1. Dossier

Neue Gesichter, alte Verhältnisse

Neue Gesichter, alte Verhältnisse

Auf den ersten Blick bleibt im Konzer Stadtrat alles beim Alten. Mit zwölf Sitzen stellt die CDU die größte Fraktion vor FWG (acht), SPD (sieben), Grünen (drei) und FDP (zwei). Bei gleichbleibenden Machtverhältnissen sind aber mehrere Ratsneulinge dabei.

Konz. Bei der Wahl zum Konzer Stadtrat gibt es nur relative Sieger und Verlierer. Die Freien Wähler und die Grünen haben ihre Stimmanteile im Vergleich zu 2009 ausgebaut, die FWG von 24,3 auf 26 Prozent und die Grünen von 8,3 auf 11 Prozent. Die CDU (36,9 Prozent, minus 2,4), die FDP (5 Prozent, minus 2) und die SPD (21,1 Prozent, minus 0,1) erleiden hingegen Verluste.Kommunalwahl 2014


An den Machtverhältnissen in dem 32-köpfigen Gremium ändert sich trotzdem nichts: Die CDU hat zwölf Sitze, die FWG acht, die SPD sieben, Grüne drei und die FDP zwei. Auch die Wahlbeteiligung blieb mit 48,8 Prozent nahezu auf dem niedrigen Niveau von 2009 (48,5 Prozent).
Erst der Blick auf die neuen Ratsmitglieder zeigt, dass die Kommunalwahl 2014 doch Bewegung ins politische Geschäft der Stadt Konz bringt. Zwar sind bei der CDU, angeführt von Bernd Henter, und der FWG mit Listenführer Hermann-Josef Momper die meisten Namen aus der vorherigen Legislaturperiode bekannt, aber bei den anderen Fraktionen gibt es einige Veränderungen. Die Konzer SPD will zum Beispiel einen Generationswechsel vollziehen. Sie hat vier von sieben Sitzen mit neuen Leuten besetzt. Listenführerin ist Ute Walter aus Kommlingen. Sie löst Alfons Maximini ab, der die Fraktion seit 1982 geleitet hat. Zudem stellt die SPD mit Jens Tossing das jüngste Ratsmitglied. Der 22-Jährige ist sogar von Listenplatz 7 auf 3 vorgerückt.
Die Grünen haben sich ebenfalls neu aufgestellt. Fraktionschefin Martina Werheim ist wieder dabei. Mit dem 28-jährigen Studenten Safak Karacam und Katja Weinerth bekommt sie zwei neue Mitstreiter - Sascha Gottschalk ist jetzt im Verbandsgemeinderat aktiv.
Bei der FDP hat Winzer Maximilian von Kunow den Sprung von Listenplatz 8 auf 2 geschafft. CDU-Neuling Hans-Josef Luy, der 2013 von den Grünen zu den Christdemokraten gewechselt ist, hat in seiner Liste zehn Plätze gutgemacht von 16 auf 6. Er hat genau so ein sicheres Mandat wie die Konzer Hammerwurf-Legende Karl-Hans Riehm, der von Platz 15 auf 2 vorgerückt ist.
Jetzt stehen Verhandlungen zwischen den Fraktionen an. Am wahrscheinlichsten ist ein Bündnis von CDU und FWG. Zusammen hätten sie 20 Sitze. Mit der FDP kämen 22 Stimmen zusammen. Angesichts des breiten Konsenses bei den großen Themen - zum Beispiel bei den Förderprogrammen Soziale Stadt in Karthaus und Aktives Stadtzentrum in der Innenstadt (der TV berichtete) - sind auch andere Konstellationen möglich.
Die CDU könnte sich mit der SPD zusammentun - sie kämen auf eine deutliche Mehrheit mit 19 Sitzen. Ein Jamaikabündnis mit CDU, FDP und Grünen wäre ebenfalls ausreichend (17 Sitze). Auch SPD, FWG und Grüne hätten gemeinsam eine Mehrheit (18 Sitze).
Mitentscheidend bei den Verhandlungen der Fraktionen ist die Besetzung der Beigeordnetenposten. Zurzeit sind Manfred Wischnewski (CDU), Heinz-Günter Reichardt (FWG) und Claus Piedmont (FDP) Beigeordnete. Ob sie erneut gewählt werden, entscheidet sich bei der konstituierenden Sitzung. Diese ist laut der Konzer Verwaltung auf den 15. Juli terminiert.

Die 32 Mitglieder des künftigen Konzer Stadtrats
CDU:
Bernd Henter, Karl-Hans Riehm, Manfred Wischnewski, Guido Wacht, Rainer Schons, Hans-Josef Luy, Stephan Reuter, Martina Holbach, Franz-Josef Geltz, Thomas Henter, Ulrike Trilsbach, Angela Schneider
FWG:
Hermann-Josef Momper, Dieter Klever, Hermann-Josef Benzkirch, Detlef Müller-Greis, Kerstin Röhlich-Pause, Marita Pletsch-Rau, Heinz Günter Reichardt, Dagmar Serowy
SPD:
Ute Walter, Hartmut Karmeier, Jens Tossing, Berthold Baumann, Thomas Michels, Wilhelm Weitzel, Ulrich Kasel
Bündnis 90/Die Grünen:
Martina Wehrheim, Safak Karacam, Katja Weinerth
FDP:
Claus Piedmont, Maximilian von KunowMeinung

Vorsicht vor engen Freunden
Die Koalitionsverhandlungen für die kommende Legislaturperiode werden spannend trotz der konsensorientierten Politik der vergangenen Jahre. Denn die Interessen in der Konzer Innenstadt und den dörflich geprägten Stadtteilen sind unterschiedlich gelagert. Somit tut sich auch eine Kluft zwischen der FWG und den anderen Fraktionen - inklusive der CDU - auf. Denn die Stadtteile - ausgenommen Kommlingen - sind FWG-regiert. Dadurch entsteht im Stadtrat ein Spannungsverhältnis innerhalb des bürgerlichen Lagers. Denn die Freien Wähler haben ihre starke Posi tion im Tälchen, in Oberemmel, Könen und Filzen-Hamm gehalten oder ausgebaut. Sie haben auch schon demonstriert, dass sie nicht als Mehrheitsbeschaffer für die CDU fungieren wollen. Die Union muss deshalb vorsichtig sein. Ihr kann es jedenfalls nicht schaden, sich angesichts des guten Klimas im Rat auch in andere Richtungen zu öffnen. Denn die FWG könnte irgendwann vom besten Freund zum ärgsten Gegner werden. c.kremer@volksfreund.de