1. Dossier

Nachbarn haben große Erwartungen an neuen OB

Nachbarn haben große Erwartungen an neuen OB

Die Bürgermeister der Nachbarkommunen erhoffen sich vom künftigen Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe so einiges. Sie hegen konkrete Wünsche wie eine Verbesserung des ÖPNV und neue Überlegungen in Sachen verstopfter Verkehrsader an der Mosel. Die Verbandsgemeindechefs möchten aber auch generell einen intensiven Austausch und Treffen mit der Trierer Verwaltungsspitze.

Der Landkreis Trier-Saarburg und die Stadt Trier mögen auf den ersten Blick zwei völlig unabhängige Verwaltungseinheiten sein. Doch das stimmt nicht so ganz. Auf vielen Ebenen und in vielen Sachgebieten arbeiten die Stadt und die Umlandkommunen zusammen (siehe Extra). Vermutlich nicht nur wegen des spannenden Verlaufs der Auszählung werden Landrat Günther Schartz sowie die Schweicher Bürgermeisterin und deren Amtskollegen auf das Wählervotum geschaut haben. Denn die hauptamtlichen Verwaltungschefs haben auch eine ganze Reihe von Wünschen für die Zusammenarbeit mit Wolfram Leibe, der im kommenden Frühjahr neuer Oberbürgermeister der Stadt Trier wird.

Landrat Günther Schartz (CDU) kennt den künftigen Oberbürgermeister bereits aus dessen Trierer Zeit. Damals arbeiteten Schartz und Leibe in der Arbeitsgemeinschaft von Arbeitsagentur und Landkreis zusammen. "Ich wünsche mir vom neuen Oberbürgermeister, dass die Region Trier künftig wieder stärker mit einer Stimme spricht." Dies sei in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall gewesen.

Bernhard Busch (FWG), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ruwer, sagt: "So wie ich Herrn Leibe kenne, erwarte ich große Offenheit für regionale Anliegen und eine solide praktische Zusammenarbeit um die Zukunft der Region zu gestalten." Er hofft auf Offenheit auch in bislang verschlossen scheinenden Politikfeldern und die Fortsetzung der ansonsten guten bisherigen Zusammenarbeit.

Einen konkreten Wunsch nennt Wolfgang Reiland (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land. Er plädiert für Treffen der Trierer Verwaltungsspitze mit den Bürgermeistern der Umland-Verbandsgemeinden. "Es gibt so viele Verknüpfungspunkte über die wir sprechen sollten." Die Stadt und die Umlandgemeinden müssten sich stärker als Einheit verstehen. Sei es bei Flächennutzungsplänen, den Schulen oder der demografischen Entwicklung.

Ein Thema, das Trier und den Konzer Raum gleichermaßen betrifft, spricht Karl-Heinz Frieden an. Der Bürgermeister von Stadt und Verbandsgemeinde Konz erhofft sich vom neuen Trierer OB "neue Überlegungen für das Verkehrsproblem". Einerseits geht es Frieden um die täglich verstopfte Verkehrsader im Moseltal ("Es gibt keine bessere Alternative als den Moselaufstieg"), andererseits um eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und eine Anbindung von Roscheid an die Bundesstraße.268. Im bestehenden Städtenetz Trier-Konz-Schweich sieht Frieden gute Ansätze, aber die Möglichkeiten der Zusammenarbeit seien nicht ausgereizt.

Als offenen und hilfsbereiten Menschen habe sie den künftigen Trierer Verwaltungschef kennengelernt, sagt Christiane Horsch, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Schweich. Die Trie8rerin kennt als frühere Wirtschaftsdezernentin unter dem OB Helmut Schröer die Verwaltung im Oberzentrum gut. "Die Erwartungshaltung an Wolfram Leibe ist riesig", weiß Horsch. Sie glaubt, dass eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen Trier und dem Umland nötig sein wird - gerade in Zeiten, in denen wenig Geld in den Kassen ist. Wichtige gemeinsame Themenfelder seien unter anderem die Schul-, Verkehrs- und Siedlungspolitik. Ähnlich wie ihr Kollege Karl-Heinz Frieden sieht Horsch Verbesserungsbedarf beim ÖPNV. Analog zur Ausweitung der städtischen Linie bis Schweich, erhofft sie sich auch eine Verbindung auf der anderen Moselseite über die Kenner Ley.

Jürgen Dixius, Bürgermeister der VG Saarburg, wünscht sich vom neuen Trierer OB vor allem eine intensive Kommunikation. Er sagt: "Mein Wunsch ist, dass der neue Trierer Oberbürgermeister die Zusammenarbeit mit der Region ernsthaft sucht und dass wichtige Verkehrskonzepte sowie Entwicklungen, die die Region betreffen, im Vorfeld miteinander erörtert werden."

Extra

Zusammenarbeit: Ohne die Stadt Trier hätte der Landkreis Trier-Saarburg ähnlich schnell Probleme wie die Stadt ohne den Landkreis. So ist der Zweckverband ART für die Müllentsorgung in Stadt und Kreis zuständig. Die VG Trier-Land und die Stadt arbeiten beispielsweise bei der Wasserver- und der Abwasserentsorgung zusammen. Die Kreisverwaltung ist auch in der Stadt für die Bereiche Gesundheit, Landwirtschaft und Veterinärwesen zuständig. Das Straßenverkehrsamt Trier kümmert sich um die Zulassung von Fahrzeugen in Stadt und Kreis. Der Zweckverband Wirtschaft im Trierer Tal ist ein kommunales Gemeinschaftsprojekt, das sich um die Gewerbegebiete in Konz-Könen, in Trierweiler, in Saarburg sowie um den Hafen Trier kümmert. har