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Offene Liste gegen Nachwuchsmangel

Offene Liste gegen Nachwuchsmangel

Die beiden aktuellen Wählergruppen im Ortsgemeinderat von Stadtkyll, FWG und FBL, treten nicht mehr getrennt an, sondern bereiten für die Wahl am Sonntag, 25. Mai, eine gemeinsame Liste vor. Sie soll auch offen sein für Bürger, die bisher keiner Gruppierung beitreten wollten oder angehören.

Stadtkyll. Zwölf Wochen bleiben den Lokalpolitikern in Stadtkyll, um sich auf die Kommunalwahl am Sonntag, 25. Mai vorzubereiten. Für die Mitglieder der Freien Wählergruppe (FWG) und der Freien Bürgerliste (FBL), sie stellen derzeit den 16-köpfigen Ortsgemeinderat, bringt die Aufstellung der Wahlvorschläge ungewohnte Neuerungen mit sich. Beide Wählergruppen haben nämlich beschlossen, auf eigene Listen zu verzichten und stattdessen mit einem gemeinsamen Vorschlag in den Wahlkampf zu ziehen. Wohlgemerkt nicht im parteigebundenen Alleingang: Vielmehr rufen FWG und FBL alle politisch interessierten Stadtkyller zur Kandidatur auf.
"Jeder Bürger, der sich einbringen will, soll dazu auch die Möglichkeit haben", erklärt der amtierende und erneut kandidierende Ortsbürgermeister Harald Schmitz (FWG). Fünf äußerst harmonische Arbeitsjahre lägen hinter dem Ortsgemeinderat: "Alle arbeiteten gut zusammen, da war ein gemeinsamer Gang für die kommende Wahl naheliegend", sagt Schmitz. Dabei war die Harmonie zwischen FBL und FWG nicht selbstverständlich, war man in den vergangenen Legislaturperioden auch durchaus mal kräftig zerstritten.Kommunalwahl 2014


Zunächst kündigte die FBL an, keine eigene Liste aufstellen zu wollen, die FWG zeigte sich solidarisch und verzichtete ebenfalls auf einen Alleingang. "Wir wollten weg von dem Gedanken, dass es zwei Listen gibt, die sich bekämpfen", erklärt FBL-Mitglied Christian Linden den Hauptgrund für die Entscheidung. Inhaltlich unterschieden sich die Positionen von FBL und FWG oft ohnehin nur noch in Nuancen. Außerdem gebe man mit der Öffnung der Liste einen Teil Verantwortung zurück an den Souverän.
Auch Walter Pickartz von der FWG lobt die gute Zusammenarbeit der Ratsmitglieder und die Abstimmung auf eine Liste. "Die zwei Gruppen haben in dieser Legislaturperiode ziemlich harmonisch miteinander gearbeitet. Eine gemeinsame Liste ist da nur naheliegend. Sie bedeutet ja nicht, dass wir die Listen auflösen müssen", betont Pickartz.
Dass nicht nur die bereits aktiven Mitglieder der Wählergruppen die weitere Politik Stadtkylls gestalten sollten, sei ein konsequenter Schritt zur Öffnung der politischen Strukturen im Rat, erklärt Linden. Pickartz ergänzt: "Es gibt einige politikinteressierte Bürger, die einfach keiner Partei oder Gruppe beitreten wollen. Sie wurden bisher von der politischen Arbeit abgeschreckt, weil sie sich einfach nicht sagen lassen wollen, an eine Gruppenmeinung gebunden zu sein." Indem man die gemeinsame Liste für sie öffne, könne Stadtkyll nur gewinnen - darüber sind sich alle drei einig. Es werde zudem immer schwieriger, Listen zu füllen. Durch die Öffnung könne man zukünftigem Nachwuchsmangel begegnen.
Zum Beginn des Karnevalswochenendes ließ Schmitz ein Informationsblatt mit dem Titel "Gemeinsam für Stadtkyll - Gemeinsam in die Zukunft" in allen Haushalten verteilen, das alle Bürger zur Mitarbeit auffordert, die sich für ihr Dorf engagieren wollen. Sie sollten sich bis Freitag, 14. März, bei ihm melden, falls der Aufruf sie anspreche. "Bisher haben sich noch nicht viele Interessenten bei mir gemeldet, ich hoffe das wird sich jetzt nach Karneval ändern. Wahrscheinlich am 21. März wird es dann ein erstes Treffen für die ersten Planungen geben", sagt Schmitz.
Weitere Infos zur Kandidatur unter Telefon 0170/4711490 oder per E-Mail an info@stadtkyll.deExtra: Nachricht für Kinder

Bei Wahlen entscheiden die Bürger darüber, wer in den nächsten Jahren als Politiker arbeiten darf. Am Sonntag, 25. Mai, ist es wieder soweit. Dann gibt es eine sogenannte Kommunalwahl. Das ist eine Wahl, bei der darüber abgestimmt wird, wer in den Gemeinden - also in Euren Städten, Dörfern und Orten - und im Kreis - das ist die etwas größere Region - die Bürger die dort leben, vertreten darf. Die Kandidaten müssen nicht unbedingt Leute sein, die einer Partei angehören, auch ganz einfache Bürger, die nirgendwo Mitglieder sind, dürfen sich in Deutschland zu einer Wahl aufstellen lassen. Sie nennt man dann einfach parteilose Kandidaten. aff