,2 Prozent für die Partei von Kanzler Konrad Adenauer, der aber dennoch eine Koalition mit der damaligen Deutschen Partei (DP) bildete.

Die FDP von Spitzenkandidat Rainer Brüderle und Parteichef Philipp Rösler blieb mit dem schwächsten Ergebnis ihrer Geschichte unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Union hingegen schaffte ihr bestes Resultat seit der Einheits-Wahl 1990 - erstmals konnte Merkel als Parteichefin das Ergebnis steigern.

Meinungen zur Bundestagswahl

Merkel sprach unter dem Jubel ihrer Anhänger in Berlin von einem „Super- Ergebnis“ und versicherte: „Wir werden damit verantwortungsvoll und sorgsam umgehen.“ Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel zeigte sich enttäuscht: „Ja, wir haben zugelegt, aber wir haben mehr erwartet, keine Frage.“ SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück ergänzte: „Der Ball liegt im Spielfeld von Frau Merkel. Sie muss sich eine Mehrheit besorgen.“

CSU-Chef Horst Seehofer sagte in München, seine Partei wolle eine Koalition mit der SPD „im Grunde genommen“ nicht, weil ein solches Bündnis die Ausnahme sein sollte. Für die Entscheidungen im Bundesrat allerdings könne eine große Koalition hilfreich sein.

CDU-Vorstandsmitglied Annegret Kramp-Karrenbauer schloss Verhandlungen mit den Grünen über eine mögliche Koalition nicht aus. „Es gilt der alte Grundsatz, dass alle demokratischen Parteien untereinander auch gesprächsbereit sein sollten“, sagte die Saar- Ministerpräsidentin. Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin sieht solche Gespräche aber skeptisch: „Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei etwas rauskommt, halte ich nicht für besonders hoch.“

Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke sprach von einem „ganz starken Ergebnis“. Er hoffe auf den Einzug in den Bundestag. „Aber auch 4,9 Prozent wären ein großartiger Erfolg.“ FDP-Chef Philipp Rösler und Spitzenkandidat Rainer Brüderle übernahmen die politische Verantwortung für das Debakel ihrer Partei - beide deuteten ihren Rücktritt an. „Das ist das schlechteste Ergebnis, das wir bislang mit der FDP erreicht haben“, sagte Brüderle. Nordrhein-Westfalens FDP-Chef Christian Lindner verlangte eine Erneuerung seiner Partei.Union schuldet Sieg dem Ansehen Merkels


Die Union hat ihren Erfolg bei der Bundestagswahl nach einer ersten Analyse der Forschungsgruppe Wahlen vor allem dem hohen Ansehen Merkels zu verdanken. Sie habe das beste Kanzler-Image seit 1990, als Helmut Kohl an der Spitze der Regierung stand. Die Wertschätzung sei lagerübergreifend, schrieben die Wahlforscher: 80 Prozent attestierten der Kanzlerin demnach gute Arbeit, nur 17 Prozent bewerteten ihre Leistung als schlecht. Die CDU/CSU konnte zudem davon profitieren, dass die Deutschen das Land trotz der Euro-Krise klar besser aufgestellt sehen als 2009.

Ein klarer Sieg der Union im Bund hatte sich seit Monaten in allen Umfragen angedeutet. Zudem hatte die Bayern-Wahl vor einer Woche mit einer absoluten CSU-Mehrheit den Schwesterparteien nochmals einen Schub verschafft. Die mit 3,3 Prozent aus dem Landtag geflogene FDP versuchte mit einer massiven Zweitstimmenkampagne ein ähnlich dramatisches Scheitern im Bund zu verhindern - ohne jeden Erfolg. Zur Wahl aufgerufen waren rund 61,8 Millionen Bürger. 34 Parteien mit 4451 Kandidaten bewarben sich in den 299 Wahlkreisen um die regulär 598 Sitze im Bundestag.
Wahl in Hessen

Schwarz-Gelb hat die Macht auch in Hessen verloren - wer künftig regiert, ist unklar. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis wird die CDU mit 38,3 Prozent stärkste Partei, die SPD legt kräftig auf 30,7 Prozent zu. Die Grünen erreichen 11,1 Prozent, die Linkspartei kommt auf 5,2 Prozent, die bisher mitregierende FDP schafft mit 5,0 Prozent geradeso den Sprung in den Landtag.

 Lange Gesichter bei der Trierer FDP, als die ersten Prognosen und Hochrechnungen eintreffen.
Lange Gesichter bei der Trierer FDP, als die ersten Prognosen und Hochrechnungen eintreffen. Foto: Michael Schmitz
 Sicherten sich die Direktmandate in der Region: Die CDU-Abgeordneten Patrick Schnieder (Wahlkreis Bitburg), Bernhard Kaster (Wahlkreis Trier) und Peter Bleser (Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück).
Sicherten sich die Direktmandate in der Region: Die CDU-Abgeordneten Patrick Schnieder (Wahlkreis Bitburg), Bernhard Kaster (Wahlkreis Trier) und Peter Bleser (Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück). Foto: fgg


Werrner Herpell und Ulrich Steinkohl/dpa / Redaktion

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Bürgermeisterwahl in der VG Saarburg: Dixius (CDU) holt absolute Mehrheit

Hessen: Schwarz-Gelb abgewählt