Rocco del Schlacko in Püttlingen - Erst die Fantastischen Vier, dann Hyper, Hyper! mit Scooter

Festival : Erst die Fantas, dann Hyper, Hyper! - Willkommen beim Rocco del Schlacko in Püttlingen (Fotos)

Die 21. Ausgabe des saarländischen Festivals Rocco del Schlacko ist am Donnerstag mit hochkarätigen Headlinern und bestens gelaunten Besuchern gestartet. Am Samstag stehen unter anderem The Offspring und Frank Turner auf dem Plan.

„Ist es die da?“ – Nein, das da! Es ist August und damit wieder Festival-Hochsaison. Jedes Wochenende locken etliche mehrtägige Musikveranstaltungen mit vielfältigen Genres die Menschen auf Wiesen, Äcker und Zeltplätze. Im kleinen Saarland findet dabei ein ziemlich großes Festival statt: Das Rocco del Schlacko. Seit 21 Jahren eine Institution beim beschaulichen Püttlingen. 25.000 Musikfans zieht es ins Köllerbachtal und auch 2019 kommen sie in Scharen.

Viele sind nur für den Donnerstag angereist, denn natürlich gibt es auch Tagestickets. Darunter etwa Steffi aus Ernzen im Landkreis Bitburg-Prüm, die mit Freunden die Picknickdecke mitten auf dem Festivalgelände ausgepackt hat. Vor dem Konzert der Headliner wird sich mit Bier und Pommes nochmal gestärkt und ausgeruht – Die Fantastischen Vier aus Stuttgart können kommen.

Doch bevor die Hip-Hopper loslegen, ist schon einiges los auf den Sauwasen: Den Beginn machen die Monsters of Liedermaching auf dem Ponyhof, der kleineren Bühne direkt hinter dem Einlass. Auf der Mainstage geben die Punk-Rocker von The Story So Far Gas, nur um das Mikrofon dann an VSK abzugeben. Das „Verbale Style Kollektiv“ besteht aus sechs Rappern, wobei heute krankheitsbedingt nur fünf anreisen konnten, drei davon sind besser bekannt als K.I.Z.: Schon an diesen wenigen ersten Bands lässt sich erkennen: Hier ist für jeden was dabei.

Eskimo Callboy reißen mit ihrem Crossover aus Metalcore und Elektro am späten Nachmittag den eigentlich idyllisch inmitten von Wald und Feldern gelegenen Platz vor der Hauptbühne ab und bereiten die bereits am Donnerstag zahlreich angereisten Gäste auf das vor, was da noch kommen mag.

The Subways aus Großbritannien sind vor allem für ihren Song „Rock ‚n‘ Roll Queen“ bekannt. Das Trio, das sich 2003 gründete, spielt ihn ganz zum Schluss, nach jeder Menge solidem Indierock, und die Menge tanzt und singt begeistert mit. Mit Bassistin Charlotte Cooper steht übrigens die einzige Frau am gesamten Wochenende auf der Hauptbühne, wie Sänger Billy Lunn anmerkt – darüber könnten die Organisatoren sich nochmal Gedanken machen.

Überhaupt sind Frauen deutlich unterrepräsentiert auf den Rocco-Bühnen, spät nachts rappt Juju als letzter Act vor vorwiegend jugendlichen Fans. Bekannt wurde sie als Teil des Rap-Duos SXTN. Mit eher schwacher Stimme, leichten Texthängern und viel Playback kann sie aber nicht alle überzeugen, im Gegensatz zu den vorherigen Rap-Punkern von Swiss und die Andern aus Hamburg.

Extra: Fotos vom Festival-Freitag

Doch auf die Mainstage und zeitlich wieder ein Sprung zurück, denn um 20.50 Uhr ist es so weit: Die Fantastischen Vier legen los mit einem anderthalbstündigen Hip-Hop-Feuerwerk. Klassiker wechseln sich mit neuen Songs ab und das Publikum geht mit. Hände in die Luft und Hüften locker gemacht. Während Felix als Festivalneuling das Konzert eher still und nur mit wenigen Kopfnickern anschaut, versucht ein anderer Besucher seinen Kumpel per Anruf zu sich zu lotsen. Das Hin- und Her am Handy lässt sich mehrfach beobachten – zur Abwechslung wird exzessiv mitgetanzt und erst zur Zugabe finden sich die beiden im Getümmel wieder. Ende gut, alles gut?

Noch nicht ganz, denn nach den Fantas heißt es HYPER HYPER!

Scooter, DIE Dance-Techno-Export-Band aus Deutschland, ist seit 1993 aktiv und nicht nur Felix wartet auf die Gruppe. Mit 25 Minuten Verspätung fangen H.P. Baxxter und die Jungs an den Synthesizern an, optisch unterstützt von Tänzerinnen und Tänzern. Das ganze Festivalgelände springt zu den harten Bässen von „How much is the Fish“, „Wicked“, „Fuck the Millenium“ oder „Oi“ über die Sauwasen und begleitet Sänger Baxxter lautstark.

Das Schöne am Rocco del Schlacko: Der Zeitplan kommt ohne große Überschneidungen aus. So können alle die Headliner sehen, ohne dass man ständig im Blick haben muss, auf welcher Bühne jetzt zeitnah eine andere Gruppe beginnt, die man gerne sehen würde. Für manche ist aber ein Festivalwochenende vor allem eins: Campingplatz und Feiern. Die meisten zieht es dann aber doch irgendwann vor die Bühne und dort wird die Lieblingsband genauso gefeiert wie die Neuentdeckung des Festivals.

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