Musik: Geburtstagsfeier auf der Lott: „Wir können Festival“ (Fotos)

Musik : Geburtstagsfeier auf der Lott: „Wir können Festival“ (Fotos)

8000 Besucher haben das Areal bei Raversbeuren drei Tage lang in ein buntes Musikgelände verwandelt. In diesem Jahr hat es für die Traben-Trarbacher Lott-Gesellschaft einen besonderen Anlass zum Feiern gegeben.

"Heute ist Geburtstag" schallt es aus den Kehlen der Band Kapelle Petra aus dem westfälischen Hamm. Und vor der großen Bühne des Lott-Festivals bei Raversbeuren starten mehrere hundert Musikfans, die kurz zuvor noch mitgegroovt und mitgetanzt haben, eine Polonaise, bestaunt und beklatscht von tausenden Festivalfreunden, die sich auf dem Wiesenhang gegenüber der Bühne auf Decken niedergelassen haben. In diesem Moment ist die gute Laune der Lottbesucher, die das Event ausmacht, wohl am greifbarsten geworden

Wohin man auch hört und blickt, die überschäumende Freude, ein solches Ereignis im Hunsrück erleben zu können, ist überall spürbar. "Die Lott ist einfach gemütlich und familiär", "Die Lott ist super", "Ich mag die Lott wegen der saugeilen Leute", sind nur einige Aussagen, die offensichtlich die Meinung nahezu aller Besucher des kurz nur "Die Lott" genannten Festivals widerspiegelt. "Das Festival an sich ist etwas Besonderes", sagt Patrick Carl vom Orga-Team des Lott-Festivals zum langjährigen Erfolg des Musikevents. "Wir können mit den anderen guten Festivals mithalten, auch, wenn die Bands nicht so bekannt sind", sagt er.

Der Anlass für die von der Kapelle Petra initiierte Polonaise ist das 40-jährige Bestehen der Lott. Was 1977 vor rund 600 Besuchern begann, hat sich zu einer festen Größe im Hunsrück entwickelt, auf das viele der inzwischen 7000 bis 8000 Besucher lange im Voraus hinfiebern, egal welchen Alters.

Eine, die schon seit vielen Jahren die Lott besucht, ist die 52-jährige Britta Steck aus Gornhausen. "Mit 15 war ich das erste Mal auf der Lott", sagt sie. Und auch, als ihr Sohn Dario geboren wurde, war das kein Grund für sie gewesen, auf die Lott zu verzichten: Eine Woche sei dieser damals alt gewesen, sagt sie. Ihre Tochter Nina war bei ihrem ersten Lottaufenthalt immerhin schon drei Wochen alt. "Ich habe hier meine Jugend verbracht. Es ist das Schönste, was es hier im Hunsrück gibt", schwärmt die 34 Jahre alte Guilia Chiasso aus Burgbrohl.

Und auch mit der Musikauswahl - mehr als 30 Bands spielen in den drei Tagen auf der Lott, hinzu kommen eine offene Bühne für jedermann, Diskussionen und ein Poetry-Slam in Kooperation mit Kultur Raum Trier - begeistert Chiasso: "Die Qualität der Musik ist super. Die Bands haben was drauf, auch, wenn sie nicht so bekannt sind", sagt sie.

Die guten Bands sind neben dem familiären Charakter ein weiteres Merkmal der Lott. Denn jede Band schaut sich das Team vorher an, sagt Ina Maisberger, Vorsitzende der Lott-Gesellschaft mit Sitz in Traben-Trarbach.
Für das Jubiläumsfestival sind am Sonntag zahlreiche Bands aus der Region aufgetreten, die mit der Lott verbunden sind. Lilly of the Valley, Elektrisch Hildegard und My Rock King Rico sind nur einige der Bands aus der Region, die in diesem Jahr auf der Lott auftreten. "Wir können Festival", sagt denn auch Moderator Jan Pauly unter dem Beifall der mehreren tausend Zuschauer vor der Bühne. "Wir sind besser als viele Retortenfestivals."

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