Mit Blick fürs Außergewöhnliche

Mit Blick fürs Außergewöhnliche

Ob Privatleben, Beruf oder Wahlkampf: In seiner Wohnung hat Thomas Müller seine Zentrale für alles. Dem TV hat der 38-Jährige die Tür geöffnet und einen Blick hinter die Kulissen gestattet.

Wittlich. James streckt fordernd seine Hand aus. Was er genau will, verrät er nicht. Die hüfthohe Figur im Butler-Anzug steht im Eingangsbereich von Thomas Müllers Wohnung in Wittlich. Der parteilose Einzelbewerber um das Bürgermeisteramt hat sie aus seiner vorherigen Wohnung mitgebracht. Trennen konnte er sich von dem Stück nicht. "In der Vorgängerwohnung hatte ich keinen Platz, um einen Schrank aufzustellen, brauchte aber eine Ablagefläche", sagt Müller. Deswegen habe er sich James angeschafft. "Und nun begrüßt er mich jedes Mal, wenn ich heimkomme." Wer Müllers Mitbewohner hinter sich gelassen hat, betritt einen Traum in Weiß: Sofa, Sessel und Stühle erstrahlen in der hellen Farbe. Akzente setzen die Fotografien an den Wänden, die Müller selbst gemacht hat. Da prangen ein am Computer nachretuschierter Froschkönig über dem Chaiselongue und die verträumte Aufnahme einer Parkbank über dem Fernseher. "Zwei meiner Fotos sind sogar schon einmal in einer Zeitschrift abgedruckt worden", sagt er stolz.

Ein Traum in Weiß



Wenn seine Zeit es zulässt, fotografiert der 38-Jährige nicht nur, sondern unternimmt Touren mit seinem Trekking-Rad oder liest Mittelalter-Romane, die in der Region spielen. Zurzeit liegt "Das Vermächtnis des alten Pilgers" auf seinem Nachttisch, aber eigentlich, so sagt er, kommt er nur selten dazu, sich darin zu vertiefen.

Zur Straße hin hat sich Müller sein Arbeitszimmer eingerichtet. Ein Computer mit zwei Bildschirmen und mehrere Telefone stehen auf dem Schreibtisch. Er arbeitet von zu Hause aus, ist über den Rechner mit seinem Arbeitgeber verbunden. "Der Vorteil ist, dass ich mir so meine Zeit selbst einteilen kann", sagt Müller. So könne er beispielsweise am Abend seine Arbeit machen und sich tagsüber ab und an in den Garten setzen, die Sonne genießen und einen Kaffee trinken.

Wenn er sich jedoch erholen will, dann greift er zu einem ungewöhnlichen Mittel: einem Didgeridoo. Die sonoren Töne und die nötige Atemtechnik wirkten sich sehr entspannend aus. "Außerdem wollte ich ein Instrument spielen, bei dem man keine Noten lesen muss", sagt er und lacht. Entspannung findet Müller außerdem in seinem Garten. Zwei blaue Blumenkübel warten dort geduldig auf ihre Bepflanzung. Doch das hat seinen Grund: "Pflanze nie vor der kalten Sophie", zitiert Müller eine Bauernweisheit.
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