Notfalls auch mit wechselnden Mehrheiten

Notfalls auch mit wechselnden Mehrheiten

Einmal will er noch: Werner Arenz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll, lässt sich von der fehlenden CDU-Unterstützung nicht beirren: Er will bei der Wahl am 7. Juni zum dritten Mal ins Amt.

Jünkerath. Die beiden anderen Bürgermeister-Kandidaten an der Oberen Kyll, Martin Schöddert (SPD, FWG, Grüne) und Diane Schmitz (CDU), haben wir im TV vorgestellt. Werner Arenz hätte das nicht unbedingt nötig, er steht ja öfter in der Zeitung.

Aber da ja alle drei den Begriff der Fairness betonen, soll auch er darlegen dürfen, warum er für eine mögliche dritte Amtszeit kandidiert.

Arenz' erste, spontane Antwort: "Die Sache macht mir einfach Spaß. Es sind so viele Projekte, die man begonnen hat und die man gern zu einem glücklichen Ende führen würde, zum Beispiel das Hotel am Park in Stadtkyll, unsere Schullandschaft und weitere Gewerbeansiedlungen. Da ist schon einiges gemacht worden. Und das möchte ich weiterhin positiv begleiten."

Und so kurz vor Weihnachten haut er dann noch eine frohe Botschaft raus: Dass nämlich das Hermes-Sägewerk in Niederkyll kurz vor einer deutlichen Erweiterung stehe. "Und die Firma Backes in Stadtkyll. Und auch das schon im nächsten Jahr", fügt er hinzu. Natürlich fuchst es den 53-Jährigen, dass seine Partei ihm nach der Kämmerer-Affäre die offizielle Unterstützung versagt. Es sei dabei auch gar nicht um seine Qualitäten gegangen: "Da hat mir keiner was vorgeworfen." Was ihn ärgere, sei die Vorgehensweise nach dem Motto: "Der Kämmerer ist weg, jetzt brauchen wir einen Ersatztäter."

Dann lieber frei aufspielen: "Für mich persönlich ist das ein Vorteil. Ich kann jetzt relativ unbelastet und unbedarft entscheiden und muss mich zu nichts zwingen lassen, wie das ja manchmal unter Parteifreunden der Fall ist." Obwohl Arenz ja nicht gerade als ein Mensch bekannt ist, der sich viel vorschreiben lässt - und er ohnehin nicht alleine in den Kampf ziehen wird: Selbstverständlich werde er dennoch unterstützt, betont er, "auch von vielen Parteifreunden. Und - da sollen sich die Damen und Herren von der vereinigten Opposition nicht täuschen - auch aus deren Reihen." Das freue ihn sehr, sagt er. "Und es lässt den Schluss zu, dass ich mich in der Vergangenheit nicht so ganz CDU-hardlinermäßig verhalten und auch gute Ideen von anderer Seite zugelassen habe. Und so will ich auch weitermachen."

Die heiße Wahlkampf-Phase will er "ganz ruhig, sachlich und fair angehen. Und auf eigene Ideen, Vorzüge, Erfahrungswerte und Projekte hinweisen. Aber nicht den Leuten das Blaue vom Himmel runtererzählen." Seine Tür stehe jedenfalls allen offen. "Mit mir kann sich jeder vernünftig unterhalten, ohne dass er dazu ein Wörterbuch braucht. Und wenn ich dabei jemandem einen Tipp geben kann, bin ich besonders froh. Und meine Tipps kosten kein Geld, die sind im Gehalt schon mit drin."