Nur drei statt sieben Kameras

Trier · Mit drei Kameras wird während der Heilig-Rock-Wallfahrt die Trierer City überwacht. Eine vierte Videokamera ist auf den Palastgarten gerichtet, darf aber nur bei akuten Gefahrensituationen zugeschaltet werden. Auf dieses Konzept haben sich Polizei und Datenschutz gestern geeinigt.

Trier. Ursprünglich hatte die Polizei geplant, Straßen und Plätze, auf denen sich ab heute die Wallfahrer tummeln, an sieben Stellen mit Kameras zu überwachen. Doch in Abstimmung mit dem rheinland-pfälzischen Datenschutzbeauftragten Edgar Wagner ist das Konzept abgespeckt worden. Nur drei Kameras wurden an folgenden Stellen installiert: Direkt am Dom-Gebäude mit Blickrichtung auf Domfreihof und Sternstraße. An einem Lichtmast an der dem Dom gegenüberliegenden Dom-Information mit Blickrichtung Domfreihof und Liebfrauenstraße. Am südlichen Rand des Hauptmarkts, etwa auf Höhe der Gangolfkirche, mit Blickrichtung Hauptmarkt und Porta Nigra. Schilder machen vor Ort darauf aufmerksam, dass die genannten Bereiche videoüberwacht sind.
Die beiden Kameras am Domfreihof speichern die gefilmten Bilder. Fällt allerdings nichts Besonderes auf, sollen die Bilder bereits am Ende des Tages wieder gelöscht werden. Die Kamera am Hauptmarkt zeichnet keine Videos auf, sondern überträgt die Bilder lediglich auf einen Beobachtungsmonitor. Nur in besonderen Situationen - zum Beispiel zu starkes Gedrängel oder andere Gefahren - darf die Kamera so umgestellt werden, dass die gefilmten Sequenzen auch gespeichert werden.
Eine vierte Kamera ist am ehemaligen Polizeipräsidium in der Südallee montiert mit Blickrichtung auf den Palastgarten. Diese Kamera bleibt allerdings im Normalfall aus und wird nur bei "bedeutsamen Sicherheitsstörungen" eingeschaltet.
Weitere drei Kameras hatte die Polizei in Nähe der Haltestellen der Pilgerbusse in der Weberbach und des Basilika-Vorplatzes geplant. In Absprache mit Datenschützer Wagner habe man sich allerdings darauf geeinigt, dass dort keine Kameras notwendig seien, erklärt Jürgen Schmitt, Einsatzleiter der Polizei.
Übersicht statt Großaufnahme


Die Kameras in Domnähe und am Hauptmarkt liefern Übersichtsbilder, also keine Großaufnahmen von einzelnen Menschen. Bei besonderen Vorkommnissen könnten allerdings bestimmte Bildausschnitte vergrößert und Menschen auch identifiziert werden. Bildbereiche, in denen Privat- oder Geschäftsräume zu sehen sind - beispielsweise Fensterfronten in oberen Stockwerken -, werden von den Kameras generell unscharf dargestellt, Einblicke in Räume seien dadurch auch bei Vergrößerungen laut Polizeipressesprecher Karl-Peter Jochem ausgeschlossen.
Damit sich die Bürger einen Eindruck davon verschaffen können, wie die Kamerabilder im Übersichtsmodus aussehen, will die Polizei ein Beispielbild auf ihrer Internetseite einstellen: www.polizei.rlp.de.Kindernachricht: Videoüberwachung

Heute beginnt die Heilig-Rock-Wallfahrt. Mehr als 500 000 Menschen - das sind fünf Mal so viele, wie in Trier wohnen - kommen dann nach Trier, um im Dom das Gewand zu sehen, das angeblich Jesus gehört hat. Um für die Sicherheit der vielen Besucher zu sorgen, beobachtet die Polizei den Domfreihof, die Sternstraße und den Hauptmarkt mit Videokameras. Fällt zum Beispiel ein Pilger in Ohnmacht, weil er so lange vor dem Dom anstehen muss, sieht die Polizei das und kann Helfer schicken. Es gibt aber auch Menschen, die über die Videoüberwachung nicht froh sind. Sie wollen nicht, dass die Polizei sie auf Schritt und Tritt beobachtet. wocExtra

Die Polizei verfolgt mit der Videoüberwachung mehrere Ziele. Lenken von Besucherströmen: Wenn die Sternstraße verstopft oder der Domfreihof überfüllt sind, werden solche Situationen über die Kameras erkannt und die Menschen per Lautsprecher entsprechend informiert. Gefahrenabwehr: Verdächtige Gegenstände - zum Beispiel ein abgestellter Koffer, der etwa einen Sprengsatz enthalten könnte - können über die Kameras erkannt werden. woc