1. Dossier

Mit Kostenstellen kennt er sich aus

Mit Kostenstellen kennt er sich aus

Die Passivphase der Altersteilzeit vor Augen, hat sich Werner Olk für eine Aktivphase in der Kommunalpolitik entschieden: Der 59-Jährige ist einziger Kandidat für das Ortsbürgermeister-Amt in Welschbillig.

Welschbillig. Andere in seiner Situation freuen sich darauf, dass sie es nach dem aktiven Berufsleben endlich einmal ruhiger angehen lassen können. Nicht so Werner Olk. Der Betriebswirt hat sich mit 59 Jahren dazu entschlossen, in seinem Heimatort Welschbillig als Ortsbürgermeister zu kandidieren.

Der Prokurist und Controller der Firma GKN-Driveline (früher Walterscheid) betritt damit Neuland. Er war bisher nicht kommunalpolitisch tätig, auch nicht als Ratsmitglied. Freilich sind die Voraussetzungen, die er als Leiter des Finanz- und Rechnungswesens mitbringt, nicht die schlechtesten für die Tätigkeit eines Gemeindeoberhaupts. "Auch hier muss man rechnen können", sagt Olk. "Alle Projekte müssen auf Kosten und Folgekosten abgeklopft werden."

Ziel: Ausbau der Infrastruktur im Ort



Und an Projekten hat sich der erst kürzlich in die CDU eingetretene Olk einige vorgenommen. So will er die Infrastruktur im Ort erhalten und ausbauen, Leerstände von Häusern vermeiden. Werner Olk ("Der Dorfkern macht mir Sorge") will die Bausubstanz erhalten, will junge Familien bewegen, dort zu investieren. "Das geht nicht ohne staatliche Unterstützung", weiß er. Sein Ziel ist es auch, im Dorf eine Apotheke anzusiedeln, Bürgersteige und Straßen in Stand zu setzen, Spielplätze neu zu gestalten und die Integration der Ortsteile Möhn, Hofweiler, Ittel und Träg in die Großgemeinde (2500 Einwohner) voranzutreiben.

Nachholbedarf sieht er bei der Ansiedlung von Gewerbebetrieben und der Integration von Neubürgern. Mit dem ausgeprägten Vereinsleben sei schon ein wichtiger Schritt in Richtung "lebenswertes Welschbillig" gemacht worden, sagt der Vorsitzende des SV Welschbillig, aber er sieht hier noch Potenzial.

Ortsbürgermeister für alle Bürger



Im Falle seiner Wahl werde er "Ortsbürgermeister für alle Bürger sein", "konstruktiv mit allen Fraktionen zusammenarbeiten" und "die erfolgreiche Gemeindepolitik fortsetzen".

Er sei vom amtierenden Ortsbürgermeister Helmut Becker (CDU) gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, für dieses Amt zu kandidieren, berichtet Olk im Gespräch mit dem TV. Als "Parteisoldat" sieht er sich nicht. "Auch die Opposition hat gute Vorschläge."

Werner Olk, verheiratet und Vater eines 26-jährigen Sohnes, wird übrigens nicht der erste Ortsbürgermeister mit Namen Olk in Welschbillig sein, falls ihm am 7. Juni mindestens 50 Prozent der Wähler ihr Vertrauen schenken. Bis 1996 amtierte bereits Ortsbürgermeister Arthur Olk, der aber nicht mit Werner Olk verwandt ist.