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Nur in Schillingen wird's spannend

Nur in Schillingen wird's spannend

Schon 40 Tage vor der Kommunalwahl lässt sich in der Verbandsgemeinde Kell am See folgende Aussage treffen: In fast allen Dörfern werden die alten Ortsbürgermeister auch die neuen sein, weil sie die einzigen Bewerber sind. Allein in Schillingen hat es Amtsinhaber Ludwig Bohr (SPD) mit einem Konkurrenten zu tun. Es ist CDU-Mann Markus Franzen.

Vor fünf Jahren brachte die Kommunalwahl in mehreren Dörfern der Verbandsgemeinde auf den Ortsbürgermeister-Posten einen Generationswechsel. Zudem gab es in fünf der 13 Kommunen Duelle um dieses Amt.

Weitaus weniger Wandel wird der Urnengang am 7. Juni bringen. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist am Montagabend ist klar: In zwölf von 13 Dörfern wollen die Amtsinhaber weitermachen und brauchen dabei keinen Gegenkandidaten zu fürchten. Stimmen mehr als 50 Prozent der Bürger für sie, sind sie bis 2014 wiedergewählt.

Lediglich in Schillingen treten zwei Bewerber gegeneinander an, so dass es im mit 1300 Einwohnern drittgrößten Dorf der VG zu einem Machtwechsel kommen könnte.Die Kandidaten-Konstellation ist dabei in Schillingen dieselbe wie 2004. Der Bankkaufmann Markus Franzen (40) von der CDU versucht im zweiten Anlauf, Amtsinhaber Ludwig Bohr (53) abzulösen. Der SPD-Mann ist seit 1989 politischer Steuermann in Schillingen.

Die weiteren Orte – geordnet nach ihrer Größe – im Überblick:

Kell am See: Einziger Bewerber ist Markus Lehnen (43) von der CDU. Er ist seit 2004 im Amt. Wie im TV bereits berichtet, wird die SPD selbst an der Gemeinderatswahl nicht teilnehmen. Die einzige Oppositionspartei im 2000-Einwohner-Dorf hat bis Montagabend keine Liste abgegeben.

Zerf: Manfred Rommelfanger (57) von der SPD strebt seine fünfte Legislaturperiode an. Für den Gemeinderat kandidieren aber am 7. Juni wie schon bisher vier Gruppierungen: SPD, CDU, die Freie Wählerliste und die Bürgerunion offene Kommunalpolitik (BOK).

Greimerath: Einziger Anwärter ist Edmund Schmitt (56), der 2004 ins Ortsbürgermeisteramt gewählt wurde. Drei Listen kandidieren für den Gemeinderat: die SPD, die CDU und die FWG Greimerath mit ihrem Spitzenmann Schmitt.

Mandern: Martin Alten (40) von der CDU steht vor seiner zweiten Runde als Gemeindechef. Für den Rat stellen sich die Listen von CDU und SPD zur Wahl.

Waldweiler: Im 870-Einwohnerdorf, das kommunalpolitisch bewegte Zeiten hinter sich hat, gibt es nur den seit 2002 amtierenden SPD-Mann Manfred Rauber (45) als Ortsbürgermeister-Kandidaten. Bemerkenswert: Die CDU, deren Fraktionsmitglieder im Mai 2007 geschlossen ihr Mandat im Gemeinderat niederlegten, stellt am 7. Juni keine Liste mehr. Für Plätze im Gemeindegremium bewerben sich nur die SPD und die FWG Wagner, die allerdings mit Rauber zusammenarbeitet, um Plätze.

Lampaden: Im 520-Einwohner-Dorf stellt sich Ewald Hermesdorf (57) zur Wiederwahl. Der CDU-Mann lenkt seit 1994 die politischen Geschicke im Ort.

Hentern: Vor seiner vierten Amtszeit steht Bernhard Wagner (56) als Kandidat einer freien Wählergruppe.

Heddert: Der 51-jährige Josef Wagner, der seit 2004 amtiert, tritt als Einzelbewerber bei der Urwahl erneut an.

Vierherrenborn: Auf seine dritte Periode im Amt stellt sich Franz Mersch (58) ein.

Paschel: Erich Thiel kandidiert erneut. Der 55-Jährige ist seit 1999 parteiloser Chef von Paschel.

Baldringen: Eine Runde will Willi Emser (66) noch dranhängen. Er ist seit 1989 Ortsbürgermeister.

Schömerich: Der 2004 gewählte Amtsinhaber Michael Lauer (48) ist einziger Kandidat im mit 130 Einwohnern kleinsten VG-Dorf.