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Notar will weitere Rolle übernehmen

Notar will weitere Rolle übernehmen

Mit 44 Jahren ist Mathias Queck der jüngste der drei Bewerber um den Posten des Hermeskeiler Stadtbürgermeisters. Der Notar geht am 25. Mai für die CDU ins Rennen. Seinen Beruf wird er auch im Fall eines Wahlsiegs weiter ausüben. Dass diese Doppelrolle zeitlich nicht zu schaffen ist, fürchtet Queck nicht. Denn: "Ich bin kein Einzelspieler, sondern verstehe mich als Kapitän einer Mannschaft."

Hermeskeil. Als der promovierte Jurist Mathias Queck 2007 vor der Alternative stand, wo er sein Notariat antritt, entschied er sich nicht für Betzdorf im Westerwald, sondern für Hermeskeil im Hochwald. "Die Stadt ist Mittelzentrum und hat ein enormes Potenzial, das man abrufen kann", begründet Queck seine damalige Entscheidung. Bereut hat er sie nicht. Der 44-Jährige lebt mit seiner Familie in einem neu gebauten Haus und fühlt sich in Hermeskeil längst heimisch. Als noch recht frisch Zugezogener wurde Queck bereits 2009 in den Stadtrat gewählt. Diesmal hat ihn seine Partei, die CDU, als Bürgermeisterkandidat nominiert. Queck ist davon überzeugt, dass er für diesen Posten die richtige Besetzung wäre. "Ich würde gerne in das Ehrenamt des Stadtbürgermeisters meine Qualitäten einbringen." Denn durch seine berufliche Tätigkeit sei er es gewohnt, "die Menschen zusammenzuführen". Diese Fähigkeit zählt für Queck auch zum Anforderungsprofil eines Stadtchefs. Ablesbar ist das an seinem Wahlkampf-Slogan, der "Zuhören - Verbinden - Gestalten" lautet.
Nach den öffentlich finanzierten Großprojekten der Vergangenheit - etwa das Feuerwehrwehrmuseum - müsse es in Zukunft vor allem darum gehen, "private Investoren für Hermeskeil zu gewinnen. Die jetzige Politik, möglichst viel zu verbieten, wird die Stadt nicht weiterbringen", sagt Queck.Kommunalwahl 2014


Diese Aussage münzt er vor allem auf die aus seiner Sicht dringend nötige Ansiedlung eines Drogeriemarkts. Anders als Amtsinhaber Udo Moser (BFB) sollte nach Auffassung Quecks dafür auch das Sondergebiet Abtei als möglicher Standort ins Auge gefasst werden. Denn die Chancen für einen Drogeriemarkt in der Innenstadt stuft der CDU-Mann als sehr gering ein. Das Gebiet am Dörrenbach sei zwar auch eine Option. "Wenn es dort aber tatsächlich mit der Ansiedlung der Dreiergruppe aus Schuh-, Kleider- und Lebensmittelgeschäft klappt, ist dort gar kein Platz mehr für einen zusätzlichen Drogeriemarkt", argumentiert Queck.
Wie seine Mitbewerber nennt auch er die Neugestaltung des Donatusplatzes als wichtiges Zukunftsprojekt. Bei der Debatte um die Abstände von Windrädern zu Wohnhäusern betont Queck, "dass der neue Bürgermeister das Votum der Hermeskeiler mit Geschick und Überzeugungskraft umsetzen muss." Er habe den Eindruck, dass im Vorfeld der Einwohnerbefragung am 25. Mai eine "Mobilisierung für die zehnfache Nabenhöhe da ist" - also ein flexibler Mindestabstand, der sich an der Größe der Windkraftanlagen orientiert. Mosers Vorwurf, dass CDU und SPD nicht mehr zu ihren früheren Beschlüssen und der 1000-Meter-Regel stehen, lässt Queck so nicht stehen. "Die Abstandsfrage wurde im Stadtrat nie ordentlich diskutiert und es hat lange Zeit auch keine Visualisierungen gegeben."
Keinen Zweifel lässt Queck daran, dass er auch als Wahlsieger weiter Notar bleibt. Die Gefahr, dass er dann zeitlich überlastet wäre, sieht er nicht. "Ich bin ein Mensch, der gerne arbeitet, bin hier in Hermeskeil vor Ort und habe ein perfekt organisiertes Büro", sagt Queck.
Im Übrigen sei seine Devise, dass ein Bürgermeister "zwar die politischen Leitlinien vorgeben und sich zum Beispiel um die Ansiedlung von Investoren kümmern muss. Er muss aber nicht in allen Belangen mitmischen." Da er sich als "Mannschaftsspieler" sehe, wolle er - sofern er siegt - den beiden Beigeordneten mehr Kompetenzen einräumen, so Queck.
Mathias Queck und seine Mitbewerber Udo Moser (BFB) sowie Paul Gemmel (SPD) stellen sich am Dienstag, 13. Mai, beim TV-Bürgermeisterforum ab 19 Uhr in der Hochwaldhalle den Fragen der Moderatoren und des Publikums.
Extra

Mathias Queck wurde 1969 in Karlsruhe geboren. Er studierte später in Saarbrücken Jura, wo er auch promovierte. Später war Queck unter anderem als Richter am Landgericht Karlsruhe tätig. Als Notarassessor in Ausbildung wirkte er unter anderem in Koblenz, im Westerwald und in Mainz, bevor Queck 2007 als Notar in Hermeskeil bestellt wurde. Sein Büro hat Queck in der Koblenzer Straße 35. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Claudia Lehmann hat er zwei kleine Kinder. Sebastian ist fünf Jahre alt, Julia drei Jahre. Seit 2009 ist Queck Mitglied des Hermeskeiler Stadtrats. Andere politische Ämter übt er derzeit nicht aus. Queck bewirbt sich am 25. Mai aber auch um einen Platz im VG-Rat. ax