1. Dossier

Neue Gruppe mit neuem Namen

Neue Gruppe mit neuem Namen

Weil ihnen die Fusion mit der benachbarten Verbandsgemeinde Prüm nicht schnell genug geht, haben Bürger der VG Obere Kyll in Hallschlag eine neue Liste gegründet - und anschließend ihren Namen noch einmal überdacht. Was als Bürgerliste Pro Prüm begann, endete schließlich als Bürgerliste Bürgerwille.

Hallschlag. Es gibt politische Gruppierungen, in denen sich die Mitglieder um Listenplätze streiten. Im Hallschlager Gemeindehaus ist man davon an diesem Abend weit entfernt. Rund 70 Stühle haben die Veranstalter in mehreren Reihen aufgestellt. Knapp ein Drittel ist davon besetzt.
Die restlichen Stühle sind leer. Immerhin aber stehen in dem Raum zwei zusammenklappbare Wahlkabinen und eine große Wahlurne. Die Rahmenbedingungen stimmen also. Nur über den geplanten Inhalt des Abends ist man sich nicht ganz einig.KOMMUNALWAHL 2014


"Ich bin hierhergekommen, weil ich den Sinn und Zweck der Veranstaltung nicht verstehen kann", sagt Bernd Furth aus dem Nachbarort Ormont. Dass sich die Verbandsgemeinden Obere Kyll und Prüm zusammenschließen wollen, sei doch bereits von beiden Seiten bekundet worden, fügt Furth hinzu. "Der Beschluss ist da", sagt er. "Warum also jetzt noch offene Türen eintreten?"
Auch Walfriede Kasel, die ebenfalls aus Ormont stammt und für die Freien Wähler im VG-Rat ist, hat Zweifel, dass an diesem Abend das Richtige getan wird. "Es wäre doch schade, wenn Ihr jetzt durch Eure Liste andere Listen auf den Plan ruft, von Menschen, die eben nicht nach Prüm wollen", gibt sie zu bedenken.
Der Mann, an den sich Frage und Bedenken richten, ist der Hallschlager Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Breuer. Genau wie sein Mitstreiter Dirk Weicker plädiert er dafür, die Fusion der beiden Verbandsgemeinden schneller in die Wege zu leiten und nicht erst 2017. Denn je früher die Gemeinden der Oberen Kyll der finanziell deutlich besser aufgestellten VG Prüm beitreten würden, desto eher könnten diese Gemeinden auch ihre Schulden abbauen.
Zudem kritisiert Breuer, dass die Gemeinden im westlichen Teil der Oberen Kyll nur sehr schwach im VG-Rat repräsentiert seien. Und mit Hilfe der Liste Pro Prüm, zu deren Aufstellung an diesem Abend eingeladen wurde, wolle man das ändern.
Da es sich bei Pro Prüm um eine nicht-mitgliedschaftlich organisierte Wählergruppe handelt, darf jeder bei der Aufstellung der Liste mitwählen. Und - sofern er aus der VG Obere Kyll stammt - sich zudem auch auf diese Liste aufstellen lassen.
Zehn der rund 20 Anwesenden stellen sich für einen Listenplatz zur Verfügung. Hinzu kommt ein weiterer, der telefonisch seine Bereitschaft erklärt, sodass am Ende elf Kandidaten auf der Vorschlagsliste stehen und schließlich auch durch geheime Wahl bestätigt werden.
24 Plätze werden bei der Wahl des VG-Rats am 25. Mai neu verteilt. Durch die Einigung auf Mehrfachbenennung gelingt es schließlich auch der Bürgerliste Pro Prüm sämtliche 24 Kandidatenplätze zu besetzen (siehe Extra).
Bevor sich die Versammlung allerdings auflöst, regt einer der Anwesenden an, die Bezeichnung der Liste noch einmal zu überdenken. Der Name Pro Prüm könne zu sehr provozieren, so die Begründung. Nach einem kurzen Gedankenaustausch einigt man sich schließlich einstimmig auf eine Namensänderung. Aus der Bürgerliste Pro Prüm wird die Bürgerliste Bürgerwille. uhe

Kandidaten der Liste Bürgerwille für die Verbandsgemeinderatswahlen Obere Kyll: 1. bis 3. Dirk Weicker (Hallschlag), 4. bis 6. Annemie Hoffmann (Hallschlag), 7. bis 9. Alois Heck (Stadtkyll), 10. bis 12. Hans-Jürgen Breuer (Hallschlag), 13. bis 15. Lothar Laskowski (Hallschlag), 16. bis 18. Wolfgang Küpper (Hallschlag), 19./20. Oswald Hoffmann (Hallschlag), 21. Manfred Scholzen (Hallschlag), 22. Ferdinand Igelmund (Hallschlag), 23. Carolin Heck (Stadtkyll), 24. Hubert Spoden (Scheid).