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Optimaler Rückenwind für den zweiten Anlauf

Optimaler Rückenwind für den zweiten Anlauf

Corinna Rüffer kandidiert bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 204 für die Grünen. Die Mitgliederversammlung nominierte die 37-jährige Triererin einstimmig. Nach ihrer erfolglosen ersten Kandidatur 2005 hat Corinna Rüffer diesmal beste Aussichten auf ein Bundestagsmandat

Trier. 26 abgegebene Stimmen, alle gültig - und alle für Corinna Rüffer. Die Mitgliederversammlung der Grünen-Kreisverbände Trier und Trier-Saarburg am Dienstagabend im Warsberger Hof brachte ein denkwürdiges Resultat. 100 Prozent Zustimmung für die Kandidatin.Bundestagswahl 2013


"Das ist ja schlimmer als früher im Ostblock", scherzte der Altgrüne Richard Leuckefeld. Und Ewald Adams, seit fast 30 Jahren Geschäftsführer der Öko-Partei, kann sich "beim besten Willen nicht daran erinnern", dass es jemals eine Wahl oder Nominierung ohne Gegenstimmen, Enthaltungen oder ungültige Voten gegeben hätte. Auch die so einträchtig auf den Schild gehobene Kandidatin war baff und "sehr glücklich über dieses Ergebnis", das Geschlossenheit und Entschlossenheit signalisiere.
Tatsächlich hat die 37-Jährige im Gegensatz zu ihrer ersten Kandidatur 2005 (2009 trat Sascha Gottschalk an) beste Chancen auf den Einzug in den Bundestag. Auf der Grünen-Landesliste rangiert sie auf dem als sicher geltenden dritten Platz. Für die Kanzemerin Sabina Quijano (50) auf Listenplatz sieben könnte es, wie Versammlungsleiter Boris Bulitta orakelte, "dann reichen, wenn wir am 22. September auf 24 Prozent kommen …". Das wären zehn Prozentpunkte mehr als die aktuellen Umfragewerte für die Grünen. Illusorisch, aber: "Wir müssen um jede Stimme kämpfen, damit es für rot-grün reicht", so Bulitta weiter. Auf die SPD könne und wolle man sich nicht verlassen, die sei ja ähnlich desolat wie die "schwarz-gelbe Chaos-Truppe" in Berlin.
Vor der Abstimmung skizzierte Corinna Rüffer ihre politischen Ziele und stellte sich einer fast einstündigen Befragung. Die Frage, in welchem Parlamentsausschuss sie am liebsten arbeiten wolle, beantwortete sie so: "Sozial- und Integrationspolitik - weil ich mich damit am besten auskenne."
Aber sie wolle auch auf anderen Feldern Beiträge zum Wohle der Region leisten: "Wir brauchen eine bessere Zuganbindung. Es kann doch nicht sein, dass wir komplett abgehängt und die am schlechtesten angebundene Großstadt sind." Im Gegenzug müssten "Betonprojekte wie die Meulenwaldautobahn ein für allemal beerdigt werden."
Ja, sie sei "bekennend kein Fan von Peer Steinbrück", würde ihm bei der Kanzlerwahl aber ihre Stimme geben. Und nein, die Grünen würden sich nicht noch einmal so von der SPD gängeln lassen wie unter Gerhard Schröder: "Wir haben gelernt und heute bessere Antworten als früher. Das macht uns selbstbewusst."Extra

Corinna Rüffer (37) stammt aus Osnabrück und lebt seit 1996 in Trier; seit 2007 gehört sie dem Stadtrat an. Die Grünen-Kommunalpolitikerin ist unverheiratet, lebt aber seit 15 Jahren in einer festen Beziehung, aus der vor anderthalb Jahren eine Tochter mit Down-Syndrom hervorging. rm.Extra

Jeder im TV vorgestellte Bundestagskandidat wird gebeten, drei vorgegebene Halbsätze spontan zu vervollständigen. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel werde ich … Corinna Rüffer: "… in diesem Leben nicht mehr warm - auch dann nicht, wenn Frau Merkel im Herbst nicht mehr Kanzlerin sein wird." Den Wahlkampf zur zweiten Oberbürgermeister-Kandidatur von Klaus Jensen werde ich … Corinna Rüffer: "… sehr aufmerksam beobachten - wenn er denn erneut antritt." Zu meinem künftigen Arbeitsplatz in Berlin reise ich … Corinna Rüffer: "… selbstverständlich mit der Bahn." rm.


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