1. Serien und Specials

"Nichts ist statisch in einer Stadt wie Konz"

"Nichts ist statisch in einer Stadt wie Konz"

Seit sechs Jahren ist Karl-Heinz Frieden Stadtbürgermeister in Konz - und er will weitermachen. Vor ihm liegen noch viele Aufgaben, sagt der CDU-Mann. Seine größte Herausforderung: Die Bahnhöfe der Stadt für die Bürger attraktiv zu machen.

Konz. "Ich habe mir die Freiheit erlaubt, eigene Meinungen zu vertreten." Karl-Heinz Frieden ist zwar CDU-Mann - aber den Vorwurf, parteipolitisch gesteuert zu sein, lässt er nicht gelten. "Ich lasse mich nicht gerne verhaften", sagt Frieden.Kommunalwahl 2014


Seit sechs Jahren ist Frieden Stadtbürgermeister von Konz. Und er will es weitere fünf Jahre bleiben. "Ich bin erst 56 Jahre alt - also noch jung, kräftig und willensstark", begründet er seine erneute Kandidatur für das Stadtbürgermeisteramt. "Viele Projekte gehen über einen langen Zeitraum", sagt er. Erst nach einigen Jahren habe ein Bürgermeister die Möglichkeit, einen Ort zu prägen. Als Stadtchef müsse man ständig neue Impulse setzen und auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagieren. "Nichts ist statisch in einer Stadt wie Konz."
Allein das Erbe der Bahn stelle Konz noch immer vor Herausforderungen. "Es gibt viele Gleise, die die Stadt zerfurchen", sagt er. Gleichzeitig sieht er in den Bahnstrecken aber auch eine Chance: "Wir haben Verbindungen in alle Richtungen", sagt er. Die Menschen müssten jetzt zum Umsteigen bewegt werden. Den Bahnhof Konz-Mitte habe man schon umgestaltet. Als Nächstes seien die anderen drei Stationen dran. Derzeit würden der Konzer "Hauptbahnhof" und sein Umfeld auf Vordermann gebracht. Auch die Bahnhöfe Karthaus und Konz-Kreuz sollen nach und nach in Wert gesetzt werden.

Frieden ist im Obermoseldorf Nittel aufgewachsen, wo die Eltern ein Weingut betrieben. Nach seinem Studium der Agrarwissenschaften und beruflichen Stationen in Koblenz, Bernkastel und Wittlich (siehe Extra) trat er 2006 sein Amt als hauptamtlicher Beigeordneter der VG Konz an. "Politik hat mich schon immer interessiert", sagt Frieden. Schon sein Vater war im Nitteler Ortsgemeinderat, der Großvater Beigeordneter.

Frieden selbst startete seine politische Karriere 1990, als er Nitteler Ortsbürgermeister wurde. 17 Jahre lang lenkte er die Geschicke in seinem Heimatdorf. Seit 1994 ist er auch Mitglied im Kreistag Trier-Saarburg. Und seit 2008 hauptamtlicher Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz - und gleichzeitig Konzer Stadtbürgermeister.
Ein Problem sieht Frieden in dieser Personalunion nicht - und schon gar keinen Interessenkonflikt. "Mit diesem Argument bin ich noch nie konfrontiert worden", sagt er. Seit 1957 gäbe es die Personalunion in Konz. "Es gibt da keine Eifersüchteleien", sagt der gebürtige Nitteler. Alle Ortsbürgermeister würden gleich und gut behandelt. "Wir sind ja keine Parteipolitiker - sondern als Bürgermeister von den Bürgern gewählt."Extra

Karl-Heinz Frieden (56) stammt ursprünglich aus Nittel. Nach der Realschule in Konz und dem Abitur in Trier studierte er Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Weinbau. 1984 promovierte er. Er arbeitete als Abteilungsleiter bei der Landwirtschaftskammer in Koblenz, als Lehrer bei der Weinbauschule in Bernkastel-Kues und baute das Weinbauamt in Wittlich auf. 2006 wurde er hauptamtlicher Beigeordneter der VG Konz, 2008 VG- und Stadtbürgermeister in Konz. Frieden ist verheiratet und hat zwei Kinder. senExtra

Das fordert Karl-Heinz Frieden: Schnelles Internet: "Das vernetzte Leben wird die Zukunft stark prägen. Aber die Qualität der Breitbandversorgung ist sehr unterschiedlich in der Stadt. Da gibt es Nachholbedarf. Besonders Konz-Karthaus ist schlecht versorgt. Aber wir sind im ständigen Abgleich mit den Anbietern." Gesundheit: "Allgemein wurden Gesundheit und Vorsorge im Hinblick auf die örtliche Verteilung eher kritisch betrachtet. Mit dem neuen Gesundheitszentrum haben wir einen Paukenschlag landen können. Aber dennoch wird das Thema auch in Zukunft wichtig sein." Familien: "Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Kindertagesstätten saniert - aber wir sind noch nicht am Ende. Wir müssen den Familien noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten einräumen. Besonders in Roscheid, Oberemmel und Könen gibt es noch Nachholbedarf". sen