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Gesa Krause vor dem Olympia-Finale über 3000 Meter Hindernis

Finale über 3000 Meter Hindernis : Für die Trierer Leichtathletin Gesa Krause geht’s um eine Olympia-Medaille

Die Leichtathletin vom Verein Silvesterlauf Trier greift an diesem Mittwoch nach Edelmetall. Das Rennen startet um 13 Uhr deutscher Zeit. Die Konkurrenz ist groß.

Etwas Ablenkung war Gesa Felicitas Krause am Tag vor dem Olympiafinale an diesem Mittwoch, (13 Uhr MESZ, ARD) gewiss. Galt es doch, jede Menge Glückwünsche zu ihrem 29. Geburtstag zu beantworten. Ihre Eltern telefonierten natürlich mit der Tochter in Tokio. Die richtige Geburtstagsfeier ist aber auf die Zeit nach ihrer Rückkehr aus Japan verschoben.

Ihren Ehrentag möchte die Hindernisläuferin vom Verein Silvesterlauf Trier natürlich gerne mit der ersehnten Olympiamedaille um den Hals nachfeiern.

Davor ist aber eine 3000 Meter lange Laufstrecke mit 28 normalen Hindernissen und sieben Wassergrabenüberquerungen zu bewältigen. 16 Läuferinnen werden an der Startlinie stehen.

Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise sind es nur 15. Aber nach einem Sturz infolge einer Kollision mit der ehemaligen Trierer Silvesterlaufgewinnerin Elena Burkard (im Vorlauf knapp ausgeschieden) wurde auch Carolina Robles ein Finalstartplatz zugesprochen.

Die Spanierin mit einer persönlichen Bestzeit von 9:34,30 Minuten zählt Gesa Krause aber nicht zu den Anwärterinnen auf eine Medaille. Trotzdem gebe es davon einige. „Ich denke nicht, dass es nur Emma Coburn (Weltmeisterin 2017, Anm. d. Red.) und Beatrice Chepkoech (amtierende Weltmeisterin und Weltrekordlerin) sind, sondern sieben oder acht Mädels, die die Möglichkeit haben, aufs Podium zu laufen. Deswegen kann sehr, sehr viel passieren“, sagte Krause am Dienstag, gut 24 Stunden vor dem Rennen.

Auch die Weltranglisten-Vierte selbst zählt zu den heißen Medaillenkandidatinnen. „Alle wollen gewinnen. Von daher gilt es einfach, dass man clever läuft“, glaubt Krause. Sie fühlt sich gut vorbereitet und fit. In den beiden Tagen zwischen dem Vorlauf am vergangenen Sonntag und dem Finale galt es für Krause vor allem Kräfte zu schonen: vom Vorlauf regenerieren, ausruhen, viel trinken, im kühlen, klimatisierten Zimmer im Olympischen Dorf aufhalten und nicht so viel nach draußen gehen.

Dass das Hindernislauf-Finale zur mitteleuropäischen Mittagszeit stattfindet, kommt ihr entgegen. Weil es dann in Japan Abend ist und die Sonne das Innere des Olympiastadions nicht wieder bis auf 38 Grad wie beim Vorlauf aufheizen dürfte. Außerdem dürfte der Jetlag wegfallen, den die erst einen Tag zuvor angereiste Krause beim Vorlauf um 2.55 Uhr mitteleuropäischer Zeit noch verspürte.

Als Zweite ihres Qualifikationsrennens in 9:19,62 Minuten hinter der US-Amerikanerin Courtney Frerichs (9:19:34) und vor Chepkoech (Kenia/9:19,82) überzeugte Krause aber bereits mit ihrer Rennübersicht und ihrem Endspurt. „Ich denke, ich bin für alles vorbereitet“, erklärt die von Trainer Wolfgang Heinig betreute Läuferin, die auf ihre Stärken vertraut: „Und dann hoffe ich noch auf das gewisse Quäntchen Glück!“

Fest die Daumen drücken werden ihre Vereinskameraden vom Verein Silvesterlauf Trier. Gemeinsam mit den Eltern der Ausnahmeläuferin wollen sie in Trier das Finale am Fernseher verfolgen. „Das ehrt mich, und ich freue mich sehr, dass meine Eltern dabei sein werden“, sagt Krause.

Wie auch immer das olympische Hindernislauf-Finale ausgeht, einen Lauftermin in Trier hat Gesa Krause schon fest angestrichen: „Ich werde beim Flutlichtmeeting am 17. September im Moselstadion laufen.“ Dabei gilt wie bei der Geburtstagsfeier: gerne mit Olympiamedaille!