Neuer Gemeindechef in Hallschlag

Neuer Gemeindechef in Hallschlag

Der neue Ortsbürgermeister von Hallschlag heißt Dirk Weicker. Der 51-Jährige setzte sich am Sonntag in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Hans-Jürgen Breuer durch. Weicker erhielt 61 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Hallschlag. Gemeindehaus Hallschlag, kurz vor 18 Uhr am Sonntagabend: Echte Gegnerschaft sieht anders aus - "Wir setzen uns jetzt raus und gehen ein Bier trinken", sagt Noch-Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Breuer. "Bis weißer Rauch aufsteigt."
Und so sitzt er dann mit seinem Herausforderer Dirk Weicker (der TV berichtete) tatsächlich während der Auszählung entspannt beim Stubbi zusammen. Das setze schließlich auch ein Zeichen, sagt Weicker. Denn die gemeinsame Arbeit im Gemeinderat, dem beide angehören, soll weitergehen. Breuer: "Wir haben ja auch keinen aggressiven Wahlkampf geführt."
Dann ist es 18.15 Uhr. Drinnen im Wahllokal sind die Helfer mit der Zählung durch: 193 von 368 wahlberechtigten Hallschlagern, eine Beteiligung von 52,4 Prozent, haben ihre Stimme abgegeben. Elf Zettel sind ungültig, bei den anderen 182 ist die Sache klar, wie Wahlleiter Karl-Heinz Jenniges durchgibt: Dirk Weicker gewinnt deutlich mit 111 Stimmen (61 Prozent) gegen Amtsinhaber Hans-Jürgen Breuer (71 Stimmen, 39 Prozent).
"Ich bin schon baff", sagt Breuer in einer ersten Reaktion zum TV. Er sucht nach den Ursachen: In Hallschlag, sagt er, habe der Prophet aus dem eigenen Dorf noch nie viel gegolten - eine Anspielung auf seinen Vorgänger Georg Brandt, der aus Roth stammt, und auf Weicker, der vor 15 Jahren zuzog. Außerdem habe es aus manchen Ecken im Ort doch deutliche Polemik gegen ihn gegeben, ergänzt Breuer.
An der aber beteiligte sich Weicker nicht: "Ich komm mit Dirk gut parat", sagt Breuer. "Und das werden wir auch weiterhin."
Der frisch gewählte Gemeindechef bekennt zunächst, angesichts des Ergebnisses "noch etwas sprachlos" zu sein. Da geht er lieber erst einmal kurz zurück ins Wahllokal, um sich dort bei den anwesenden Bürgern und Helfern zu bedanken."Es wird nicht einfach"


Und nun? "Jetzt müssen wir erst einmal gucken, was wir daraus machen", sagt Dirk Weicker. "Es wird bestimmt nicht einfach. Da kommen jetzt doch so ein paar Aufgaben … die Kommunalreform - und der Verbandsgemeinderat." In den nämlich ist Weicker auch gewählt worden - als einziger Kandidat der Liste "Bürgerwille", die für eine Fusion mit der VG Prüm kämpft und der auch Hans-Jürgen Breuer angehört.
Seine Mittwochabend-Termine als Heilpraktiker, schätzt der neue Ortsbürgermeister, werde er wohl demnächst öfter einmal ausfallen lassen müssen.Meinung

Neuer mit zwei Posten
Klar, der kernige Hans-Jürgen Breuer hat als Ortsbürgermeister auch polarisiert - und seine Verdienste ums Dorf, die nicht vergessen werden sollen. Aber vielleicht haben sich die Hallschlager ja gedacht: Wenn Dirk Weicker schon im Verbandsgemeinderat ist, dann soll er auch den Bürgermeisterposten übernehmen. Denn so kann der neue Gemeindechef immer ein Wörtchen mitreden, wenn es um die Zukunft der Verbandsgemeinde Obere Kyll bei der Kommunalreform und um andere wichtige Entscheidungen geht. Gut zu wissen ist jedenfalls, dass der Neue und sein Vorgänger ihre gemeinsame Arbeit fortsetzen wollen. fp.linden@volksfreund.deExtra

"Er muss hineinwachsen in die Aufgabe, wie jeder neue Bürgermeister", sagt die Bürgerin (und früheres Ratsmitglied) Kerstin Bützer. "Ich wünsche ihm alles Gute." Und das, ergänzt Manfred Scholzen, "für ihn und für uns im Rat". Birgit Colgen ist mit der Wahl von Dirk Weicker ebenfalls einverstanden. Schließlich lebe man ja schon lange im Dorf prima mit ihm. Nur ein Manko weise er auf, sagt sie und lacht: Was Weicker noch lernen müsse, "ös Hallschlager Platt." fpl