1. Dossier

Olympia-Kolumne von Björn Pazen über Souvenirs

KONNICHIWA - DIE OLYMPIA-KOLUMNE : Souvenirs kaufen? Ja, aber ...

Bei „normalen“ Olympischen Spielen mit Fans aus aller Welt ist es eines der größten Hobbys der Besucher: das Tauschen von Pins und anderen Ansteckern. Nun aber sind keine internationalen Zuschauer in Tokio erlaubt – was die Pin-Produzenten aber nicht ahnen konnten, als sie ihre Bestellungen abgaben.

Der Japaner findet diese westliche Form der Sammelleidenschaft scheinbar nicht so spannend, und deswegen gibt es in den Olympischen Souvenirläden kurz vor Abschluss der Spiele noch Pins im Überfluss, mit dem offiziellen Logo, den Maskottchen oder aber den Symbolen der einzelnen Olympischen Sportarten.

Im Odaiba Marine Park, in der Bucht von Tokio und in der Nachbarschaft zu vielen Olympischen Wettkampfstätten, gibt es in einem Einkaufscenter den größten offiziellen Souvenirshop in Tokio. „Wir haben viele T-Shirts, Hüte und andere Kleidung an Einheimische verkauft, und der Verkauf ist zuletzt richtig angezogen“, sagt Verkäufer Shinya Hirose, „aber wir haben natürlich noch unglaublich viel auf Lager, weil wir vorrangig auf internationale Besucher gesetzt haben.“

Eines hat auch Hirose bemerkt: „Das Interesse an den Olympischen Spielen und an unseren Souvenirs ist seit dem Beginn der Spiele und vor allem den vielen japanischen Medaillen radikal angestiegen.“

In der Öffentlichkeit aber zeigt der Japaner seine Begeisterung nicht – in der U-Bahn oder auf der Straße sieht man so gut wie niemanden mit den Merchandising-Produkten oder offizieller Kleidung mit dem Olympialogo. Auch Nationalflaggen oder Shirts mit den japanischen Nationalsymbolen sucht man vergeblich auf den Straßen. „Das ist nicht unsere Art“, sagt Hirose.

Aber zurück zu den Pins. „Wir hoffen darauf, dass bald wieder Touristen nach Japan und nach Tokio kommen dürfen, die die Pins dann als Quasi-Erinnerung an die Olympiastadt mitnehmen“, sagt der Shop-Verkäufer. Dann hätten die Sammler und Besucher in drei Jahren bei den Olympischen Spielen von Paris zumindest wieder stilechte Tauschobjekte.

TV-Mitarbeiter Björn Pazen arbeitet als Medienchef des olympischen Handballturniers in Tokio. Während der Spiele schildert er seine Eindrücke in der Kolumne „Konnichiwa“ („Hallo“).