Nach Zitterpartie steht fest: Stichwahl in VG Wittlich-Land kommt

Wittlich-Land/Manderscheid · Erst klar vorn, dann wenig über, dann knapp unter 50 Prozent: So war der Wahlabend für Dennis Junk (CDU). Um 21.35 Uhr war es amtlich: Er hat 49,5 Prozent, Alois Meyer (FWG) 35,8 Prozent. Es kommt zur Stichwahl.

 Da sieht es noch gut aus für Dennis Junk (CDU). Ehefrau Sabine und Tochter Luise-Marie sind dabei, als er am Monitor in der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land das Eintreffen der einzelnen Wahlergebnisse miterlebt. Zum Schluss ist klar: Es gibt eine Stichwahl. TV-Foto: Klaus Kimmling

Da sieht es noch gut aus für Dennis Junk (CDU). Ehefrau Sabine und Tochter Luise-Marie sind dabei, als er am Monitor in der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land das Eintreffen der einzelnen Wahlergebnisse miterlebt. Zum Schluss ist klar: Es gibt eine Stichwahl. TV-Foto: Klaus Kimmling

Wittlich-Land/Manderscheid. Rita Wagner (FDP) ist fassungslos. Als sie am Wahlsonntag gegen 20 Uhr in der Verbandsgemeinde-Verwaltung Wittlich-Land auf ihre ersten Zwischenergebnisse schaut: "4,2 Prozent! Mein Gott. Ich bin sprachlos. Das darf ja wohl nicht wahr sein." Die Politikerin weiß, sie ist schon ganz klar aus dem Rennen. Genauso wie Gertrud Hüppeler-Meuer (ÖDP) aus Meerfeld, die ebenfalls künftige VG-Bürgermeisterin werden will und letztlich 1,8 Prozent einfährt. Die Dritte im Kandidatinnenbunde, Claudia Laux (Bündnis 90/Die Grünen) wird sechs Prozent bekommen. Stephan Henkel 1,5 Prozent. Schon früh ist an einem äußerst spannenden Wahlabend klar, wer die stärksten Bewerber sind. Für Alois Meyer (FWG), der in Klausen als Wahlvorstand eingebunden ist, kommen die Töchter Eva und Nina in die Verwaltung in Wittlich und fiebern bis zum Schluss mit. Bei den ersten Ergebnissen, 13 Bezirke sind ausgezählt, sieht es noch so aus, als wäre eine Stichwahl kein Thema: Dennis Junk liegt mit 60,1 Prozent vorne, Alois Meyer hat 26,7 Prozent. Um 19.30 Uhr sagt Noch-Bürgermeister Christoph Holkenbrink, seit 22 Jahren im Amt: "Da ist noch nichts entschieden. Auch Dennis Junk, der mit Frau Sabine und Töchterchen Luisa-Marie da ist, wo die Ergebnisse einlaufen, ist noch entspannt. Später dreht er immer wieder im Innenhof mit dem Handy am Ohr seine Runden. Um 19.40 Uhr zeigt die Grafik auf dem Bildschirm 49,6 Prozent für den CDU-Mann an und 33,79 für den Mann der FWG. 4200 Wahlstimmen sind jetzt ausgezählt. "Es wird eng. Ich bin froh, dass ich vorne bin", sagt Junk. Dann steht es 51,3 Prozent zu 34,7 Prozent. Kurz vor 21 Uhr sagt Christoph Holkenbrink: "Hetzerath ist noch nicht ausgezählt, das ist der größte Bezirk, auch Landscheid fehlt noch." Herbert Billen, der in der Verwaltung die Eingänge der Ergebnisse und das Bearbeiten im Griff hat, greift kurz nach 21 Uhr selbst zum Hörer, um das letzte Ergebnis zu erfragen: "Jetzt kommt es nur noch auf die Landscheider an. Die Sache ist derart knapp!" Als er diese Zahlen hat, wird noch einmal alles kontrolliert, jetzt kommt es auf jede Stimme an. Alle warten gespannt, wie es ausgeht.
Um 21.35 Uhr steht dann fest: Es wird eine Stichwahl geben. Alois Meyer haben die beiden Töchter stets auf dem Laufenden gehalten. Er ist noch in Klausen beim Stimmenauszählen und sagt: "Tja, was soll man sagen. Das ist natürlich sehr deutlich im Moment, aber die Karten werden wieder neu gemischt. Ich hätte gedacht, dass wir näher zusammen liegen, aber das muss man anerkennen. Morgen werde ich mal mit dem Dennis telefonieren." Dessen Töchterchen schläft schon, als der Papa erfährt, dass er am Pfingstsonntag sozusagen noch mal ran muss. Er sagt: "Das ist schade, vor allem für all die ehrenamtlichen Wahlhelfer."Meinung

Jetzt wird es ein Männerduell
Nun kommt es also zur Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten in der Wählergunst. Sicherlich hat die CDU, die politische Hausmacht in beiden Verbandsgemeinden, auf einen Durchmarsch gesetzt. Das hat Dennis Junk auch in den meisten der 52 Wahlbezirke geschafft. Sein stärkster Konkurrent hat in zehn Wahlbezirken gesiegt, in einem (Dierscheid) war Gleichstand, in Dreis unterlag er mit einer Stimme. Die Auszählung war spannend bis zum Schluss und für die Wahlhelfer eine Herausforderung. Sie alle wird es nicht freuen, am Pfingstsonntag erneut gefragt zu sein. Dass letztlich sechs Menschen das Amt offiziell anstreben würden, damit hat sicher niemand gerechnet. Aber das ist gelebte Demokratie. Bei der Stichwahl kann nur auf eine hohe Wahlbeteiligung gehofft werden, die dem jeweiligen Gewinner den Rücken stärken wird. Die CDU wird ihre Mitglieder nochmals auf ihren Mann, Dennis Junk, einschwören. Alois Meyer hat eine solche Organisation nicht im Rücken. Dafür hat er es weit geschafft. s.suennen@volksfreund.de