1. Serien und Specials

Orakel vom Palastgarten

Orakel vom Palastgarten

Zufrieden mit den Ortsvorsteher-Ergebnissen und zuversichtlich für die Stichwahlen in zwei Wochen: Bei der Wahlparty der Trierer CDU herrschte am Sonntag eine relativ lockere Stimmung.

Trier. Sonntagabend, kurz nach 18 Uhr. In die Trierer CDU-Geschäftsstelle am Palastgarten kommt Bewegung. Kreisvorsitzender Bernhard Kaster und Spitzenkandidat Bertrand Adams sind gut gelaunt. Die bundesweite Prognose zur Europawahl zeigt zwar Verluste für die CDU, belässt die SPD aber im Prozente-Keller.

Mangels Ergebnis der Kommunalwahl vor Ort gebührt Europa zunächst die volle Aufmerksamkeit. Rund 20 Kandidaten gruppieren sich um einen Stehtisch mit Partei-Sonnenschirm. Auf dem Netbook (Mini-Computer) von Udo Köhler aktualisieren sich laufend die Zahlen. Für Heiterkeit sorgt die Tendenz, dass die CDU im SPD-Stammbezirk Trier-West vorne liegt. In Trier-Mitte drohen die Christdemokraten dagegen böse abzusacken.

Neben Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani schaut auch Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink vorbei. Ihn zieht es dann aber nach Wittlich, wo sein Bruder Christoph sich der Wiederwahl als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land stellt.

Drähte zu Parteifreunden glühen am Abend



Statt "Berti grillt" heißt es an diesem Abend "Berti wärmt": Metzgermeister Adams serviert Fleischwürstchen im Brötchen. Bei Wein, Wasser und Bier wird gefachsimpelt. "Beim Stadtrat wird heute nur ein Trend erkennbar, da die Einzelstimmen erst am Montag ausgezählt werden", weiß Kaster. Der Bundestagsabgeordnete spricht immer wieder am Telefon mit Kollegen aus dem Landesvorstand und gratuliert Ortsbürgermeistern. Zwischendurch geht es auf einen Sprung ins nahe Kreishaus zu Landrat und Parteifreund Günther Schartz.

"Das Warten macht einen verrückt", seufzt Bertrand Adams. Georg Bernarding komplettiert das Dezernenten-Trio und outet sich als Orakel: "Die Ergebnisse der Ortsvorsteher-Wahlen habe ich so vorhergesagt." In den weitaus meisten Stadtteilen liegen die CDU-Kandidaten vorne. Es kommt zwar zu mehreren Stichwahlen, für die sich die CDU-Kandidaten aber gute Chancen ausrechnen.

Besonders gute Nerven muss Ricarda Kuhner beweisen. Die Ortsvorsteherin von Trier-Mitte/Gartenfeld genehmigt sich erst einmal einen Zwetschgen-Schnaps. Das Eifelwasser stammt passenderweise aus der Hausbrennerei des CDU-Bezirksvorsitzenden Michael Billen in Kaschenbach.

In zwei Wochen geht das Nervenspiel weiter: Dann tritt Kuhner zur Stichwahl gegen Dominik Heinrich von Bündnis 90/Die Grünen an. So bleibt die Gelegenheit, die Wähler nochmals zu überzeugen.

Ergebnisse aus dem Stadtrat lagen bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe (22 Uhr) noch nicht vor. So hielt die Spannung über den Wahlausgang quälend lange an.